Spatenstich am Rhein
: So stärkt Roche die Wirkstoffproduktion in Basel

Mit einem weiteren Gebäude am Stammsitz modernisiert Roche die Produktion synthetischer Wirkstoffe. Die 790-Millionen-Investition stärkt den Standort Basel – was Roche mit einer Mahnung an die Politik verbindet.
Von
Willi Adam
Basel
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Spatenstich mit Verwaltungsrat André Hoffmann (links), Roche-Chef Thomas Schinecker (2.v.r.) und Standortleiter Jürg Erismann

Spatenstich mit Verwaltungsrat André Hoffmann (links), Roche-Chef Thomas Schinecker (2.v.r.) und Standortleiter Jürg Erismann

Willi Adam
  • Roche baut am Basler Campus eine Anlage für synthetische Wirkstoffe – Projektstart mit Grundstein.
  • Bau 50 wird umgerüstet, Bau 51 neu errichtet; Abschluss bis 2030 geplant.
  • Investition: 790 Millionen Franken, insgesamt 1,4 Milliarden für Basel und Kaiseraugst laufend.
  • CEO Schinecker bekennt sich zum Standort, fordert aber gute Rahmenbedingungen und offene Arbeitsmärkte.
  • Neue SMF soll mit KI Prozesse von Labor zu Produktion beschleunigen und Produkte schneller bringen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Roche nimmt auf dem Basler Campus ein weiteres Projekt in Angriff. Nach der Fertigstellung des mehrgliedrigen pRED-Centers für die frühe Forschungsphase im Jahr 2024 und dem derzeit im Bau befindlichen Laborgebäude 12 an der Grenzacher Straße, das späteren Abschnitten der Arzneimittelentwicklung dienen wird, entsteht nun im nordöstlichen Teil des Areals ein Komplex für die Produktion synthetischer Wirkstoffe.

Dafür ertüchtigt Roche ein bestehendes Laborgebäude (Bau 50) und errichtet den (Neu-)Bau 51 anstelle eines abgebrochenen Bauwerks. Mit der Grundsteinlegung wurde das Bauvorhaben am Montag offiziell gestartet, bis 2030 will Roche das Projekt mit dem Titel Synthetik Molecules Factory (SMF) abgeschlossen haben. Die Investitionssumme für den Umbau und das neue Gebäude beträgt 790 Millionen Franken. Für derzeit laufende Projekte an den Standorten Basel und Kaiseraugst gibt Roche 1,4 Milliarden aus.

Anlässlich der Grundsteinlegung teilte Roche mit, in den vergangenen zehn Jahren 41 Milliarden Franken in der Schweiz investiert zu haben. Sieben Milliarden davon seien in den Ausbau der Standorte geflossen, 33 Milliarden Franken in Entwicklung und Forschung. Bei früheren Anlässen hatte Roche für den Zeitraum 2010 bis 2030 die Investitionssumme von 5,8 Milliarden Franken allein für den Ausbau des Standorts Basel/Kaiseraugst genannt.

„Wir haben eine gewisse Erfahrung mit Grundsteinlegungen“, sagte Standortleiter Jürg Erismann am Montag bei seiner Begrüßung, „aber die Investitionen von Roche für den Standort, für Basel und die Schweiz sind keine Routine.“ Dass sich in der fortgesetzten Neubautätigkeit am Hauptsitz „ein klares Bekenntnis“ ausdrückt, betonte auch CEO Thomas Schinecker. „Wir glauben an Basel“, erklärte er bei der Grundsteinlegung. Dies geschehe aber keineswegs nur aus Gründen der Nostalgie, sagte der Roche-Chef mit Blick auf das 130-jährige Bestehen des Konzerns, das in wenigen Tagen ansteht. Allerdings müsse auch die Politik den Standort stärken. Schinecker betonte, die Schweiz müsse alles für geeignete Rahmenbedingungen tun und in der Lage bleiben, „die fähigsten Talente“ anzulocken.

Für offenen Arbeitsmärkte

Regierungsrat Kaspar Sutter, im Kanton Basel-Stadt zuständig für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, nahm diesen Hinweis auf. Die Schweiz könne nicht mit politischem Druck operieren, dazu fehle dem kleinen Land die Macht. Stattdessen setze die Schweiz auf Demokratie, Verlässlichkeit sowie besonders auf Wissenschaftsfreiheit und offene Arbeitsmärkte. Sutter erinnerte daran, dass die Bevölkerung die Zehn-Millionen-Schweiz-Initiative abgelehnt und sich dabei auch der Kanton Basel-Stadt klar positioniert habe. Erismann sieht auch Basel in einem konzerninternen Wettbewerb. Jeder Standort, auch der Stammsitz, müsse sich stets „neu erfinden“, so Erismann. Für Basel sprächen das Vorhandensein von Fachkräften sowie die Möglichkeit, diese zu gewinnen, außerdem eine hohe Wertschöpfung und verlässliche Rahmenbedingung.

Effiziente Systeme

Dazu zählt Erismann auch das konzentrierte, aufeinander abgestimmte und effiziente System im Bereich Basel/Kaiseraugst. In dieser Hinsicht verspricht die neue Anlage für synthetische Wirkstoffe weitere Fortschritte. Unter dem Stichwort „Lab to Launch“ will Roche damit die Entwicklungsschritte zwischen Labor und Produktion mithilfe Künstlicher Intelligenz verkürzen und somit Produkte schneller auf den Markt bringen.