Wollbacher Wehr feiert Jubiläum
: Schauübung und Tortenberge

Die Feuerwehrabteilung in Wollbach feierte rund um die Kandertalhalle mit Festbetrieb und Schauübungen ihr 100-jähriges Bestehen.
Von
Ines Bode
Kandern
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Eine Übung mit heutigen Methoden gehörte auch zum Programm

Ines Bode

Da waren sich die Wollbacher einig: Höchst selten hat ein örtliches Fest solche Ausmaße erlebt wie der zweite Veranstaltungstag anlässlich des 100. Geburtstags der Feuerwehrabteilung. Klein und Groß sowie weitere Abteilungen fanden sich zum Feiern rund um Halle und Schule ein.

Überall tummelte sich das Festpublikum am frühen Nachmittag. Lange Warteschlangen bildeten durstige und hungrige Gäste, die sich im selten genutzten Freigelände hinter der Kandertalhalle ein spätes Mittagessen gönnten. Andere saßen bereits in der Kaffeestube, um sich an den Wollbacher Tortenbergen zu stärken.

In der Halle stieß man auf nahezu verwaiste Tischreihen, aber die Stellwände mit unzähligen Fotos aus früheren Jahren fanden Interesse. Bei den Bildern der Leistungsschau von 1988 kamen Erinnerungen bei manchem hoch.

Ausstellung

Aus der Gründerzeit stammten Uniformen, die und ausgestellt waren. Die Jacken bestehen aus sperrigem Filz, die Rechner Rainer Krey später mit „Gut fühlt sich das nicht an“ kommentiere sollte. Die ersten Helme, zwei an der Zahl, sind aus mittlerweile kostspieligem Messing. Ihre Größe lässt darauf schließen, dass die Köpfe der Altvorderen kleiner waren.

Das ganze Programm, ob nun Ausstellung, Verpflegung oder Vorführung, wurde aufs Beste organisiert. Das galt auch für die Feuerwehrjugend um ihre Leiterin Miriam Scherer. Die Zöglinge betreuten ihren Bereich neben der Halle. Jede der Aktivitäten passte zum Thema des Tages. Ob Riesenpuzzle, ob die eigens aus Heuballen errichtete Feuerwehr zum Toben oder der Spieleparcours. Acht Stationen waren zu absolvieren, die Teilnahmezettel gabs am Stand von Lena und Jaron.

Scherer erklärt, dass ihre fünfzehn Schützlinge alles selbst erdacht und aufgebaut hatten. Sogar an eine Löschstation mit echter Wasserspritze und an Feuerwehrauto-Luftballons war gedacht.

Die Requisiten für die Großen standen an der Schule. Etwa ein wohl hundertjähriger Spritzenwagen und ein rostübersätes und gleichzeitig gepflegt wirkendes Vehikel von Traktor. Ein Kenner aus dem Ort gab ihm hundert Jahre.

Nebenan warteten weitere hochbetagte Anschlüsse mit Schlauchstücken, Werkzeuge sowie zwanzig Helme. Nicht jedes Werkzeug ließ erkennen, wozu es eigentlich gedient hat – so alt ist es. Alles aus dem Besitz von Armin Kreiter, sagt Rainer Krey. Noch ein paar Meter weiter ragte unübersehbar die Kanderner Drehleiter übers Festareal. Wer oben angekommen war, hatte Sicht aus 24 Metern Höhe, gaben die Verantwortlichen Auskunft. Höhenluft schnuppern wollten viele an diesem Tag.

Überall auf dem Festgelände gab es viel zu sehen.

Foto: Ines Bode

Vor allen Mitmachstationen standen Wartende, speziell die Jüngsten. Timo aus Vogelbach thronte auf Papas Schultern. Zweieinhalb Jahre sei der Knirps, der tatsächlich in einer Feuerwehrlatzhose steckte. Andere trugen auf T-Shirts Helden wie Sam.

Schauübung

Nach der ersten Schauübung mit Vorführungen von früher und jeder Menge Muskelkraft, gings in die Neuzeit. Rauch stieg aus einer Garage, die an ein Wohnhaus grenzt. Moderiert wurde das Ganze von Knut Nabbefeld aus Wittlingen. Einsatzleiter war Wolfgang Schmidt, Martin Winkler koordinierte die DRK-Mitwirkung. Nach drei Minuten kam die Feuerwehr und nach fünf Minuten der DRK-Ortsverein. Es galt in Windeseile zu klären, ob nur Brandbekämpfung vorlag oder Personenrettung hinzukam. Dann hieß es, drei Menschen werden vermisst. Unter den Augen hunderter Zuschauer machte sich die Atemschutztruppe ans Werk. Zehn Minuten nach Beginn wurde das erste „Opfer“ entdeckt und dem DRK übergeben, und etwa fünfzehn Minuten später das letzte. Nabbefeld erklärt, bei extremer Rauchentwicklung sehe man rein gar nichts. Auf allen Vieren werde jeder Bereich abgesucht. Der Atem unter der Maske werde eingeteilt: Ein Drittel für die Suche und zwei Drittel für den Rückweg. Nach elf Minuten waren die nachgeforderten Abteilungen aus Holzen und Tannenkirch eingetroffen. Zum Schluss gab es eine große Portion Respekt für die Wollbacher Abteilung um Kommandant Thomas Sütterlin und Stellvertreter Jens Probst.