Schulbetrieb im Hitzesommer: Grüne zu Besuch am Gymnasium

Vertreter der Grünen-Fraktion im Gemeinderat machten sich ein Bild von der Lage am Hans-Thoma-Gymnasium.
Kristoff Meller- Grüne Stadträte besuchten das Hans-Thoma-Gymnasium und begutachteten den Zustand vor Ort.
- Brandschutz wird seit 2017 umgesetzt – zweiter Bauabschnitt fertig, Aufzug kurz vor Einweihung.
- Fachräume für Naturwissenschaften und Informatik sind veraltet, Räume und Klassenzimmer fehlen.
- Ab 2030 werden fünf zusätzliche Klassen erwartet, eine kleine Raumlösung würde entlasten.
- Hitzebelastung und wenig Trinkwasser erschweren den Unterricht – nur ein Trinkbrunnen vorhanden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei einem Besuch des Hans-Thoma-Gymnasiums (HTG) konnten sich Vertreter der Lörracher Gemeinderatsfraktion der Grünen vor Ort ein Bild vom Zustand der Schule machen. Dass die Stadt Lörrach nach Kräften investiert, zeigen die umfangreichen Brandschutzmaßnahmen, die seit 2017 unternommen werden mussten, heißt es in einer Mitteilung der Grünen.
Der neue Aufzug als unabdingbare Voraussetzung für Barrierefreiheit steht kurz vor der Einweihung, der zweite Bauabschnitt zur Brandschutzsanierung ist abgeschlossen. Die Fraktion begrüßt diese Fortschritte ausdrücklich. Klar wurde aber auch: Ein historisches Gebäude wie das HTG braucht in vielerlei Hinsicht dauerhafte Aufmerksamkeit – und Brandschutz löst keine Probleme des Schulalltags.
Im Gespräch mit der Schulleiterin Annette Schuck und dem stellvertretenden Schulleiter Matthias Müller wurden nicht nur die zahlreichen Herausforderungen deutlich, vor denen das HTG aktuell steht, sondern auch das große Engagement spürbar, mit dem man ihnen in Leitung und Kollegium begegnet, heißt es.
Fachräume sind nicht auf dem neuesten Stand
Vor allem die Fachräume für Naturwissenschaften und Informatik bereiten Sorge. Ihre Raumkapazitäten sind zu gering, die Ausstattung ist überwiegend veraltet und mit den neuen Lehrplänen von G9 immer weniger vereinbar.
Zudem fehlt es an Klassenzimmern. Ab 2030 wird das HTG durch die Reform fünf zusätzliche Klassen unterrichten müssen. „Schon eine kleine Lösung mit wenigen zusätzlichen Räumen würde uns enorm helfen“, stellte Schulleiter Schuck dazu fest.
Auch der Klimawandel macht sich zunehmend bemerkbar: In heißen Sommern wie diesem staut sich in vielen Räumen die Hitze fast unerträglich, was den Unterricht belastet und bisweilen verunmöglicht. Hinzu kommt die lediglich punktuelle Verfügbarkeit von Trinkwasser. Abhilfe in den Pausen schafft ein einziger Trinkbrunnen im Erdgeschoss, der durch die „Freunde des Hans-Thoma-Gymnasiums“ angeschafft wurde.
Von der Bedeutung der Schulsozialarbeit
Stadträtin Elisabeth Weiß-Sinn lenkte den Blick auf die immer mehr an Bedeutung gewinnende Schulsozialarbeit. Fraktion und Schulleitung waren sich einig: Psychosoziale Belastungen unter Kindern nehmen deutlich zu. Weil Lehrkräfte bereits am Limit arbeiten, ist die Schulsozialarbeit eine unverzichtbare pädagogische Komponente.
Ihre präventive Wirkung kann kaum überschätzt werden. „Wenn wir die Bedarfe der Jugendlichen nicht präventiv begleiten, werden die Probleme in fortgeschrittenem Alter größer und bedürfen ganz anderer Maßnahmen, die finanziell aber fast nicht mehr leistbar sind“, warnt Margarete Kurfeß, die als Stadträtin und Kreisrätin für den Landkreis im Jugendhilfeausschuss sitzt.
Für die Fraktion heißt das konkret: Der Schulentwicklungsplan 2.0 muss in enger Abstimmung mit den Bedürfnissen der Schulen und realistischer Berücksichtigung der demografischen Entwicklungen weiterverfolgt werden. Das pädagogische Engagement von Schulleitungen und Lehrern muss unterstützt werden, indem man sie von bau- und organisationstechnischen Zumutungen entlastet.