Spende an Hospiz-Verein: Unterstützung für die Sterbebegleiter

Bei der Spendenübergabe (von links): Frank Hovenbitzer von der Bürgerstiftung, Susanne Wetzel vom Vorstand des Fördervereins Hospiz, Ute Lusche (Bürgerstiftung) und Klauspeter Huck (Förderverein Hospiz)
Franz SchmiderKlauspeter Huck, der Vorsitzende des Fördervereins, betonte, die Hilfe komme zur rechten Zeit, denn die Nachfrage nach Plätzen im Hospiz sei weiterhin hoch und werde kaum nachlassen. Zugleich ziehen sich der Staat und die Sozialkassen aus vielen Bereichen zurück.
Lusche erinnerte an das gute Einverständnis zwischen Bürgerstiftung und Hospizverein, das sich auch darin zeige, dass der Second-Hand-Laden seit diesem Jahr im Alten Rathaus in Stetten sein neues Domizil hat und der Riehle-Fonds dort einen Mietzuschuss leistet. Der Hospizladen, sagte Huck, trage rund ein Drittel zu den Einnahmen des Fördervereins bei, man sei sehr froh, dass man an zentralem Ort nun einen größeren Laden betreiben könne.
Fonds machte die Spende möglich
Die Hilfe für die Hospizarbeit ist möglich dank des von der Bürgerstiftung verwalteten Fonds, der auf Initiative der kinderlosen Geschwister Irmgard, Margarete, Gerhard Riehle und der Ehefrau Erika des bei Errichtung des Fonds bereits verstorbenen Herbert Riehle zurück geht. Sie verfügten für die Geschwister zu Lebzeiten gemeinsam, dass deren erarbeitetes und angespartes Vermögen guten Zwecken zukommen soll. Die Erlöse aus dem Fonds sollen auf Wunsch der Familie Riehle drei Zwecken zugutekommen: der Unterstützung von Hilfseinrichtungen für in Notlagen geratene Frauen, der Hospizarbeit sowie der Unterstützung von bedürftigen und von begabten Lörracher Musikschülern.
Der Fonds hat laut der Bürgerstiftung inzwischen einen Umfang in Höhe von mehr als 1,3 Millionen Euro, bestehend in erster Linie aus Wohnungen sowie angelegtem Barvermögen.
Auch Musikpatenschaften werden unterstützt
Im vergangenen Jahr ergab sich aus diesem Vermögen ein erheblich gestiegener Ertrag von nun etwa 25 000 Euro, der für die von den Stiftern vorgesehenen Zwecke eingesetzt werden kann.
Größter Empfänger war bislang das Frauenhaus respektive der Trägerverein Frauen helfen Frauen, der dank eines langfristigen erheblich zinsbegünstigten Darlehens aus dem Riehle-Fonds ein zweites Haus als Ergänzung für sein Hilfsangebot für von Gewalt betroffene Frauen kaufen konnte. Darüber hinaus wurde dem Frauenhaus vorübergehend eine der Wohnungen des Fonds während des Umbaus des Frauenhauses zu Nutzung überlassen.
Mehrere Jahre schon unterstützt die Bürgerstiftung mit dem Geschwister-Riehle-Fonds Musikpatenschaften, mit denen junge Lörracher Musikschüler mit Zeit und Geld fördert werden.
Mietzuschuss für den Hospizladen gewährt
Früher Teil des Fördervereins der Städtischen Musikschule, setzt sich das Team der Musikpatenschaften nun seit bald einem Jahr als Teil der Bürgerstiftung für die jungen Musikschüler ein. Dadurch kann die Hilfe nun direkter erfolgen. Seit diesem Jahr gewährt der Riehle-Fonds zudem dem Förderkreis Hospiz am Buck in Stetten einen Mietzuschuss für den Hospizladen, der in das Alte Rathaus in Stetten umgezogen ist und sich vergrößert hat. Somit folgt die Bürgerstiftung dem Willen der Stifter des Fonds, die eine bedarfsorientierte Verteilung der Mittel im Sinn hatten. Im laufenden Jahr kann dem steigenden Bedarf des Förderkreises Hospiz am Buck unbürokratisch durch den Geschwister-Riehle-Fonds der Bürgerstiftung Lörrach durch eine zusätzliche Spende in Höhe von 10 000 Euro Rechnung getragen werden, heißt es in der Mitteilung.
Hospiz-Erweiterung soll bis 2027 abgeschlossen sein
Für die Erweiterung des Hospizes am Buck liegt unterdessen die Baugenehmigung vor, erläuterte Huck, erste Rückbauten hätten bereits begonnen. Daher ist das Hospiz aktuell in einem Ausweichquartier an der Belchenstraße untergebracht. Huck hofft auf einen Baubeginn im kommenden Frühjahr. Angestrebt wird, diese Arbeiten im Jahr 2027 abzuschließen, dann wird der Förderverein 25 Jahre alt. Am Ende soll eine Ausweitung von ehemals sechs auf zwölf Plätze erfolgen, im Ausweichquartier stehen acht Plätze zur Verfügung. „Wenn ich mir die Entwicklungen anschaue fürchte ich aber, dass es auch bei zwölf Plätzen eine Warteliste geben wird“, sagte Huck. Da die Tagessätze der Kranken- und Pflegekassen die vollen Kosten nicht decken, schon gar nicht die persönliche Betreuung und Begleitung, die die Hospizarbeit ausmache, werde der Verein weiter auf Spenden und sonstige Zuwendungen angewiesen bleiben.