Wohnraum in Lörrach
: „Quartier am Zoll“ nimmt Form an

Der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Zollweg – Änderung 1“ wurde im Ausschuss für Umwelt und Technik beraten. Mit dem Bebauungsplan sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das geplante „Quartier am Zoll“ geschaffen werden.
Von
red/pm
Lörrach
Jetzt in der App anhören
In Stetten soll unmittelbar hinter dem Zoll ein neues Quartier entstehen, das unter anderem 80 neue Mietwohnungen umfasst. Die Stadt hat weitere Weichen gestellt. (Archivfoto)

In Stetten soll unmittelbar hinter dem Zoll ein neues Quartier entstehen, das unter anderem 80 neue Mietwohnungen umfasst. Die Stadt hat weitere Weichen gestellt. (Archivfoto)

Kristoff Meller
  • Lörrach plant das „Quartier am Zoll“ in Stetten mit rund 80 Mietwohnungen und Verwaltung.
  • Der Vorentwurf zum Bebauungsplan „Zollweg – Änderung 1“ geht in die frühzeitige Beteiligung.
  • Erhalt des „Alten Zollhauses“, Grünzug an der Grenze, begrünte Dächer und Photovoltaik sind geplant.
  • Erschließung über Basler Straße und Zollweg – Tiefgarage gemeinsam, Stellplatzschlüssel 0,8 je Wohnung.
  • Zeitplan der BImA: Abbrucharbeiten Anfang 2028, Fertigstellung und Bezug voraussichtlich 2031.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vorgesehen sind rund 80 neue Mietwohnungen, ein modernes Verwaltungsgebäude sowie eine gemeinsame Tiefgarage. Das ortsbildprägende „Alte Zollhaus“ an der Basler Straße soll erhalten bleiben. Der Gemeinderat soll am Dienstag, 29. September, über den Vorentwurf und die Durchführung der freiwilligen frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit entscheiden.

„Mit dem „Quartier am Zoll“ soll ein heute bereits bebauter Bereich an der Schweizer Grenze städtebaulich neu geordnet und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig schafft die Planung die Voraussetzungen für zusätzlichen Wohnraum und neue Verwaltungsflächen. Wichtig ist uns dabei, den Bestand und die vorhandenen Grünstrukturen angemessen zu berücksichtigen und die Öffentlichkeit frühzeitig in den weiteren Planungsprozess einzubeziehen“, wird Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić in der Mitteilung der Stadt Lörrach zitiert.

Neues Quartier am südlichen Stadteingang

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) plant auf ihren Grundstücken an der Basler Straße 2 und 4 ein neues Ensemble aus einem modernen Verwaltungsgebäude, einem Wohnblock mit rund 80 Mietwohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage. Das „Alte Zollhaus“ an der Basler Straße 4 soll dabei erhalten werden.

Das Plangebiet liegt im Stadtteil Lörrach-Stetten unmittelbar an der Schweizer Grenze. Es wird im Westen durch die Basler Straße, im Süden durch die Schweizer Grenze, im Osten durch die Bahntrasse der Wiesentalbahn und im Norden durch den Zollweg begrenzt. Der Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans umfasst rund 8400 Quadratmeter. Es soll insbesondere eine Innenentwicklung durch Nachverdichtung ermöglicht werden.

Dabei entsteht Baurecht für zusätzlichen Wohnraum und Verwaltungsflächen. Die rund 80 geplanten Mietwohnungen sollen anstelle von 16 bestehenden Wohnungen entstehen. Für das Verwaltungsgebäude ist vorgesehen, das bestehende eingeschossige Zollamt Stetten in den Neubau zu integrieren. Eine gemeinsame Tiefgarage soll die Fahrzeuge der Wohn- und Verwaltungsnutzung aufnehmen.

Alter Bestand und neue Freiräume

Ein wichtiger Bestandteil der Planung ist der Erhalt des ortsbildprägenden „Alten Zollhauses“. Der Bebauungsplan soll dessen Kubatur sichern. Entlang der Schweizer Grenze ist ein 12 Meter breiter Grünzug vorgesehen. Teile der bestehenden Bäume sollen erhalten bleiben. Zusätzlich sind Baumneupflanzungen sowie weitere Pflanzungen vorgesehen, unter anderem zur Akzentuierung des neuen Zollvorplatzes an der Basler Straße.

Auch die Neubauten sollen in eine begrünte Freiraumstruktur eingebunden werden. Die Flachdächer der Neubauten sollen begrünt und als Retentionsdächer ausgeführt sowie mit Photovoltaik-Modulen belegt werden. Im Süden (= Grünzug) und Osten sind private Grünflächen mit zu erhaltenden Bäumen, neuen Bäumen und Habitatmaßnahmen für Reptilien vorgesehen. Zusätzlich sollen im Bereich der Tiefgarage Pflanzgruben für mindestens drei Bäume entstehen. Im Bereich des Grünzugs soll außerdem die Option auf ein 2,20 Meter breites Gehrecht für die Allgemeinheit gesichert werden.

Damit wird eine Verbindung von der Basler Straße bis zu den Bahngleisen ermöglicht. Die Verbindung dient zugleich als Zugang zu einer möglichen künftigen S-Bahn-Haltestelle an der Grenze.

Mobilität und Erschließung

Die Erschließung des Quartiers soll über die Basler Straße und den Zollweg erfolgen. Die Zufahrt zur gemeinsamen Tiefgarage ist über den Zollweg vorgesehen. Für die geplanten Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen wird ein Stellplatzschlüssel von 0,8 Kfz-Stellplätzen je Wohnung festgesetzt. Grundlage dafür ist ein bereits im Rahmen des vorangegangenen Ideenwettbewerbs erarbeitetes Mobilitätsgutachten.

Öffentlichkeit wird frühzeitig beteiligt

Nach der Vorberatung im AUT soll der Gemeinderat am 29. September über die Billigung des Vorentwurfs sowie die freiwillige frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange entscheiden. Nach einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss wird der Vorentwurf ortsüblich bekannt gemacht und für die Dauer eines Monats auf der Website der Stadt Lörrach veröffentlicht und im Rathaus öffentlich ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange erhalten damit Gelegenheit, zum Vorentwurf Stellung zu nehmen. Die eingegangenen Stellungnahmen werden anschließend dem Gemeinderat zur Abwägung vorgelegt. Die förmliche Offenlage und ihre Beschlussfassung sind für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Danach soll der Entwurf des Bebauungsplans dem Gemeinderat zum Satzungsbeschluss vorgelegt werden.

Wie es weitergeht

Die BImA beabsichtigt, das Vorhaben im Rahmen eines Totalunternehmermodells einschließlich Konzeptvergabe zu realisieren. Die Vergabe soll in enger Zusammenarbeit und direkter Abstimmung mit der Stadt Lörrach erfolgen. Für die Ausschreibung der Planungs- und Bauleistungen wird derzeit eine sogenannte funktionale Leistungsbeschreibung erstellt. Nach aktuellem Zeitplan der BImA sollen die Abbrucharbeiten voraussichtlich Anfang 2028 beginnen. Die Fertigstellung und der Bezug des neuen Quartiers sind für 2031 vorgesehen.