Schwimmbad in Kandern
: Shorts-Verbot spart Unmengen an Chlor

Im Schwimmbad in Kandern gibt es seit zehn Jahren ein Shorts-Verbot. Dadurch werden zwei Drittel des Chlorverbrauchs eingespart.
Von
Nina Lipp
Kandern
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Schwarzwälder Bote

„Es gibt immer wieder Badegäste, die sind uneinsichtig“, erzählt Sascha Wörner mit Blick auf die Badeordnung im Kanderner Schwimmbad. Das aber seien Einzelfälle, betont der stellvertretende Rechnungsamtsleiter und in Kandern für Schwimmbadangelegenheiten zuständige Wörner. Mit Blick auf die in Lörrach Anfang dieser Saison eingeführte Badeordnung und die deswegen hitzig geführte Debatte zeigt sich Wörner gelassen. „Auch bei uns gab es zu Beginn einen Aufschrei, ähnlich wie aktuell in Lörrach.“ Bis auf vereinzelte Diskussionen wegen des Shorts-Verbots „erleben wir unser Bad als ruhigen, familiären Ort“.

Empfehlung des Deutschen Schwimmverbandes

Das Kanderner Schwimmbad sei ein im gesamten Kandertal beliebtes Familienschwimmbad. Wie nun auch in Lörrach ist dort das Tragen von Badeshorts verboten, nur eng anliegende Badebekleidung ist erlaubt. Anders als in Lörrach wurde das Shorts-Verbot dort aber schon vor zehn Jahren eingeführt und habe sich seit vielen Jahren etabliert.

Wörner berichtet: „Ursprünglich ging es bei dem Verbot darum, Chlor einzusparen.“ Damals sei man in Kandern einer Empfehlung des Deutschen Schwimmverbandes gefolgt, der das Shorts-Verbot in Schwimmbädern aus hygienischen Gründen propagiert hatte. Mit Erfolg: Durch das Verbot werden im Kanderner Schwimmbad laut Wörner zwei Drittel des Chlorverbrauchs eingespart.

An sich ist Chlor geruchlos

Zum Hintergrund: Das Chlor im Schwimmbadwasser hält das Wasser sauber und schützt die Badegäste vor Krankheitserregern. An sich ist Chlor als Desinfektionsmittel im Badewasser geruchlos. Allerdings reagiert es mit Schmutzstoffen, die die Badegäste ins Beckenwasser tragen wie Schweiß, Urin oder Hautschuppen, was den Chlorgeruch entstehen lässt. Wenn, was laut Wörner häufig vorkam, männliche Badegäste unter ihren Shorts Unterwäsche tragen, werde viel Chlor verbraucht. Dazu kommt: Alles, was in den Hosentaschen verstaut war, verschmutzte das Wasser zusätzlich.

Gäste kommen sogar aus Lörrach und Weil

Neben den zahlreichen Stammgästen kämen viele Badegäste aus anderen Städten, weiß Wörner. „Das hören wir immer wieder, dass Gäste aus Weil und Lörrach nach Kandern kommen, um unser Bad besuchen.“

An heißen Tagen kommen bis zu 2500 Badegäste. Beschäftigt sind dort fünf Kassierer, drei Bademeister und ehrenamtlicher Helfer der DLRG. Zum Stichtag am 10. Juli „konnten wir rund 29 000 Besucher begrüßen“, so Wörner. Zum Vergleich: 2024 waren es bis Mitte Juni lediglich etwa 11 000 Besucher, was dem sehr verregneten Mai und Juni geschuldet war. Insgesamt hatte das Schwimmbad 50 000 Gäste. „Wir hoffen auf weiterhin gutes Wetter und darauf, diese Zahl in dieser Saison sogar zu übertreffen“, sagt Wörner.