Erste Versammlung in Nagold: Seelsorgeeinheit stehen Einschnitte bevor

Den Gläubigen der Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal stehen Veränderungen ins Haus.
Thomas FritschWeniger Mitglieder, weniger Personal, weniger Kirchensteuer– der demografische Wandel geht auch an der Diözese Rottenburg/Stuttgart nicht spurlos vorbei. Deshalb sollen die Gemeindestrukturen verändert werden, um handlungsfähig zu bleiben und „sich mit ihren Kirchengemeinden in eine positive und zukunftsfähige Richtung“ weiterzuentwickeln“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Dazu habe Bischof Klaus Krämer gemeinsam mit dem Diözesanrat im Frühjahr 2025 den Entwicklungsprozess angestoßen und im November 2025 weitreichende Beschlüsse gefasst. Aus 1020 Kirchengemeinden in der Diözese sollen 50 bis 80 neue gegründet werden.
Auch die Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal sind von diesem Prozess betroffen. „Wir schauen uns gerade um, mit welchen weiteren Seelsorgeeinheiten wir die neue Kirchengemeinde bilden können“, berichtet Markus Fritsch, der Gewählte Vorsitzende der Katholischen Kirchengemeinde in Nagold.
Gemeinden entscheiden bis Ende April
„Bis Ende April werden die Kirchengemeinde in der Seelsorgeeinheit abstimmen und im Gemeinsamen Ausschusses eine Entscheidung treffen“, fügt Pater Peter, der leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit, hinzu. Die Vorschläge würden dem Bischof vorgelegt, der mit den diözesanen Ausschüssen und den Dekanaten die neuen Pfarreien entwickle. „Ende 2026 entscheidet Bischof Krämer über die Umschreibung der neuen Pfarreien,“ erklärt Pater Peter weiter.
Im Jahr 2030 sollen die neuen Kirchengemeinden rechtskräftig, die heutigen Kirchengemeinden dann aufgelöst werden. Sie blieben aber als Kirchorte wichtige Orte innerhalb der großen Kirchengemeinden. „Wir werden weiterhin das Leben der Katholiken in Nagold, Rohrdorf, Altensteig, Vollmaringen und Gündringen gestalten,“ betont Markus Fritsch.
„Es wird uns weiter wichtig sein, dass wir die Bedürfnisse der Menschen in unseren Städten und Gemeinden aufgreifen können, um ein Ort des Betens und Lebens mitten unter den Menschen sein zu können,“ sagt Pater Peter und betont: „Angesichts rückgängiger Zahlen wird es notwendig, dass wir zusammenrücken und unsere Kräfte bündeln. Mit immer weniger Menschen können wir in Zukunft nicht das gleiche Programm anbieten wie früher.“
Gemeindeversammlungen für alle
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart muss durch diesen Prozess ihre Verwaltungskosten senken und Leitung in den Gemeinden gewährleisten, damit sie in Zukunft noch für die Menschen da sein kann. „In unseren Gemeinden wird sich in den nächsten Jahren einiges ändern und hoffentlich Liebgewonnenes weitergeführt werden können. Wir müssen nun weitreichende Entscheidungen im Kirchengemeinderat treffen,“ erläutert Markus Fritsch.
Aus diesem Grund veranstalten die Kirchengemeinden für alle Gemeindemitglieder Gemeindeversammlungen. Diese finden am Sonntag, 22. März, ab 10.30 Uhr im Gemeindehaus in der Moltkestraße in Nagold, am Samstag, 28. März, ab 17.30 Uhr in der Kirche St. Johannes, Rohrdorf, und am Sonntag, 26. April, ab 11 Uhr in St. Remigius in Gündringen statt.
„Wir stellen verschiedene Möglichkeiten der Bildung einer neuen, großen Kirchengemeinde vor und möchten mit den Gemeindemitgliedern darüber ins Gespräch kommen.“ so Markus Fritsch. „Dieser Austausch ist wichtig, damit wir für unsere Seelsorgeeinheit gute Vorschläge für eine neue Kirchengemeinde entwickeln können“, schließt Pater Peter.