Unterstützung für Schüler
: Prävention beginnt im Klassenzimmer

Seit 25 Jahren ist die Schulsozialarbeit der Caritas im Landkreis Lörrach aktiv. Heute unterstützt sie Schülerinnen und Schüler bei vielfältigen Herausforderungen.
Von
red/pm
Kreis Lörrach
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Schulsozialarbeit spielt eine wichtige Rolle.

Schulsozialarbeit spielt eine wichtige Rolle.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Schulsozialarbeit der Caritas im Kreis Lörrach ist seit etwa 25 Jahren etabliert.
  • Aktuell arbeiten 24 Fachkräfte auf 18,5 Stellen an Grund-, weiterführenden und beruflichen Schulen.
  • Aufgaben werden komplexer: Probleme verstärken sich, oft zeigen sie sich erst im Gesamtbild.
  • Häufige Themen sind Konflikte, seelische Belastungen, Social-Media-Sucht und Schulabsentismus.
  • Prävention hat hohen Stellenwert – Schwerpunkte: Drogen, Medienkonsum, Demokratie und Klassenbildung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Um die Jahrtausendwende war der Caritasverband Initiator für die Einführung der Schulsozialarbeit an einzelnen Schulen im Landkreis. Den Start ermöglichten die katholischen Kirchengemeinden mit einer finanziellen Unterstützung. Heute, etwa ein Vierteljahrhundert später, gehört Sozialarbeit zum selbstverständlichen Qualitätsstandard an allen Schulformen.

Zum Schuljahresbeginn informiert Johann Christoph Hermann, der Fachbereichsleiter Jugend bei der Caritas für den Landkreis Lörrach, einen Einblick in die Schwerpunkte der Arbeit. Der Caritasverband für den Landkreis Lörrach gehört nach wie vor zum größer gewordenen Kreis der Dienstleister, wie der Verband in einer Mitteilung schreibt.

Mit 24 SozialarbeiterInnen auf 18,5 Stellen sei die Caritas derzeit an Grundschulen, weiterführenden Schulen und an beruflichen Schulen im Landkreis tätig. Schulsozialarbeit sehe sich häufiger mit komplexen Aufgabenstellungen konfrontiert, stellt Hermann generell fest. Oft verstärkten sich einzelne Problemlagen gegenseitig oder seien Folge von anderen Schwierigkeiten. Sehr häufig würden sich die belastenden Faktoren erst im Gesamtzusammenhang zeigen, wenn ein Symptom auftauche und die Schulsozialarbeit mit den Betroffenen näher in Kontakt komme, heißt es weiter.„Kleines Problem, verzwickte Problemlage“, so Hermann.

Zu den typischen Belastungen, denen Schüler heutzutage ausgesetzt seien, gehörten klassischerweise Probleme mit Lehrern, Mitschülern oder mit der schulischen Leistung, was nicht selten zu mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl führe. Häufig leideten die Kinder und Jugendlichen unter seelischen Belastungen, die mit der Situation im persönlichen oder familiären Umfeld zusammenhängen. Die wirtschaftliche Situation des Elternhauses und die daraus resultierenden Folgeprobleme können sich im Hintergrund niederschlagen, ebenso Trennungssituationen, aber auch Krankheiten oder Suchtproblematiken in den Familien.

Depressionen und auffälliges Verhalten

Solche Faktoren wirken sich laut Mitteilung auch auf individuelle Problematiken aus wie etwa auf die Konfliktfähigkeit oder die seelische Situation. Depressionen seien genauso zu beobachten wie auffälliges Verhalten. Übermäßiger Social-Media-Konsum oder -Sucht seien weit verbreitete Phänomene. Für viele Schüler stelle auch der Übergang von Schule zu Beruf eine besondere Hürde dar.

Hermann beobachtet in der Praxis immer häufiger, wie sich einzelne Probleme aufschaukeln und dazu führen, dass Betroffene gar nicht mehr in die Schule kommen. Schulabsentismus baut sich oft über einen längeren Zeitraum auf. Deshalb gelte es, Signale frühzeitig zu erkennen und zu handeln, ehe sich die Schülerin oder der Schüler ganz entzieht – nicht nur der Schule, sondern auch den Hilfsangeboten. Die persönlichen Gespräche und Beratungsangebote der Schulsozialarbeit basieren grundsätzlich auf den Prinzipien von Vertraulichkeit, Freiwilligkeit und – im Fall von Konflikten – der Allparteilichkeit.

„Wir verfolgen bei der Caritas einen ganzheitlichen Ansatz bei der Schulsozialarbeit.“
Johann Christoph Hermann
Fachbereichsleiter Caritas

Drogenkonsum gehört zu Schwerpunkten

Reicht die Unterstützung durch die Schulsozialarbeit allein nicht aus, fungierten die Schulsozialarbeiter als Lotsen und kooperieren bei Bedarf mit geeigneten Fachdiensten, heißt es weiter. „Wir verfolgen bei der Caritas einen ganzheitlichen Ansatz bei der Schulsozialarbeit”, so Hermann. Ebenso wichtig wie die Problemlösung im konkreten Einzelfall sei die präventive Arbeit der Schulsozialarbeit. Zu den regelmäßigen Schwerpunkten gehörten Drogenkonsum (Programm “QuoVadis”), Medienkonsum (oft mit Partnern wie der Villa Schöpflin) oder Demokratiebildung. Gerade zum Schuljahresbeginn stehe auch die Klassenbildung oben auf der Agenda.

Für solche Gruppenangebote stellen Lehrer der Schulsozialarbeit Unterrichtszeit zur Verfügung. Mit seinen Zielsetzungen sieht sich die Schulsozialarbeit der Caritas im Einklang mit der Jugendhilfestrategie des Landkreises. Johann Christoph Hermann ist davon überzeugt, dass Schulsozialarbeit ein wirksames System darstellt. „Prävention ist günstiger als Intervention“, sagt Hermann.