Umfrage in der Schweiz
: SVP-Wähler nehmen Hitze anders wahr

Eine Umfrage von „20 Minuten“ und Tamedia fördert Überraschendes zutage. So spielt offenbar auch die politische Einstellung eine Rolle dabei, als wie belastend die Schweizer Bürger die Hitze im Sommer empfunden haben.
Von
sda
Basel
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Die hohen Temperaturen im Sommer treiben auch die Bevölkerung in der Schweiz weiter um.

Die hohen Temperaturen im Sommer treiben auch die Bevölkerung in der Schweiz weiter um.

Hannes P. Albert/dpa
  • Umfrage zeigt: 74 Prozent empfanden den Sommer 2026 als sehr oder eher belastend.
  • Frauen litten häufiger unter Hitze als Männer, auch gesundheitlich mit Schlaf- und Kreislaufproblemen.
  • Politische Unterschiede: Grüne nahmen Hitze stärker belastend wahr, SVP-Anhänger am zufriedensten.
  • 84 Prozent sorgen sich um Natur und Landwirtschaft, Zukunftsangst erreicht einen Wert von 7,0.
  • Ein Drittel passt Verhalten an: weniger Flüge, mehr ÖV, Energiesparen – Ferien öfter in Norden oder Berge.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Hitzesommer hat die Schweizer Bevölkerung stark belastet. Eine große Mehrheit empfand die Temperaturen als unangenehm und litt unter gesundheitlichen Folgen.

Sorgen bereiten auch die Auswirkungen auf die Natur. Insgesamt empfanden 74 Prozent der Schweizer Bevölkerung den Sommer 2026 als sehr oder eher belastend, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von „20 Minuten“ und Tamedia hervorgeht. Nur ein Viertel der Befragten fand ihn sehr oder eher angenehm.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Frauen fühlten sich von der Hitze deutlich stärker beeinträchtigt als Männer. 46 Prozent der Frauen empfanden den Sommer als sehr belastend, bei den Männern waren es 31 Prozent.

Auch die politische Einstellung spielte eine Rolle: Während die Hälfte der Wählerschaft der Grünen die Hitze als sehr belastend wahrnahm, zeigten sich SVP-Sympathisanten am zufriedensten: 36 Prozent von ihnen empfanden den Sommer als angenehm.

Personen in Haushalten mit einem Einkommen bis 4000 Franken litten stärker (46 Prozent sehr belastend) als jene mit einem Einkommen von über 16 000 Franken (30 Prozent). Die hohen Temperaturen führten bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Problemen. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) gab an, starke oder sehr starke körperliche Beeinträchtigungen wie Schlafstörungen oder Kreislaufprobleme erlitten zu haben. Auch hier waren Frauen mit 46 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer mit 29 Prozent.

Sorge um Natur und Landwirtschaft

Eine große Einigkeit herrschte bei den Befragten zu den Folgen für die Umwelt. 84 Prozent der Befragten zeigten sich besorgt über die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit auf die Natur und die Landwirtschaft in der Schweiz. Frauen äußerten mit 58 Prozent (sehr große Sorgen) eine höhere Besorgnis als Männer (39 Prozent). Die Angst vor den Folgen des Klimawandels sei in der Bevölkerung stark verankert, hieß es. Auf einer Skala von 0 (keine Angst) bis 10 (sehr beängstigend) erreichte die Zukunftsangst einen Durchschnittswert von 7,0.

Konkret äußerte sich dies auch in der Sorge um die Trinkwasserversorgung. Zwei Drittel der Bevölkerung befürchten, dass es in den kommenden Jahrzehnten in der Schweiz zu einer Trinkwasserknappheit kommen könnte. Dabei gab es bei den Altersgruppen und Siedlungstypen keine großen Unterschiede.

Ein Drittel hat sein Verhalten geändert

Ein gutes Drittel der Befragten verhält sich laut der Umfrage nach eigenen Angaben bereits seit Langem klimaschonend. Demgegenüber gaben 14 Prozent an, ihr Verhalten überhaupt nicht geändert zu haben. Frauen (40 Prozent) gaben deutlich häufiger als Männer (29 Prozent) an, sich schon lange klimaschonend zu verhalten. Umgekehrt war der Anteil der Männer, die keine Änderungen vornahmen, mit 21 Prozent dreimal so hoch wie bei den Frauen (sieben Prozent).

Neue Pläne für die Sommerferien

Wer konkrete Anpassungen vornahm, tat dies vor allem durch Energiesparen im Haushalt (31 Prozent) und durch bewussteren Konsum. Genannt wurden auch die Reduktion von Flugreisen (26 Prozent), der Verzicht auf das Auto zugunsten des öffentlichen Verkehrs oder des Velos (23 Prozent) sowie ein geringerer Konsum von Fleisch und Milchprodukten (19 Prozent).

Die Hitze in Südeuropa führe bei vielen Befragten zu einer Anpassung der Ferienpläne. 29 Prozent ziehe es künftig für die Sommerferien eher in die Berge, rund ein Viertel bevorzugt nördlichere Länder. Weitere Strategien seien die Verlegung von Badeferien in den Frühling oder Herbst. 18 Prozent gaben an, generell nicht zu reisen. Demgegenüber hielten 14 Prozent an warmen Reisezielen fest, weil sie hohe Temperaturen schätzen. Personen mit höherer Bildung oder höherem Einkommen weichen öfter in den Norden oder in die Berge aus, wie die Umfrage festhielt. Befragte mit tieferem Einkommen (bis 4000 Franken) oder obligatorischem Schulabschluss gaben hingegen überdurchschnittlich oft an, gar keine Reisen zu unternehmen (38 beziehungsweise 31 Prozent), heißt es weiter.