Wichtige Pipeline: Damit Erdgas fließen kann

Die Inbetriebnahme der TENP III-Pipeline wurde am Freitag in Müllheim gefeiert.
Uwe ThomesDie TENP (Trans Europa Naturgas Pipeline) ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) und der Fluxys TENP. Mit ihren zwei Leitungssträngen TENP I und TENP II bildet sie eine der wichtigsten europäischen Verbindungen für die Versorgung mit Erdgas und verläuft auf dem Weg von Rotterdam nach Genua auf etwa 500 Kilometern Länge von der deutsch-niederländischen Grenze bis nach Wallbach an der Schweizer Grenze. Seit Ende 2022 wurden drei Abschnitte der TENP I aus technischer Notwendigkeit ersetzt, wobei der Austausch der Rohre überwiegend in der gleichen Trasse erfolgte, um die Auswirkungen auf die Landschaft zu minimieren. Somit wurde aus der TENP I die TENP III.
6200 Rohre verlegt
Bei dem Mammutprojekt wurden 110 Leitungskilometer mit 6200 Rohren verlegt, 500 Arbeiter waren daran beteiligt. Nach dem Abschluss der Hauptbauarbeiten und den bestandenen Druck- und Qualitätsprüfungen konnte jetzt die technische Inbetriebnahme erfolgen. Mit der Renaturierung und Rekultivierung der von der Leitungsverlegung betroffenen Flächen sollen die letzten Arbeiten noch in diesem Sommer abgeschlossen werden. Klemens Ficht, Regierungsvizepräsident Freiburg, betonte die große Bedeutung der Pipeline nicht nur auf regionaler Ebene, sondern für ganz Deutschland und Europa: „Die TENP ist die wichtigste Nord-Süd-Achse der Gasversorgung und bietet unserer Region zuverlässige Versorgungssicherheit.“
Pragmatische Zusammenarbeit
Er lobte die konstruktive und pragmatische Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung, welche eine zügige und erfolgreiche Fertigstellung ermöglichten. Alexander Schweitzer, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, gratulierte in einer Video-Botschaft und bezeichnete die Inbetriebnahme von TENP III als einen Meilenstein. Detlef Brüggemeyer von der OGE sprach von dem Anlass als einem besonderen Tag für alle und würdigte die TENP als das Rückgrat der Energieversorgung. „Es war eine echte Mannschaftsleistung.“ Eine schwierige Trassenführung speziell im Pfälzer Wald, aber auch die Sicherheit des Personals oder die stets positive Kommunikation mit Landeigentümern und -pächtern sowie Behörden und Unternehmen, gehörten zu den Herausforderungen.
Wasserstoff aus Nordafrika
Ähnlich äußerte sich auch Friedrich Rosenstock von der Fluxys TENP: „Die Zusammenarbeit von OGE und Fluxys TENP war sehr vital und geprägt von Gewissenhaftigkeit und hoher Professionalität.“ In die Zukunft blickend verkündete er: „Die TENP verbindet nicht nur geografisch, sondern auch zeitlich. In wenigen Jahren könne Gas und bald auch Wasserstoff aus Nordafrika zu uns gelangen.“ Wasserstoff werde auf dem Weg zur Klimaneutralität das Gas bald ablösen, verkündete Marius Holst vom Fraunhofer-Institut in seinem abschließenden Vortrag. Aber aufgrund geringer Möglichkeiten zur Eigenproduktion durch Elektrolyse sei man zu 80 Prozent angewiesen auf Wasserstoff-Importe, und das bestehende Leitungs-Kernnetz in Deutschland weise zudem noch relativ große Lücken auf.
Eine Pipeline wie die TENP als kostengünstigste und effektivste Transport-Option könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese Lücken zu schließen, machte der Experte deutlich.