Unfälle in Grenzach-Wyhlen
: Polizei kündigt Radarkontrollen an

Weil in Grenzach-Wyhlen zu viel gerast und rücksichtslos überholt wird, plant die Polizei Gegenmaßnahmen.
Von
Tim Nagengast
Grenzach Wyhlen
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Die Polizei will ein schärferes Auge auf den fließenden Verkehr in Grenzach-Wyhlen haben.

Tim Nagengast

Verkehrsdisziplin ist oftmals über den Geldbeutel zu erreichen. Diese Karte will die Polizei spielen, um Verkehrssünder zur Raison zu bringen. Denn in der Doppelgemeinde besteht diesbezüglich augenscheinlich Handlungsbedarf, wie den Ausführungen von Rheinfeldens Polizeirevierleiter Spencer Diringer im Rahmen der jüngsten Hauptausschusssitzung in Grenzach-Wyhlen zu entnehmen war. Zwar habe sich im vergangenen Jahr kein Unfallschwerpunkt herauskristallisiert, doch stelle die Polizei eine Vielzahl an „deutlichen Geschwindigkeitsübertretungen“ sowie „fehlende Rücksicht beim Überholen“ fest.

Diringer zufolge soll es daher verstärkte Radar- und auch sonstige Verkehrskontrollen geben. „Da steht dann nicht dieser dunkle Blitzkasten, sondern man muss dann einfach damit rechnen, dass wir irgendwo unerkannt mit dem Laser stehen und messen“, sagte der Rheinfelder Revierleiter. Seinen Ausführungen zufolge ist die Zahl der auf nichtangepasste Geschwindigkeit zurückzuführenden Unfälle im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um 200 Prozent gestiegen.

Überholen war Unfallursache

Fünfmal war Überholen die Unfallursache – im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein dickes Plus von 400 Prozent. Wie Diringer im Hauptausschuss sagte, könnten solche Zahlen nicht einfach so hingenommen werden. Seine Behörde müsse und werde gegensteuern. Die Zahl der Verkehrsunfälle (125) lag in Grenzach-Wyhlen im vergangenen Jahr deutlich über dem Fünfjahresschnitt. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 verzeichnete die Polizei 101, im Folgejahr 106 und anno 2023 genau 113 Unfälle. Mit 143 Unfällen bildet das Jahr 2022 den statistischen Spitzenreiter. Auch die darin enthaltene Zahl von Unfällen mit Personenschaden ist mit 44 der zweithöchste Wert innerhalb von fünf Jahren.

Trauriger Höchstwert erreicht

39 Leichtverletzte waren 2024 zu beklagen, was ebenfalls vergleichsweise viel ist (2021: 20 Leichtverletzte, 2023: 28). Mit zwölf Schwerverletzten anno 2024 ist innerhalb von fünf Jahren ein trauriger Höchstwert erreicht worden. Selbst im unfallträchtigsten Jahr 2022 verzeichnete die Polizei „nur“ sieben schwerverletzte Personen.