Chor gibt Konzert: Musikalischer Markttag in Jettingen

Der gemischte Chor des Gesangvereins Unterjettingen hat sein Jahreskonzert unter dem Titel „Geschichten in Liedern - Ein musikalischer Bilderbogen" aufgeführt.
Evi Koepp- Unterjettingen: Der gemischte Chor gab sein Jahreskonzert „Geschichten in Liedern“.
- Der Bürgersaal war als Marktszene gestaltet, Chor trat in historischen Kostümen auf.
- Programm mit Balladen, Bänkelliedern und Moritaten – inkl. Beamer-Illustrationen.
- Einführungen erklärten Texte, etwa die düstere Herkunft von „O du lieber Augustin“.
- Akkordeonist Ralf Brendle begleitete sicher, das Publikum erhielt eine Zugabe.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Im Bürgersaal in Unterjettingen erwartete die Konzertgäste eine Marktszenerie. Die Essens- und Getränkeausgabe in der Pause erfolgte aus einem Marktstand, die Halle war ein großer Gemüse- und Blumenstand, und die Ware war in der gesamten Halle aufgebaut. Die Konzertbestuhlung wurde aufgelockert durch Bistrotische, die mit herbstlichen Sträußen geschmückt waren.
Passend zum Thema war der 23-köpfige Chor aus Sängerinnen und Sängern des gemischten Chors und der Blackbirds in historischen Kostümen gekleidet, heißt es in der Pressemitteilung. Bevor die Sängerinnen und Sänger für das Konzert auf den Bierbänken Platz nahmen, liefen sie zu Beginn hintereinander in die Halle ein. Für das Publikum eine hervorragende Gelegenheit, die zeitgenössischen Kostüme zu betrachten.
Balladen, Bänkellieder und Moritaten
Chorleiter Peter Eisele hat für das Konzert einen bunten, musikalischen Bilderbogen aus Balladen, Moritaten, Liedern von historischen Persönlichkeiten oder Ereignissen sowie Bänkelliedern zusammengestellt.
Diese wurden im 18. und 19. Jahrhundert von sogenannten Bänkelsängern vorgetragen, die als fahrende Künstler mit einer kleinen namensgebenden Bank unterwegs waren und auf dieser stehend von wahren Begebenheiten, politischen Ereignissen, aber auch Katastrophen, Familientragödien und schaurigen Morden sangen. Unterstützt haben sie ihren Liedvortrag mit sogenannten Moritatentafeln, auf denen die Liedtexte mit Illustrationen verdeutlicht wurden.
Die Tragik hinter dem „lieben Augustin“
Dieses Thema hat der Chorleiter aufgegriffen und zu den einzelnen Strophen der Liedtexte entsprechende Illustrationen erstellt. Vorstand Wolfgang Leicht übernahm die Beamerpräsentation. Zusätzlich erläuterten die Chormitglieder Petra Ganz, Christian Koepp und der zweite Vorstand Manfred Kramer einige Texte noch mit einer kleinen Einführung.
So erfuhren die Zuhörer, dass es sich bei dem Lied „O du lieber Augustin“, heute eher bekannt als fröhliches Kinderlied, eigentlich um die Schilderung einer dramatischen wahren Begebenheit handelt: Der Wiener Bänkelsänger Max Augustin wurde zu Zeiten der Pest in Wien als vermeintlich Toter in eine Pestgrube geworfen – dabei handelte es sich nur um einen Vollrausch.
Von traurig-düster bis humorvoll
Der Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel hatte sich bereits im 19. Jahrhundert Gedanken über das Aussterben der Dinosaurier gemacht. Er hatte auch gleich die Lösung parat: Die ganze Saurierei ist aus seiner Sicht ausgestorben, weil es bei ihr zu sehr gemenschelt habe.
Viele Lieder schilderten traurige Begebenheiten. So etwa bei „Traurige Schicksale einer Auswandererfamilie“, „Mariechen saß weinend im Garten“, Goethes „Erlkönig“, „Kaspar“ (Hauser) von Reinhard Mey, der „Tragödie (des kaiserlichen Hofes) auf Schloss Mayerling“ und der biblischen „Geschichte von David und Goliath“.
Ralf Brendle begleitete am Akkordeon
Nach so vielen düsteren Texten durfte ein humorvoller Teil natürlich nicht fehlen. Die Geschichte vom „Hauptmann von Köpenick“ war für die an der wahren Begebenheit Beteiligten vermutlich nicht alle lustig, sorgte aber zumindest im restlichen Berlin für Schadenfreude und ließ das Publikum bereits bei der Schilderung der Geschichte und der Erinnerung an den Film schmunzeln.
Zu hören waren weiterhin Emanuel Geibels „Lob der edlen Musika“ mit seinem tanzenden Krokodil, Achim von Arnims „Vom Wasser und vom Wein“, einem Streitgespräch zwischen den beiden Protagonisten, und „Der edle Ritter Sepp“ von Fredl Fesl. Der geistig etwas minderbemittelte Ritter durfte nicht am wirklichen Ritterleben teilnehmen. Das sorgte aber letzten Endes dafür, dass er als Einziger Familie hatte und er – nachdem seine Brüder im Krieg gefallen waren – deren Burgen erbte. Fesl stellt zum Liedende die berechtigte Frage, ob Sepp jetzt tatsächlich so ein Depp war.
Begleitet wurde der Chor am Akkordeon von Ralf Brendle, der die Sänger auch sicher durch schwierigere Kompositionen führte und bei Solostücken brillieren konnte. Das Publikum war gut unterhalten und bekam am Schluss noch seine geforderte Zugabe.
