Wohnraum schaffen
: Eimeldingen kauft Ökopunkte von Kandern

Mit einer Ergänzungssatzung ermöglicht die Gemeinde Eimeldingen den Bau eines Einfamilienhauses. Auch die Stadt Kandern ist an dem Verfahren beteiligt.
Von
Herbert Frey
Eimeldingen
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Auch nach dem Pflanzen von acht Obstbäumen hätten in der Ausgleichsbilanz noch Ökopunkte gefehlt, um in Eimeldingen ein Einfamilienhaus zu errichten. Kandern springt nun in die Bresche (Symbolbild).

Philipp von Ditfurth/dpa

Im Gewann „Goldjuchert“ will ein Grundstückseigentümer ein Einfamilienhaus errichten. Das Grundstück am östlichen Siedlungsrand, in zweiter Reihe an der Binzener Straße gelegen, ist aber formal dem Außenbereich zugeordnet. Weil es zwischen zwei Siedlungskanten liegt und damit wie eine Baulücke anmutet, soll es über eine Satzung dem Innenbereich zugeschlagen werden.

Damit werde der Siedlungskörper sinnvoll abgerundet und Wohnraum geschaffen, so Birthe Fischer von der Lörracher Stadtbau am Donnerstag in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Eimeldingen.

Sie hat die eingegangenen Stellungnahmen aus der Behördenanhörung in den Satzungsentwurf eingearbeitet, der sich auf eine Fläche von gerade mal 1637 Quadratmeter bezieht.

Es seien keine gravierenden Einwände vorgebracht worden, allerdings habe für die Eingriffe in die Natur eine Ausgleichsbilanz erstellt werden müssen. Diese sehe unter anderem die Pflanzung von acht Obstbäumen auf dem Grundstück vor.

Kandern verkauft Ökopunkte

Auch nach dieser Pflanzung würden in der Bilanz aber noch 8337 Ökopunkte offenbleiben, die der Bauherr vom Ökokonto der Stadt Kandern ablöse. Die Stadt Kandern habe durch Maßnahmen zur Aufwertung von Natur ein solches Konto angelegt, über das sie Ökopunkte auch verkaufen könne.

Ausgleich in Eimeldingen gescheitert

Bauherr und Gemeinde hätten sich gemeinsam bemüht, den ökologischen Ausgleich in Eimeldingen zu schaffen, berichtete Bürgermeister Oliver Friebolin. Dies sei aber gescheitert. Denn 8337 Ökopunkte entsprächen der Pflanzung von 17 Bäumen.

Und eine zusammenhängende Fläche, auf der dies möglich wäre, habe der Antragsteller weder privat vor Ort gefunden, noch habe ihm die Gemeinde eine solche anbieten können. Außerdem hätte sich der Bauherr verpflichten müssen, die Bäume dann zehn Jahre lang zu schneiden und zu pflegen. Deshalb greife er nun auf das Ökokonto der Stadt Kandern zu.