Zahlreiche Führungen: Tag des Denkmals in Basel liefert spannende Einblicke

Die Basler Archäologen Delia Weidkuhn und Simon Graber bringen die Vergangenheit Basels ans Licht.
Michael Werndorff- Europäischer Tag des Denkmals in Basel am Samstag, 12. September – Motto „Unterwegs im Kleinbasel“.
- Zahlreiche Führungen zeigen die baukulturelle Vielfalt vom Mittelalter bis 1940er-Jahre.
- Archäologie-Rundgang: Funde vom Fernwärmeausbau, Siedlungsspuren vor 3300 Jahren und römisches Munimentum.
- Touren beleuchten 1960er-Bauboom, ein Haus von 1910 und das Franck-Areal mit geplanter Wohnnutzung.
- WOBA-Siedlung Eglisee von 1930 im Fokus, ein Musterhaus ist zugänglich; alle Angebote sind kostenlos.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vom uralten Dachwerk aus dem Mittelalter und sorgfältig unterhaltener Baumeisterarchitektur der Gründerzeit bis zum behutsam instand gesetzten Kindergarten aus den 1940er-Jahren und einer gelungenen Erweiterung einer typischen Hinterhofbebauung: Der Europäische Tag des Denkmals am Samstag, 12. September, eröffnet Interessierten spannende Einblicke in die Kultur und Architektur Kleinbasels.
Der rechtsrheinische Stadtteil Basels entstand aus einer Mischung aus einem bischöflichen Fronhof, der Kirche St. Theodor und kleinen Siedlungen am rechten Rheinufer. Dort war das Leben stark vom Rhein, der Fischerei, Mühlen und dem Holztransport über das lokale Kanalsystem geprägt. Noch weiter zurück in die Geschichte reichen die Spuren, welche die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt beim Fernwärmeausbau in Kleinbasel zutage fördert.
Die neuen Entdeckungen belegen, dass hier schon vor 3300 Jahren gesiedelt wurde. Dank der Grabungen kennen die Experten auch das spätantike Umfeld des sogenannten Munimentums, das die Römer 374 nach Christus zur Sicherung der Rheingrenze hier errichteten. Interessierte können sich im Rahmen eines Rundgangs einen Überblick über die Funde machen.
Weitere Rundgänge nehmen unter anderem den Bauboom der 1960er-Jahre in Kleinbasel unter die Lupe, erkunden ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1910, das als Schmuckstück im Matthäusquartier gilt, und führen über das Franck-Areal, wo einst das Kaffee-Ersatzprodukt „Franck Aroma“ und später Senf und Mayonnaise (Thomy) hergestellt wurden.
Besondere Atmosphäre
Auf dem jetzigen Parkplatz, wo früher die Fabrikantenvilla stand, soll wieder Wohnraum entstehen. Das Ziel dabei: die Anforderungen von Denkmal- und Klimaschutz gleichzeitig zu erfüllen. Für die Arealentwicklerin Wegwarte sei von Anfang an klar, dass alle bestehenden Gebäude erhalten bleiben sollen, wie es in der Ankündigung heißt. Einerseits, um die besondere Atmosphäre der verlassenen Fabrik und die verschiedenen Raumqualitäten weiterhin spürbar zu lassen, andererseits, um Ressourcen zu schonen und möglichst wenig CO₂ freizusetzen. Wie Wohnen auf kleinstem Raum gelingt, erfahren Teilnehmer beim Besuch der WOBA-Siedlung Eglisee. 13 Schweizer Architekturbüros realisierten im Rahmen der 1. Schweizerischen Wohnungsausstellung Basel (WOBA) 1930 hier eine Mustersiedlung mit modernen Kleinhäusern und Kleinwohnungen auf einem Gelände unweit des Badischen Bahnhofs. Von den 115 Wohnungen für einkommensschwache Schichten waren während der Ausstellung 26 möbliert dem Publikum zugänglich.
Wohnung für das Existenzminimum
Die Siedlung war ein radikaler Beitrag zum damals brandaktuellen Thema der „Wohnung für das Existenzminimum“. Am Denkmaltag kann ein Siedlungshaus von Artaria & Schmidt besichtigt werden. Die Organisatoren des Tags des Denkmals in Basel zeigen bei zahlreichen Führungen und Rundgängen, wie baukulturell und kulturgeschichtlich bedeutsame Objekte dank kluger, angemessener und mitunter ganz einfacher Maßnahmen denkmalverträglich aus der Gefahrenzone in die Zukunft geführt werden können. Weitere Führungen thematisieren vor Ort die vielfältige Bau- und Kulturgeschichte in der Kleinbasler Altstadt und den umliegenden Quartieren.
Die Führungen werden umrahmt vom Mittagskonzert mit dem Kammerorchester Basel und einem jazzigen Denkmaltag-Ausklang im Großen Refektorium beziehungsweise im Hof des Kleinen Klingentals. Alle Führungen und Veranstaltungen am Denkmaltag in Basel sind – wie in der ganzen Schweiz – grundsätzlich kostenlos.