Unwetter über Lörrach: Donots-Konzert beim Stimmenfestival vorzeitig abgebrochen

Die H-Blockx konnten ihr Konzert noch in kompletter Länge spielen - die darauffolgenden Donots mussten nach gerade einmal drei Stücken abbrechen.
Anja Bertsch"Es gibt eine Unwetter-Warnung. Bringt Euch in Sicherheit." Ungläubige Mienen, irritiertes Um-Sich-Blicken: Meint Stimmen-Chef Timo Sadovnik seine Ansage tatsächlich ernst, wie er da mitten im Donots-Konzert die Bühne betritt und eine Party mit etwa 1500 ausgelassen feiernden Gästen abbricht, die gerade wieder Fahrt aufnimmt? Ja, tut er: Unmittelbar nach seiner Ansage beginnen die Securitys – bis dahin vor allem mit dem Ausgeben von Trinkwasser beschäftigt – damit, den Marktplatz zu räumen und die Gäste in Richtung der Ausgänge zu drängen.
Marktplatz binnen weniger Minuten verwaist
Nach der ersten Irritation folgen die Zuschauer der Aufforderung zügig, binnen weniger Minuten ist der Platz verwaist, auf dem bis dahin etwa 1500 Fans begeistert zu den harten Crossover-Klängen der finalen Stimmen-Bands gerockt und getanzt hatten. Den Auftakt hatten "Gringo Mayer und die Kegelband" gemacht, gefolgt von den H-Blockx, die vielen Besuchern dieses Abends noch von früheren und ganz früheren Auftritten rund um Lörrach, beispielsweise im früheren SAK-Burghof/Alte Feuerwache, bekannt sind: Der Marktplatz ein erstes Mal auf dem Siedepunkt.
Jubelnde Menge auf dem Marktplatz
Nach einer Umbaupause betreten gegen 21.30 Uhr die Donots die Bühne - und haben die bereits ordentlich vorgewärmten Zuschauer schon in wenigen Momenten und nach wenigen harten Akkorden erneut zur jubelnden Menge geformt. Eben noch hat Frontmann Ingo Knollmann angesichts eines in diesem Moment vor allem erstmal erfrischenden Windes gewitzelt, dass andere Künstler anderwo die Regenwolken mit mächtig Technik von ihren Konzerten vertreiben, während hier in Lörrach der ersehnte Regen umgekehrt herbeigerockt wird - da hat das Scherzen ein Ende: "Irgendwo da hinten ist gerade Blitz eingeschlagen", gibt Knollmann eine Info weiter, die ihn offenbar in diesem Moment aus dem Off erreicht - einen Moment später hat Tino Sadovnik das Mikro in der Hand und spricht die Abbruch-Ansage aus. Nochmals ergreift der Donots-Sänger kurz das Wort und wirbt um Verständnis – „So eine Entscheidung fällt keinem Veranstalter leicht" - , da mahnt Sadovnik ihn, zum Ende zu kommen. Die Zeit drängt sehr, so das Signal.
Publium zerstreut sich schnell
Das Publikum zerstreut sich schnell – in die umliegenden Kneipen, ins Zuhause, sofern fußläufig erreichbar, oder an die Bahnhöfe, sofern von auswärts –, wo der Zug zumindest in Richtung Schopfheim erst einmal nicht fährt. Die gut 20-minütige Warterei am Bahnhof sorgt zumindest dafür, dass die um ihr Konzerterlebnis gebrachten Stimmen-Besucher zumindest noch mitbekommen, wie für einige Minuten ein heftig prasselnder Regen einsetzt und einige Blitze über den Himmel flackern. Vielleicht nicht völlig aus der Luft gegriffen, der Not-Stopp, so die Einsicht – wenngleich der Frust über den Abbruch eines Konzert-Erlebnisses, auf das viele lange hingefiebert haben, damit längst nicht weggespült ist.
Donots melden sich per Instagram
Kurz nach dem Konzert-Abbruch melden sich die Donots via Instagram aus den Burghhof-Katakomben: "Es gibt Es gibt Premieren, die muss man nicht unbedingt feiern: Zum ersten Mal in 32 Jahren mussten wir ein Konzert abbrechen", sagt Knollmann darin und schildert nochmals die Ereignisse - "richtig fette Gewitterzelle", "stockduster", "Blitzeinschlag" und die Bitte um Verständnis, dass in diesem Fall die Sicherheit Vorrang hatte - und ein Versprechen: "Wir werden das irgendwie wieder gutmachen an anderer Stelle."