Verleihung im Alten Wasserwerk: Preis für SAK Lörrach und Mathilde-Planck-Schule

Eric Bintz
Bernhard KonradGewürdigt wird die Theaterinszenierung „Vergiss nicht – Erinner’ Dich“, die von den Jugendlichen Sofie Bojko, Elisabeth Briel, Charlotte Brogle, Amélie Bürgin, Sahira Graeter, Mathilda Grether, Michelle Kudiarov, Jonas Sonnenfroh, Lilly Steinebrunner und Miriam Thoma erarbeitet und umgesetzt wurde.
„Die Inszenierung beschäftigt sich mit dem Schicksal dreier Lörracher Familien während der Zeit des Nationalsozialismus. Grundlage des szenischen Theaterstücks sind Recherchen im Museum, in Bibliotheken und Archiven sowie Interviews. Daraus entstand ein Projekt, das Erinnerung lebendig macht und eindrucksvoll zeigt, wie junge Menschen Verantwortung für Demokratie und gesellschaftliches Miteinander übernehmen“, schreiben Eric Bintz (SAK Denkstatt Jugendbeteiligung) und Julia Kopfermann (Mathilde-Planck-Schule) auf der Homepage des SAK.
Projekt fördert Teilhabe und Dialog
Der Preis wird jährlich von der Landesarbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg im Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ in Kooperation mit der Berthold Leibinger Stiftung vergeben.
Die Berthold Leibinger Stiftung schreibt auf ihrer Homepage über ihren Zweck: „Die Stiftung unterstützt gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Einrichtungen und führt eigene Förderprojekte mit dem Ziel durch, innovative Wissenschaft voranzubringen, eine reiche Kulturlandschaft zu erhalten und das soziale Engagement in der Gesellschaft zu stärken.“
Und weiter: „Der Rahel-Straus-Preis ehrt seit 2019 jährlich Projekte und Aktivitäten von Personen und Gruppen in Baden-Württemberg, die sich in vorbildlicher Weise für die Belange einer nachhaltigen Erinnerungsarbeit einsetzen und damit gleichzeitig ein vielfältiges demokratisches Leben in der Gesellschaft fördern. Der Rahel-Straus-Jugendpreis würdigt im Speziellen ehrenamtliche Initiativen und Projekte von Jugendlichen.“
Die Namensgeberin des Preises
Die Jury würdige mit der Auszeichnung insbesondere den nachhaltigen Beitrag des Projekts zu Erinnerungskultur, demokratischer Teilhabe und gesellschaftlichem Dialog, so der SAK.
Die Bertold Leibinger Stiftung informiert auch über die Namensgeberin des Preises: „Rahel Straus wurde 1880 als Tochter eines orthodoxen Rabbiners geboren. 1899 legte sie in Karlsruhe am ersten deutschen Mädchengymnasium das Abitur ab, 1905 examinierte sie als erste Frau an der Universität in Heidelberg im Fachbereich Medizin, 1907 folgte die Promotion – beides äußerst ungewöhnlich für eine Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als Mutter von fünf Kindern arbeitete sie in ihrer eigenen gynäkologischen Praxis. 1933 emigrierte sie nach Palästina, gründete 1952 die israelische ‚Women’s League for Peace and Freedom’, deren Ehrenpräsidentin sie bis zu ihrem Tod 1963 in Jerusalem blieb. Rahel Straus engagierte sich zeitlebens in sozialen, pädagogischen und politischen Fragen.“
Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 2. Juli, um 17.30 Uhr beim SAK im Alten Wasserwerk statt.