Versuchsfeld in Wintersweiler
: Mais wächst in Südbaden auf etwa 44 000 Hektar

24 000 Hektar davon sind Körnermais, der hauptsächlich als Futtermittel verwendet werden.
Von
Jutta Schütz
Kreis Lörrach
Jetzt in der App anhören

In Südbaden wird viel Mais angebaut.

ov

Bei Körnermais werden nur die reifen Maiskörner geerntet, die Restpflanze ist Humuslieferant auf den Feldern. Auf den weiteren rund 19 000 Hektar wächst Silo- oder Biogasmais. Hier wird die ganze Pflanze gehäckselt und in Silos gelagert, teils wandert dieser Mais als Energielieferant in Biogasanlagen. Silomais ist Grundfutter und hoher Energielieferant für Fleisch- und Milchrinder.

Anbauberater Hubert Sprich informierte beim Vor-Ort-Termin in Wintersweiler, dass vom Körnermais aus der Region rund 220 000 Tonnen zu 70 Prozent in die Mischfutterverarbeitung gehen. 28 Prozent werden zu Stärke für Lebensmittel oder zur technischen Verwertung, etwa für die Papierherstellung, verarbeitet.

In Beinheim im Elsass verarbeiten die Firmen Roquette circa 200 000 Tonnen Körnermais (Stärke) und in Marckolsheim Jungbunzlauer/Tereos Syral circa 400 000 Tonnen Mais zu Zitronensäure, Glukose und anderen Stärkeprodukten, so Sprich. Ein kleiner Teil dieser Mengen stammt aus Südbaden. In Freimersheim (Südpfalz) werden etwa 100 000 Tonnen „Speisemais“ – dazu gehören Zuckermais, Hartmais und Popcornmais – zu Maisgries und Mehl für Lebensmittel verarbeitet. Hierbei spielt eine Rolle, dass die Nachfrage nach Speisemais etwa für glutenfreie Backmischungen zunimmt. Maisstärke ist überdies Bindemittel in Soßen, Suppen oder Backwaren.

Maisstärke wird aber auch als Füllstoff bei der Papierherstellung und in der Kosmetik verwendet, zum Beispiel bei Körperpudern und Trockenshampoos. Sie ist zudem ein Bestandteil von Bioplastiktüten und wird bei der Herstellung von manchen Medikamenten benötigt.

Maisstärke kann in jedem Haushalt effektiv bei der Fensterreinigung helfen, berichtet Sprich. Dazu einfach zwei Esslöffel Maisstärke, zwei Esslöffel Essig und 500 Milliliter warmes Wasser in eine Sprühflasche geben, diese so lange schütteln bis sich die Maisstärke aufgelöst hat, dann auf Glas aufsprühen und trocken plieren. Die Maisstärke verhindert die Schlierenbildung und bewirkt einen „Abperleffekt“.