Tapinoma magnum: Invasive Ameisenart in Rümmingen nachgewiesen

Tapinoma magnum – eine invasive Ameisenart – wurde in Rümmingen nachgewiesen.
Uli Deck/dpaDer Nachweis der Ameisenart Tapinoma magnum wurde durch die Einsendung von Proben in ein Labor bestätigt, teilt die Verwaltung mit. Damit ist Rümmingen eine offiziell betroffene Gemeinde im Landkreis Lörrach.
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Art breitet sich zunehmend in Mitteleuropa aus. Tapinoma magnum beschädigt Strom- und Datenleitungen, unterwandert Pflasterflächen und Gehwege und dringt in Gebäude ein. „Die Folgen dürfen nicht unterschätzt werden“, wird Bürgermeisterin Joana Carreira in der Mitteilung zitiert.
Wie die Nester bekämpft werden können
Da vor Ort keine ausreichenden Informationen oder Hilfestellungen zu erhalten waren, hat sich die Gemeinde Rümmingen frühzeitig an die Stadt Kehl gewandt. Diese ist seit einiger Zeit mit Tapinoma magnum konfrontiert. Bei einem Besuch am Montag gewannen Bürgermeisterin Joana Carreira und Gebäudemanager Thomas Brändlin wertvolle Einblicke – etwa in den Einsatz von Heißwassergeräten zur gezielten Bekämpfung der Nester, heißt es.
Außerdem wurde ein grenzüberschreitendes Netzwerk mit Fachstellen, auch aus der Schweiz, aufgebaut. „Die einzige Möglichkeit, die uns derzeit zur Verfügung steht, ist der regelmäßige Austausch mit anderen betroffenen Gemeinden sowie das Erproben der dort gesammelten Hinweise und Erfahrungen vor Ort“, erklärt die Bürgermeisterin.
Trotz der wachsenden Bedrohungslage würden Kommunen bislang keine konkrete Hilfe erhalten. Tapinoma magnum ist aktuell nur auf der „Beobachtungsliste gebietsfremder Arten“ des Bundesamts für Naturschutz, heißt es. In der nationalen Liste invasiver Arten ist sie nicht geführt, weshalb rechtlich keine Unterstützungsangebote durch Landesstellen für Städte und Gemeinde erfolgen müssen. Damit bleibe das Problem bei den betroffenen Gemeinden und der Bevölkerung hängen.
Bürgermeisterin kritisiert fehlende Unterstützung
„Während es offizielle Empfehlungen zur Tigermücke oder zum Japankäfer gibt, fehlt für diese Ameisenart jegliche übergeordnete Unterstützung. Die Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger sind auf sich selbst gestellt“, kritisiert Carreira. „Deshalb schließen wir uns den Forderungen anderer betroffener Städte und Gemeinden an und fordern dringend Unterstützung von der Landesregierung.“
Ein zentraler Schwerpunkt in Rümmingen ist die korrekte Erkennung der Art. „Nur wenn wir die Art klar von herkömmlichen Ameisen unterscheiden, können wir gezielt dagegen vorgehen“, sagt Carreira. Aus diesem Grund nimmt die Gemeindeverwaltung Meldungen der Bürger entgegen und geht vor Ort, um die Art fachlich einzuordnen.
Die Gemeinde hat bereits ein Flyer auf ihrer Internetseite bereitgestellt und in der Verwaltung eine Anlaufstelle für Meldungen aus der Bevölkerung geschaffen. Der Gebäudemanager ist bereits mit Maßnahmen auf öffentlichen Flächen befasst und auch auf privaten Grundstücken bietet die Gemeinde auf Wunsch Unterstützung an.
Die Bevölkerung sensibilisieren
Ziel sei es nun, durch umfassende Präventions- und Aufklärungsarbeit die Bevölkerung zu sensibilisieren. „Wir müssen Wissen sammeln, koordinieren und zielgerichtet an unsere Bürgerinnen und Bürger weitergeben. Aktuell ist das unsere Aufgabe – weil es von Seiten des Landes keinen Plan oder keine Mittel gibt“, betont Carreira.
„Wir müssen das personell und finanziell aus eigener Kraft stemmen. Wir nehmen die Situation sehr ernst und stehen in der Verantwortung, die Bevölkerung zu informieren und zu schützen. Aber es braucht mehr: Ein landesweites Konzept, Unterstützung für betroffene Städte und Gemeinden und die offizielle Aufnahme der Art in die Liste invasiver Arten“, sagt die Rümminger Bürgermeisterin.