Unternehmen in Rheinfelden: Was ein familiengeführter Betrieb aus dem Inhalt von Gelben Säcken herstellt

Begutachten das gereinigte Kunststoffmahlgut, gewonnen aus gebrauchten Verpackungen des Gelben Sacks (v.l.): Alexander Maas, Michelle Werner, Andreas Vogt und Marion Dammann.
Torsten ClementDie Landrätin besuchte gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Südwest, Alexander Maas, und dem Wirtschaftsbeauftragten des Landkreises Lörrach, Torsten Clement, das in Rheinfelden ansässige Unternehmen Vogt-Plastic. Bei einem Rundgang ließen sie sich die Produktionsprozesse des mittelständischen Betriebs zeigen und informierten sich über die aktuelle Unternehmensentwicklung sowie die Herausforderungen, denen sich der Spezialist für Kunststoffrecycling gegenübersieht, heißt es im Nachgang in einem Pressebericht.
Die Firmen-Entwicklung
Empfangen wurden sie von Geschäftsführer Andreas Vogt und Michelle Werner vom Bereich Personalmarketing und Kommunikation. Bei seiner Unternehmensvorstellung zeigte Vogt die Entwicklung des Unternehmens von dem einstmals landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters Josef Vogt in Rickenbach über die Herstellung von Rohren und Profilen zu einem mittelständischen Unternehmen der Kreislaufwirtschaft auf.
Ebenfalls thematisiert wurde der Umzug von Rickenbach und der Aufbau der dortigen Produktion, inklusive des neuen Werks TReCo (Trennen-Regranulieren-Compoundieren), welches am 12. Oktober vergangenen Jahres eingeweiht wurde. Hierbei sind drei Hallen sowie ein Büro- und Laborgebäude entstanden. Im neuen Werk finden die Aufbereitung des Kunststoffmahlguts, die Farbtrennung, die Qualitätskontrolle sowie die Extrusion statt. Im anschließenden Gespräch wurden wirtschaftliche, politische und auch rechtliche Rahmenbedingungen thematisiert, heißt es weiter.
Aktuelle Herausforderung
Geschäftsführer Andreas Vogt wies auf aktuelle Herausforderungen hin, wie etwa die schwankende Marktlage für Rezyklate und die hohen Energiekosten. Gleichzeitig unterstrich er das große Innovationspotenzial der Branche und den Beitrag, den Unternehmen wie Vogt-Plastic zur Erreichung der Klimaziele leisten können.
Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Betriebsanlagen erhielten die Besucher Einblicke in die verschiedenen Schritte der Kunststoffverarbeitung – von der Anlieferung und Sortierung sowie der Reinigung bis zur Herstellung hochwertiger sorten- und farbenreiner Regranulate, die als Rohstoff in der Kunststoffindustrie erneut Verwendung finden. Dabei verarbeitet Vogt-Plastic mit seinen rund 360 Mitarbeitern in Südbaden und in Brandenburg die Gelben Säcke von jeweils rund 2,5 Millionen Bürgern der jeweiligen Region.
„Vogt-Plastic leistet mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und damit auch zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Die Prozesse hier zeigen eindrucksvoll, wie moderne Technologie und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können“, wird Dammann in der Mitteilung zitiert
Fachkräfte sichern
Ein weiteres Thema war die Fachkräftesicherung: Vogt berichtete über die Initiativen des Unternehmens, junge Menschen für technische Berufe zu begeistern – etwa durch Ausbildungsplätze und Kooperationen mit regionalen Bildungseinrichtungen.
Dammann lobte das Engagement des Unternehmens: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie ein familiengeführter Betrieb mit langjähriger Erfahrung Verantwortung für die Region übernimmt und gleichzeitig international wettbewerbsfähig bleibt. Die Arbeit von Vogt-Plastic ist ein gutes Beispiel für die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Landkreis Lörrach.“ Der Besuch unterstreicht laut Medienmitteilung die Bedeutung des kontinuierlichen Dialogs zwischen Politik und Wirtschaft, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln.