TSV Kandern: Ringer feiern ihr 75-jähriges Bestehen

Die Ringer des TSV Kandern sind seit 2024 wieder in der Oberliga Südbaden.
zVgAm Anfang der Geschichte der Ringerabteilung des TSV Kandern steht ein denkbar knapper Zeitungsaufruf und eine gebrauchte Sportmatte. 1950 inserierte der damals gerade aus Berlin ins Markgräflerland gezogene Ringer Alfred Richter recht lapidar: „Wer Interesse am Ringen hat, soll sich melden.“ Richter wollte eine Mannschaft gründen, doch sein Appell fand nur zögerlichen Anklang. In den ersten Jahren wurde auf einer uralten, in Freiburg gebraucht erworbenen Turnmatte trainiert. Laut Jubiläumsschrift ging, als die Kanderner endlich Mannschaftsstärke erreicht hatten, der erste Kampf gegen die Lörracher Ringer mit 6:2 verloren. Bis 1953 gehörte die Ringerabteilung – geleitet von Alfred Richter – zum TV Kandern und spaltete sich als KSV Kandern vom Hauptverein ab. Erst 1964 vereinten sich der TV Kandern 1844, der KSV Kandern 1950 und der Tischtennisverein zum TSV Kandern 1844.
Acht deutsche Meister hervorgebracht
Nach dem ersten Vierteljahrhundert Vereinsgeschichte hatten sich die Sportler in die zweite Bundesliga gekämpft. Und die Erfolgsgeschichte schrieb sich fort. Bis heute hat der TSV Kandern acht deutsche Meister hervorgebracht: Günter Jurth (1965), Markus Weber (1998), Melanie Bechtel (1998-2001), Erik Mauer (2005 und 2007), Jennifer Wagner (2017), Alina Weber (2021) und Luisa Schwald (2023). Dass ab der Jahrtausendwende das Frauentraining intensiviert wurde, zeigte Erfolg: Ausnahmetalent Melanie Bechtel holte drei Jahre in Folge (1998-2001) nach drei Titeln im Jugendbereich den Titel als Deutsche Meisterin, 2000 wurde sie Europameisterin in Bratislava. Nach Höhen und Tiefen in den verschiedenen Ligen – die gut dokumentierte Vereinsgeschichte lässt sich in der Jubiläumsschrift nachlesen – erlebt der Verein seit 2021 mit einer jungen, ehrgeizigen Mannschaft, die vom Knowhow der alten Hasen profitiert, ein sportliches Comeback: Drei Aufstiege in Folge führten das Team 2024 zurück in die Oberliga Südbaden.
Das Ziel ist klar: Klassenerhalt
Das Ziel für die kommende Saison ist klar: Klassenerhalt. Mit einem Durchschnittsalter von nur 21,5 Jahren ist dieser Erfolg laut Vorsitzendem der Ringerabteilung, Maik Scheurer, umso beachtlicher und lasse für die kommenden Jahre auf Großes hoffen. Was die Ringerabteilung besonders mache, so Scheurer, sei neben dem sportlichen Erfolg das gelebte „Wir-Gefühl“. Auf der Matte seien die Sportler Einzelkämpfer, abseits davon stehe „eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stärkt und trägt – von den Jungringern, die Aktivmannschaft über die Zuschauer und Fans bis zur Vorstandschaft.“ Die Ringerabteilung ist ein fester Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Kandern. Seit seiner Gründung beteiligt sich der Verein am Budenfest und vielen weiteren Veranstaltungen.
Das Festwochenende
Das Jubiläumswochenende im Mühlischopf Riedlingen beginnt am Samstag, 12. Juli, um 18.30 Uhr mit einer Begrüßung und einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Im Anschluss sorgt ab 20 Uhr die Partyband „Schwarzwald Quintett“ für musikalische Unterhaltung und einen stimmungsvollen Abend mit Grillwurst und Bar.
Am Sonntag, 13. Juli, beginnt der Festbetrieb um 10.30 Uhr mit Frühschoppen, einem reichhaltigen Essensangebot mit dem typischen Ringer Jäger- und Zigeunerschnitzel, und einer Kaffeestube. Zum Abschluss gibt es ab etwa 16 Uhr eine musikalische Begleitung durch die „Schlageroldies“, Thomas Wengert und Iris Hüttlin. Als Höhepunkt des Sonntagsprogramms wird das Gaudi-Tauziehturnier ab 12 Uhr angekündigt. Teilnehmer sind Mannschaften aus der Region, die Siegerehrung erfolgt um 16 Uhr.