Wahrzeichen von Lörrach
: Die Geologie um Burg Rötteln

Im Rahmen des diesjährigen Jumelage Treffens zwischen Lörrach-Haagen und der Partnerstadt Village Neuf auf der Burg Rötteln und zum 100-jährigen Bestehen des Röttelnbunds organisierten Frank Hofmann und Michael Goltz eine geologische Wanderung rund um die Burg.
Von
red/pm
Lörrach-Haagen
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Es ging auf eine Tour entlang eines Lörracher Wahrzeichens. Hier erklärt Frank Hofmann die Meeressande der Burg Rötteln.

Es ging auf eine Tour entlang eines Lörracher Wahrzeichens. Hier erklärt Frank Hofmann die Meeressande der Burg Rötteln.

Michael Goltz
  • Geologische Wanderung an der Burg Rötteln im Rahmen des diesjährigen Jumelage-Treffens.
  • Frank Hofmann und Michael Goltz führten 16 Teilnehmende, auch aus Village Neuf.
  • Start um 9 Uhr an der Schlossberghalle, zwei Stunden durch den Röttlerwald bei trockenem Wetter.
  • Stationen: Malmkalk-Versturzblöcke, Meeressande und Dogger-Profil, Plattentektonik am Oberrheingraben.
  • Rückweg über tertiäre Schotter, Muschelkalk am Lingert, Keuper-Formationen und Schwarzjura.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Frank Hofmann aus Haagen ist Autor des Buches „Von Intro und Outro, Ein Fotobuch und regional-geologische Weltchronik“, das in der Ortsverwaltung Haagen ausliegt. Er ist Hobbygeologe und Kenner der äußerst vielfältigen regionalen Geologie. Michael Goltz sei dagegen mehr der Paläontologie (Lebewesen und Lebewelten der geologischen Vergangenheit) zugewandt.

Los ging es um 9 Uhr auf dem Parkplatz der Schlossberghalle bei kühlem und vor allem trockenem Wetter. Auf einer zweistündigen Wanderung im Röttlerwald haben die beiden Exkursionsführer dann den 16 Teilnehmern (darunter auch Gäste aus Village Neuf) die vielfältigen geologischen Begebenheiten im Bereich der Burg Rötteln und des Röttlerwaldes erklärt. Die Wegstrecke der geologischen Wanderung orientierte sich dabei an einem imaginären Geologie-Lehrpfad „Rund um Haagen“, den die Exkursionsführer gerne in den nächsten Jahren in die Realität umsetzen würden.

Die Route der Tour

Los ging es ganz bodenständig auf etwa 310 Metern über Normalhöhennull auf der vom Wiese-Fluss vor zehntausenden von Jahren erschaffenen Niederterrasse, auf der die Siedlung Haagen in historischer Zeit entstanden ist. Auf dem „Schlosswegle“ ging es dann steil den Burgberg hinauf, vorbei an den mächtigen Malmkalk-Versturzblöcken (Weißer Jura). Oben auf der Burg gab es die beiden von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LUBW) zur Unterschutzstellung vorgeschlagenen Geotope des oligozänen Meeressandes (Tertiär-Profil) am SW-Turm der Oberburg und das Dogger-Profil des Braunjura an deren Nordseite zu bestaunen. Mit einem kleinen Ausflug ins Fach Plattentektonik und der Beschaffenheit des Oberrheingrabens konnten die steil nach Westen einfallenden Gesteinsschichten des Burgbergs veranschaulicht werden.

Zur Geologie

Die den Oberrhein flankierenden Vogesen und Schwarzwald waren in früher Erdzeit vor etwa 380 bis 290 Millionen Jahren Teil der Varisziden, einem transkontinentalen Kettengebirgsgürtel, der den Superkontinent Pangaea „zusammenhält“. Über die Höhen des Röttlerwaldes mit seinen vielfältigen tertiären Schotterresten von mio-/pliozäner Ur-Kander und eiszeitlichem Wiese-Fluss ging es auf den Rückweg. Vorbei am imposanten „Muschelkalk-Berg“ des Lingert ging es dann wieder hinunter in Richtung Talaue mit einem kleinen Abstecher über die „Kleine- und Große Lichsen“ mit ihren verschiedensten Keuper-Formationen und den langen Phasen nicht überlieferter Zeitabschnitte. Nach dem im „Chappertgraben“ gelegenen geologischen Hotspot „Schnäggewäldele“ und seinen fossilen Lebewelten (Ammoniten, Austern, Belemniten) schloss sich dann mit dem Schwarzjura (Unterjura) der „Kreis der Erdgeschichte“.