Tourismus leidet unter Krieg
: Warum deutsche Gäste jetzt besonders wichtig für Schweizer Hotels sind

Kaum Gäste aus Asien: Der Schweizer Tourismus leidet unter dem Iran-Krieg. Deutschland und die USA erweisen sich dagegen als wichtige Stützen für die Hotellerie.
Von
Jan Boller
Region
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18.08.2026, Schweiz, Urnerboden: Geschmückte Kühe kommen von den Bergalmen hinunter. Rund 40 Alpfamilien ziehen bei der "Bodäfahrt" mit über 1000 Stück Vieh von den höheren Weiden in 1600 Meter bis 2000 Meter Höhe am Klausenpass für die nächsten vier Wochen auf die tiefer gelegenen Alpen bei Urnerboden auf 1370 Meter Höhe. Foto: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Übernachtungen mit Gästen aus dem Ausland nahmen in der Schweiz um 2,6 Prozent ab.

Urs Flueeler/dpa
  • Schweizer Hotellerie verzeichnet im August 2026 weniger Übernachtungen – minus 2,1 Prozent.
  • Ausländische Gäste fehlen: Rückgang um 2,6 Prozent, stark aus Golfstaaten und China.
  • Gründe laut BFS: Iran-Krieg stört preiswerte Flugrouten über Dubai, Abu Dhabi oder Doha.
  • Heimmarkt, Deutschland und USA stützen die Nachfrage, teils mit Zuwächsen seit Jahresbeginn.
  • Branche erwartet eher Stabilisierung; im Sommer blieb die Nachfrage insgesamt robust.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Schweizer Hotellerie spürt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs: Im August ist die Zahl der Übernachtungen erneut gesunken. Vor allem aus Asien reisen weniger Touristen nach Europa und somit in die Schweiz. Im August ging aber auch die inländische Nachfrage zurück.

Insgesamt sank die Zahl der Übernachtungen im August 2026 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 4,88 Millionen, wie das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt. Erste Schätzungen dazu hatten bereits einen Rückgang in dieser Größenordnung erwarten lassen.

Deutlich weniger Gäste aus Indien

Die Übernachtungen mit Gästen aus dem Ausland nahmen um 2,6 Prozent ab, wobei die Golfstaaten (minus 15 Prozent) sowie China (minus neun Prozent) unter den wichtigsten Herkunftsmärkten die deutlichsten Rückgänge verzeichneten. Einen Rückgang verbuchten die Hotels aber auch mit inländischen Gästen (minus 1,5 Prozent).

Im August hat sich das Geschäft in den Schweizer Hotels nach dem leichten Aufbäumen im Juli (plus 0,5 Prozent) somit wieder abgeschwächt. Im bisherigen Jahresverlauf (Januar bis August) ging die Zahl der Übernachtungen gegenüber derselben Periode im Rekordjahr 2025 um 0,7 Prozent auf 30,2 Millionen zurück.

Der Rückgang ist laut Bundesamt primär auf fehlende Gäste aus dem Ausland zurückzuführen. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs sinken die Gästezahlen insbesondere aus Asien oder den Golfstaaten. Der Grund: Beliebte und preiswerte Flugrouten über Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha sind wegen des Krieges erheblich gestört.

Deutschland, USA und Schweiz als Stützen

Konkret sanken die Übernachtungen mit Gästen aus dem Ausland im Achtmonats-Zeitraum um 2,2 Prozent auf 15,5 Millionen. Die Übernachtungen mit Gästen aus Indien gingen etwa um 23 Prozent, aus den Golfstaaten um 16 Prozent und aus China um knapp 7 Prozent zurück.

Stützen für die Hotellerie in der Schweiz bleiben der Heimmarkt sowie die beiden wichtigsten Auslandsmärkte USA und Deutschland. Bei Schweizer Gästen stiegen die Übernachtungen bis Ende August – trotz des jüngsten Rückgangs – um 0,9 Prozent auf 14,6 Millionen.

Reisende aus Deutschland buchten in derselben Periode 2,76 Millionen Übernachtungen, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 1,2 Prozent entspricht. Und auch US-Gäste übernachteten mit 2,57 Millionen Mal häufiger in der Schweiz als im Vorjahr, ein Plus von 0,9 Prozent. Im August gingen die US-Übernachtungen allerdings zurück.

Rückläufige Entwicklungen waren seit Jahresbeginn mit Gästen aus einigen weiteren größeren Herkunftsmärkten auszumachen: Die Übernachtungen britischer Touristen gingen um 3,7 Prozent zurück, mit Gästen aus den Niederlanden belief sich das Minus auf 3,3 Prozent und mit Gästen aus Frankreich auf 0,6 Prozent.

Trotz geopolitischer Unsicherheiten habe sich die Hotel-Nachfrage in der Schweiz im Sommer insgesamt robust entwickelt, hält der Branchenverband Hotellerie Suisse auf Nachfrage fest. Während einzelne Fernmärkte Rückgänge verzeichnet hätten, habe der Heimmarkt eine wichtige Stabilisierungsfunktion übernommen. Für die Zukunft rechnet der Verband eher mit einer Stabilisierung als mit einer weiteren Verschärfung der Lage.