Tüllinger Weinmarkt in Lörrach
: Stelldichein der Markgräfler Winzer

Seit 26 Jahren ist der Weinmarkt in Tüllingen ein beliebter Treffpunkt der Freunde des regionalen Weines. Erstmals sind auch Winzer aus der Region Le Marche (Marken) in Italien dabei.
Von
Anita Indri-Werner
Lörrach
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Beste Stimmung herrschte angesichts des spätsommerlichen Wetters bei den Beschickern des Tüllinger Weinmarkts wie auch bei den Besuchern. Viele von ihnen kommen jedes Jahr wieder zu der Traditionsveranstaltung.

Anita Indri-Werner

Bei herrlichem Spätsommerwetter eröffnete Oliver Ruser vom Weinbau Ruser an der Seite der Markgräfler Weinprinzessin, Rosa Kost, und Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz den Weinmarkt. Zwölf Winzern aus der Region galt der Dank. Erstmals dabei seien Winzer aus der Region Le Marche (Marken) in Italien. Dem Tüllinger Kindergarten, der für die „süßen Gelüste“ sorgte, und dem Schnäggeverein, der im zweiten Jahr Flammkuchen anbot, galt sein Dank ebenfalls.

„Tüllingen ist der schönste hoch gelegene Ort Lörrachs“, stellte Oberbürgermeister Jörg Lutz fest. Wein könne fröhlich, allein, in Gesellschaft, wenn man hungrig sei und natürlich wenn sich der Durst einstellt, getrunken werden, zitierte der OB eine „legendäre Frau aus der Champagnerherstellung in Frankreich“.

Weinprinzessin eröffnet erstmals einen Weinmarkt

Sie sei sehr herzlich empfangen worden und werde auf jeden Fall wieder kommen, sagte die Markgräfler Weinprinzessin Rosa Kost. Vom breiten regionalen Angebot, von der Gemeinschaftlichkeit und der Geselligkeit zeigte sich die Hoheit beeindruckt. Es sei „richtig toll“, dass so viele Winzer vor Ort seien und dies, obwohl der Herbst bereits begonnen habe.

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Schwarzwälder Bote

Die Weinprinzessin, die zum ersten Mal einen Weinmarkt eröffnete, machte sich zusammen mit Oliver Ruser und Oberbürgermeister Jörg Lutz auf den Weg, um die angebotenen Weine zu degustieren. An jedem Stand waren Neuerungen oder Spezialitäten zu finden. Drei Zukunftsweine gab es bei Günter und Annette Kaufmann aus Efringen-Kirchen zu kosten. Von Anfang an nimmt das Winzerpaar am Tüllinger Weinmarkt teil.

Interessiertes Publikum treffen, die angenehme Atmosphäre genießen und die Chance nutzen, Neukunden zu gewinnen, das ist ihre Motivation. Hinzu kommt, dass viele Stammkunden begrüßt werden können. Dominik und Markus Ernst aus Wittlingen – das Weingut wurde in diesem Jahr Bio-zertifiziert – wollen die Stammkundschaft betreuen und sehen die Möglichkeit, Interesse an ihren Weinen zu wecken.

Stammpublikum kann Neues entdecken

Neues vorzustellen, auch das sei am Weinmarkt möglich. Eine schöne Veranstaltung sei der Weinmarkt, sagt Jörg Bürgin, der Junior Chef vom Hofgut Sonnenschein. Dreimal nahm das Hofgut bereits teil und die Erfahrung sei stets positiv gewesen. Zwei ECO Weine Winner 2025 sind im Sortiment bei den Weinen, die aus 95 Prozent Piwi-Reben (pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, die Redaktion) gekeltert wurden. Mit Blumen dekoriert war der Stand des Weinbau Ruser. Auch hier stehen die Betreuung der Stammgäste und die Gewinnung von Neukunden im Fokus.

Entspannte Atmosphäre kommt bestens an

Seit 2017 gibt es das Weingut Schöpflin in Binzen. Dreimal haben Dina Burkhardt und Timo Schöpflin schon am Weinmarkt teilgenommen. Das Paar hat sich einen „Weinmarkt Rabatt“ ausgedacht. Nicht hektisch, eher entspannt, verbunden mit guten Erfahrungen, so sehen Wolfgang Müller und Josha Schmidt von den Haltinger Winzern die Veranstaltung.

Christoph Schneider vom Weingut Schneider hat einen neuen Jahrgang Lörracher Spätburgunder, der separat ausgebaut wurde, im Sortiment. Dazu einen kompletten 2023er Jahrgang, der Bio-zertifiziert ist. Der Austausch mit den Kollegen und mit den Interessierten, das gefällt Schneider.

Gleich nebenan steht der Stand vom Weingut Röschard aus Weil am Rhein. Zweifelsohne sei dies ein interessanter Markt mit einem weinaffinen Publikum. Das Ambiente, der dörfliche Charakter und die Möglichkeit, sich über ein breites regionales Weinangebot zu informieren, mache diesen Markt interessant. Somit sei diese Veranstaltung ein wichtiger Baustein für die Neukundengewinnung.

Bereits im Vorfeld machte Hans Krebs aus Binzen Werbung bei seinen Kunden. „Die Kunden sind überzeugt von unseren regionalen Weinen“, stellt Krebs fest. Gerhard Aenis nimmt zum letzten Mal teil. Mit ihm am Stand steht sein Nachfolger Vinzent Greiner. Der hat eine Besonderheit zu zeigen: eine Flasche Müller-Thurgau, die mit einem Kronkorken verschlossen ist. „Der Tüllinger Weinmarkt ist der einzige Markt, den ich gerne besucht habe“, sagt Aenis. Hier herrsche eine gute friedvolle Stimmung und der Nachlauf sei in jedem Jahr gut gewesen.

Seit 2002 nimmt Dirk Brenneisen mit seinen Weinen teil „Scharewaie“ gibt es ebenfalls bei ihm zu kaufen. Wein sei Geschmackssache, daher freue er sich über den Austausch mit den Besuchern. Die Resonanz sei stets gut gewesen, ebenso die Nachläufe.

Was die Weinfreunde zu dem Angebot sagen

Und was sagen die Weinfreunde? „Ich liebe leichte, fruchtige Weißweine, eben richtige Sommerweine. Ganz sicher werde ich hier einen Favoriten finden“, ist Rahel Waibel überzeugt. Sie kommt sehr oft mit Freunden zum Tüllinger Weinmarkt. Die Vielfalt der angebotenen Weine und alles probieren zu können, das mache Spaß. Gerne kaufe sie Weine aus der Region.