Steinen
: Wolfgang Deschler hat in der Kommunalpolitik Maßstäbe gesetzt

43 Jahre lang hat Wolfgang Deschler, Urgestein der Steinener Lokalpolitik, die Entwicklung seines Heimatorts mitgeprägt. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag.
Von
Harald Pflüger
Steinen
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Der ehemalige Gemeinderat und Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Deschler feiert heute 85. Geburtstag.

Harald Pflüger

Am 10. Juli 1940 geboren, wuchs Wolfgang Deschler mit fünf Geschwistern in Steinen auf. Nach einer Ausbildung bei der Firma Rotzler wechselte er zum Angora-Spezialisten Medima. Dorthin kehrte er nach einer Zwischenstation bei einer internationalen Spedition in Basel zurück, um seinen Berufswunsch Bilanzbuchhalter zu realisieren. Als das Unternehmen mit dem Hasenkopf-Logo 2001 Insolvenz anmelden musste, war es Deschler, der bei der Abwicklung half.

Gemeinderat

Schon früh hat sich Deschler für politische Fragen interessiert, sein kommunalpolitisches Engagement war insofern nur folgerichtig. 43 Jahre lang, von 1971 bis 2014, gehörte er dem Gemeinderat an, war von 1980 bis 2008 Vorsitzender der CDU-Fraktion, von 1984 bis 1992 und von 1999 bis 2014 erster Bürgermeister-Stellvertreter.

Das Amt des Bürgermeisters indes blieb ihm verwehrt. 1992 unterlag er bei der Wahl Amtsinhaber Herbert Stumböck.

Das Gesicht der CDU

Während mehr als vier Jahrzehnten hat Deschler die Entwicklung der Gemeinde Steinen maßgeblich mitgeprägt.

„Deschler war und ist das Gesicht der CDU in Steinen“, sagte Bürgermeister Rainer König bei Deschlers Verabschiedung aus dem Gemeinderat. Einen besseren Bürgermeister-Stellvertreter als ihn, so König, hätte er sich nicht wünschen können. Auch Ratskollegen zollten dem brillanten Rhetoriker, der in der Sache hart sein konnte, aber immer sachlich geblieben ist, bei der Verabschiedung ihren Respekt mit stehendem Applaus.

Bürgerteller

Königs Nachfolger, Bürgermeister Gunther Braun, oblag es 2018, Deschler für seine Verdienste mit dem Bürgerteller zu ehren. Mit Herzblut hatte sich Deschler, der in den Nachkriegsjahren groß geworden ist, auch der Jumelage mit der französischen Gemeinde Cornimont verschrieben.

Kreistag

Im Jahr 2014 hatte Deschler nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert, sehr wohl aber für den Kreistag, in den er auch gewählt worden war. Dort war er zwar Neuling, allerdings brachte er vier Jahrzehnte kommunalpolitische Erfahrung als Rüstzeug mit. Nach zwei Legislaturperioden zog sich Deschler endgültig aus der Kommunalpolitik zurück.

Kirche

Neben der politischen Gemeinde konnte auch die katholische Kirchengemeinde auf Wolfgang Deschler zählen. 18 Jahre lang war er Vorsitzender des Pfarrgemeinderats und darüber hinaus ein Förderer der Partnerschaft zwischen den Gemeinden St. Maria Höllstein und San José de Pichcus in Huancayo (Peru). Auch dafür wurde er geehrt.

Weitere Wirkungsfelder

Deschler war auch ein unermüdlicher Förderer des Vereinsleben im Dorf – unter anderem im Organisationskomitee des Dorffestes. Kein Wunder, dass er bei der Neuauflage des Festes am vergangenen Wochenende ein gerngesehener Gast war. Und noch heute ist Deschler dem Ortsseniorenrat ein willkommener Ratgeber.

Privates

Geprägt wurde Deschler durch das (katholische) Elternhaus und Adolph Kolping, den Begründer des Kolpingwerks. Mit seiner Ehefrau Ruth, die er bei einer Kolpingversammlung in Lörrach kennengelernt hatte, hat er drei Töchter. Mittlerweile ist er Großvater. Ohne den Rückhalt seiner Familie, sagt Deschler, sei ihm sein ehrenamtliches Engagement nicht möglich gewesen.