Schwimmen in Lörrach: Hallenbad steht vor Millionen-Herausforderung

Für den Hallenbad-Start laufen die Vorbereitungen.
Marco FrauneDer Sanierungsstau im Lörracher Hallenbad ist groß. Dennoch steht der Saisoneröffnung am 27. September nichts mehr im Weg, wie Klaus Schallenberger, Betriebsleitung Eigenbetrieb Stadtwerke Lörrach, am Montag bei einem Mediengespräch im Freibad erklärte.
Von dort wird das Bäderteam nach Beendigung der Freibad-Saison in Richtung Hallenbad ziehen. Ab dem 15. September übernimmt die Mannschaft die Grundreinigung.
Einige Arbeiten waren und sind aber für den Saisonstart erforderlich. So musste unter anderem die Lüftung instand gesetzt werden. Auch verschiedene Wartungsarbeiten gilt es zu meistern. „Die Badegäste erwarten ein perfekt gepflegtes Bad“, weiß Oberbürgermeister Jörg Lutz.
Damit das in der Zukunft auch der Fall ist, müssen Millionen fließen. Der schon einmal als Haushaltsansatz veranschlagte Betrag von zehn Millionen Euro „reicht bei weitem nicht“, geht Schallenberger von deutlich höheren Summen aus als nur diesen „Platzhalter“. Wissend um „den Fluch der ersten Zahl“, hält sich Lutz mit aktualisierten Beträgen zurück, spricht nur von einem „zweistelligen Millionenbetrag“.
Aktuell werden Gutachten erstellt, die mehr Planungssicherheit bringen sollen. Denn die üblichen Instandhaltungen und Wartungen werden nicht mehr ausreichen, wissen die Verantwortlichen. Vor einem Jahr hatte kurz vor der Inbetriebnahme des Hallenbads ein externer technischer Betriebsführer festgestellt, dass sich die Situation des Schwallwasserbeckens, das sich zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken befindet, drastisch verschlechtert hatte. Es gab größere durch Korrosion verursachte Schäden. Das Stichwort Schwallwasserbecken nennen Lutz und Schallenberger auch jetzt wieder, wenn sie den Sanierungsstau skizzieren.

Das Hallenbad soll ab dem 27. September öffnen.
Foto: Marco FrauneEbenfalls als hoher Kostenfaktor erweist sich die energetische Sanierung. In der Summe spricht Lutz von einem „mittelfristig erheblichen Sanierungsbedarf“. Angesichts der städtischen Haushaltskonsolidierung sei es daher nicht leicht, dies zu lösen.
OB schlägt Alarm in Richtung Bund und Land
Gleichzeitig schlägt er ähnliche Töne wie bei dem Erhalt von Kultureinrichtungen an. „Es kann keine Lösung sein, die kommunalen Einrichtungen vor die Hunde gehen zu lassen“, unterstreicht das Stadtoberhaupt. Auch Land und Bund sieht er hinsichtlich der finanziellen Unterstützung in der Pflicht.
Der OB verfolgt das Ziel, möglichst alle städtischen Einrichtungen zu erhalten, wie er nochmals betont. Daher versuche die Stadt Lörrach ihren Teil zur Lösung zu leisten. Denn die Strategie seines Tübinger Amtskollegen Boris Palmer, das Thema kommunale Unterfinanzierung eskalieren zu lassen, sieht Lutz kritisch. Auch werde Lörrach hier sicherlich nicht solch eine große Beachtung finden.
Im Hallenbad
Frühschwimmen
mittwochs von 6 bis 7.30 Uhr
Öffnungszeiten
Montag und Dienstag, Donnerstag und Freitag von 13.30