Verkehr in Basel: BLT-Trams sollen automatisch fahren

Auf der Trasse der Tram 11 wird eine Teststrecke eingerichtet.
Michael Werndorff- BLT rüstet die Tramlinie 11 für teilautomatisierten Betrieb mit CBTC aus.
- Teststrecke liegt zwischen Freilager in Münchenstein und Landererstrasse in Reinach.
- Ab 2027 starten nächtliche Testfahrten – ab 2028 sollen Fahrten mit Fahrgästen folgen.
- Fahrpersonal überwacht weiter Start, Halt und Türen; Aussensignale entfallen durch 4G/5G.
- Langfristig plant BLT vollautomatische Züge und Trams ohne Personal an Bord nach 2030.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die BLT-Führung legte am Donnerstag in Münchenstein den Grundstein für eine Teststrecke. Sie wird einen Streckenabschnitt der Tramlinie 11 mit dem sogenannten Communications Based Train Control System (CBTC) ausstatten, wie Chef Frédéric Monard vor den Medien sagte.
Dieses ermöglicht in einem ersten Schritt, dass die Trams automatisch fahren können, wobei der Fahrer oder die Fahrerin weiterhin entscheidet, den Start und Halt steuert sowie die Türen öffnet. Ab 2027 werden nächtliche Testfahrten starten.
In einem nächsten Schritt sollen ab 2028 die Trams der Linie 11 automatisch im Fahrgastbetrieb fahren, wobei weiterhin ein Mensch den Fahrweg und den Fahrgastwechsel überwacht. Die BLT nutzt ihre derzeit laufenden Sanierungen auf der Linie 11 dazu, das CBTC gleich dort auszuprobieren.
Für den Verkehr von morgen
„Wir wollen die Infrastruktur, die an ihr Lebensende gekommen ist, nicht nur ersetzen, sondern gleichzeitig die Voraussetzungen für die Mobilität von morgen schaffen“, sagte Monard. Der Test findet auf dem Abschnitt zwischen den Haltestellen Freilager in Münchenstein und Landererstrasse in Reinach statt.
Damit die Reisedauer der Trams genauestens mitverfolgt werden kann, werden passive Sensoren, sogenannte Radio Frequency Identification-Tags im Gleisbett installiert. Sie ermöglichen eine permanente Kommunikation mit dem Fahrzeug. Bei der Grundsteinlegung für das CBTC-Stammnetz montierte die BLT einen ersten solchen Sensor.
Stellwerke und Signalanlagen werden überflüssig
Die BLT nutzt dabei das CBTC-System Nova Pro des Herstellers Stadler. Mit der Umstellung der Trams auf CBTC würden künftig Stellwerke und Signalanlagen wegfallen, sagte David Frei, Leiter Vertrieb und Kundenservice bei Stadler. Durch die 4G/5G-Technologie braucht es im Führerstand keine Aussensignale mehr. Der Trambetrieb wird digitalisiert, was das Personal am Cockpit mitverfolgen kann. Bei der Waldenburgerbahn arbeitet die BLT daran, das Depot zu automatisieren. Somit übernimmt die Technik Vorgänge wie Rangieren und Waschen. In einer unbestimmten Zukunft, nach 2030, sollen die Bahn und Trams auch vollautomatisch und ohne Personal an Bord zirkulieren können, wie Frei weiter sagte.