Theater Tempus fugit
: Mit „Nur Mut“ und „Aufbruch“ in die berufliche Zukunft

Das Theater Tempus fugit in Lörrach begleitet junge Menschen bei der Berufsorientierung und der Suche nach ihrem eigenen Weg.
Von
red/pm
Lörrach
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Die Spielstätte von Tempus fugit im Lörracher Adlergässchen

Die Spielstätte von Tempus fugit im Lörracher Adlergässchen. Die beiden Theaterprojekte „Nur Mut“ und „Aufbruch“ verzeichnen einen Teilnehmerrekord.

Alexander Anlicker
  • Theater Tempus fugit unterstützt Jugendliche bei Berufsorientierung und Zukunftsplanung.
  • „Nur Mut“ erreichte dieses Jahr 1781 Schüler in 24 Aufführungen an mehreren Orten.
  • Schülerinnen und Schüler verändern Szenen und testen Handlungsoptionen – Konzept seit über 20 Jahren.
  • Projekt richtet sich vor allem an Klassen 9 und 10, Vorbereitung mit Schulen und Agentur für Arbeit.
  • „Aufbruch“ für ab Klasse 11: Treffen mit Führungskräften und kreative Arbeit mit Theater-„Avataren“.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Welche Ausbildung passt zu mir? Wo liegen meine Stärken? Und wie finde ich heraus, welcher Weg der richtige für mich ist? Mit diesen Fragen beschäftigen sich viele Jugendliche am Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Das Theater Tempus fugit setzt genau hier an: Mit den Projekten „Nur Mut“ und „Aufbruch“ unterstützt es junge Menschen dabei, berufliche Möglichkeiten zu entdecken, Entscheidungen zu hinterfragen und eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln. „Nur Mut“ verzeichnete dabei einen neuen Teilnehmerrekord, teilt das Theater mit.

Insgesamt 1781 Schüler besuchten die 24 Aufführungen in diesem Jahr. Das Theater war dafür in Laufenburg, Bad Säckingen, Hohentengen am Hochrhein, Weil am Rhein, Rheinfelden, Zell im Wiesental und Müllheim unterwegs und erreichte damit Jugendliche in den Landkreisen Lörrach, Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald.

Berufsorientierung auf der Bühne

Bei „Nur Mut“ erleben die Jugendlichen zunächst ein Theaterstück, das sich mit den Herausforderungen der Ausbildungssuche und der Berufswahl auseinandersetzt. Doch anders als bei einer klassischen Aufführung bleibt es nicht beim Zuschauen: Anschließend können die Schüler gemeinsam mit den Schauspielern Szenen verändern und alternative Handlungsweisen ausprobieren. So werden sie selbst zu Mitgestaltern der Geschichten und können unterschiedliche Möglichkeiten für den eigenen Lebensweg erkunden.

Seit mehr als 20 Jahren hat sich das Konzept bewährt. Dabei bleibt das Stück nicht stehen, sondern wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die acht Figuren, die das Herzstück von „Nur Mut“ bilden, sind bis heute erhalten geblieben. Ihre Namen, Lebensgeschichten und beruflichen Perspektiven werden jedoch regelmäßig aktualisiert. Grundlage dafür sind Gespräche mit zahlreichen Jugendlichen, deren Erfahrungen und Vorstellungen in die theaterpädagogische Arbeit einfließen.

Das Projekt richtet sich vor allem an Schüler der Klassen 9 und 10 an Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Werkrealschulen sowie an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Damit die Aufführungen möglichst gut auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, beginnen die Vorbereitungen bereits Wochen im Voraus. Dazu gehören Absprachen mit Schulen, Sponsoren und der Agentur für Arbeit ebenso wie Proben und die inhaltliche Aktualisierung des Stücks.

Unternehmen nutzen das Projekt, um mit potenziellen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen. Sponsoren, die Nachwuchskräfte suchen, erhalten die Gelegenheit, sich gemeinsam mit ihren Auszubildenden vorzustellen und Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu geben.

Initiiert wurde „Nur Mut“ im Jahr 2003 von der Wirtschaftsförderung der Stadt Lörrach. Seit 2005 beteiligt sich die Agentur für Arbeit Lörrach mit einer Kofinanzierung von 50 Prozent an deUmsetztung. Seit 2011 unterstützen die Sparkassenstiftung Jugend Bildung Umwelt der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden sowie die Stiftung der Sparkasse Wiesental jede Staffel als Hauptsponsoren.

Ein starkes Netzwerk für junge Menschen

Auch zahlreiche weitere Unternehmen, Stiftungen und Organisationen tragen das Projekt. Aufgrund der positiven Erfahrungen fördert der Verein Chemie und Pharma am Hochrhein jährlich vier Aufführungen. Neu hinzugekommen ist Carhartt Work in Progress, das neben der finanziellen Unterstützung auch die Ausrüstung für die Darsteller*innen finanziert hat. Die Schluchseewerke ermöglichten zudem erstmalig eine Aufführung.

Weitere Förderer der Herbststaffel waren ARaymond, Endress+Hauser Level +Pressure , Freinwerktechnik  Hago, Naturenergie, Sibalco, die Sparkasse Markgräflerland, die Volksbank Klettgau-Wutöschingen, die Volksbank Dreiländereck, der Fritz-Berger-Fonds und das Förderprogramm „Lernen mit Rückenwind“. Hinzu kamen die Rotary-Clubs Müllheim-Badenweiler, Lörrach, Schopfheim-Wiesental und Waldshut-Säckingen.

„Aufbruch“: Den eigenen Weg entdecken

Neben der Berufsorientierung für jüngere Schüler*innen erweitert Theater Tempus fugit sein Angebot um ein Projekt für Jugendliche ab der elften Klasse. Mit „Aufbruch“ startete ein Format zur beruflichen und persönlichen Zukunftsplanung. Mit drei  Aufführungen war das Theater in Schönau, Rheinfelden und Schopfheim unterwegs und erreichte dort 148 Schüler*innen.

Dazu begegnen die Jugendlichen Führungskräften, unter anderem Frauen aus den Bereichen IT und Künstliche Intelligenz, sowie Menschen, deren Lebensläufe nicht geradlinig verlaufen sind. Sie berichten von ihren Erfahrungen, erzählen von Umwegen und Veränderungen und beantworten Fragen zur Berufsfindung. Dadurch erleben die Schüler*innen, dass berufliche Wege unterschiedlich verlaufen können und Entscheidungen nicht zwangsläufig ein ganzes Leben festlegen.

Ein weiterer Bestandteil ist die kreative Arbeit mit dem Theaterteam. Gemeinsam mit den Schauspielern, die als sogenannte „Avatare“ auftreten, entwickeln die Jugendlichen fiktive Lebensgeschichten und setzen sich mit wichtigen Entscheidungsfragen auseinander. In der Begegnung mit ihrem zukünftigen Ich können sie eigene Stärken, Wünsche und Ziele erkunden und unterschiedliche Zukunftsentwürfe gedanklich durchspielen.