Schnitzelfest in Hertingen
: 720 Schnitzel und 100 Kilo Pommes verkauft

In Sachen Absatz und Gästezahl wurden beim Kiefer-Peter-Gedenkfest alle bisherigen Rekorde gebrochen.
Von
Jutta Schütz
Bad Bellingen
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Die Schnitzel nach Rezept von Peter Kiefer fanden beim Kiefer-Peter-Gedenkfest in Hertingen reißenden Absatz – hier serviert Bianca Fantani große Portionen.

Jutta Schütz

Beliebt ist das Kiefer-Peter-Gedenkfest alias Schnitzelfest schon seit der Erstauflage im Jahr 2011. Diesmal aber war besonders viel los: 720 Schnitzel wurden verkauft, dazu jede Menge Spätzle und 100 Kilogramm Pommes. Tamara Eichacker, eine der Mitorganisatorinnen, war begeistert: „So tolles Wetter, so viele nette Gäste und alles ist ganz wunderbar gelaufen“, teilte sie mit. Genau am Festtag, am Samstag, 30. August, wäre Peter Kiefer übrigens 84 Jahre alt geworden.

Nachschub holen

Das Fest, das alle zwei Jahre stattfindet und dieses Jahr zum achten Mal organisiert wurde, hat sich zum kultigen Straßenfest auf der Hertinger Talstraße entwickelt. Aus ursprünglich einigen Bänken mit Tischen, einer kleinen Zapfanlage und einem größeren Grill hat sich eine „Straßenküche“ entwickelt. Ein Bierbrunnen ist hinzugekommen, zig Festgarnituren werden stets aufgebaut und diese sind sogar für den Fall schlechten Wetters mittlerweile überdacht.

Die vielen Sitzbänke und Tischer aber reichten dieses Mal fast nicht aus. „Schon bei der Festeröffnung um 16 Uhr war es rappelvoll. Um halb sieben sind wir losgefahren, den ersten Pommes-Nachschub aus den Vorräten des MSC Rebland und der Feuerwehr holen. Später am Abend fuhren wir dann noch einmal zum Späteinkauf nach Bad Bellingen“, berichtete Eichacker.

Großer Andrang beim Schnitzelfest in Hertingen

Foto: Jutta Schütz

Längst kommen nicht nur die Einheimischen. Am Samstagabend waren zum Beispiel Besucher aus Neuenburg, aus Rümmingen, Weil am Rhein und Kandern vor Ort. 22 Helfer aus Kiefers Familie, erkennbar an ihren T-Shirts mit Aufdruck, waren im Einsatz, dazu noch einige weitere Helfer aus dem Ort. Neu war, dass die Familie aus alten Fotos aus Gasthauszeiten einen 20-minütigen Film zusammengeschnitten hatte, der viele Szenen mit Peter Kiefer und seinen Gästen zeigte und der auf einem großen Bildschirm in Dauerschleife lief.

25 Jahre lang das Gasthaus „Sonja“ betrieben

Peter Kiefer und seine Frau Angela hatten 25 Jahre lang, bis ins Jahr 2009, das Gasthaus „Sonja“ in Hertingen betrieben, bevor er es aus Krankheitsgründen verpachtete. 2010 verstarb der beliebte Gastwirt, der sich in seiner Heimatgemeinde vielfach ehrenamtlich für Vereine, für soziale Zwecke und bei anderen Festen im Ort einbrachte, unerwartet.

Für seinen 70. Geburtstag hatte Kiefer bereits 2010 ein Straßenfest in Planung gehabt, dessen Erlös für soziale Zwecke im Dorf gespendet werden sollte. Seine Enkelkinder setzten 2011 dann den Wunsch ihres verstorbenen Opas um: Das Kiefer-Peter-Gedenkfest war geboren.

Bekannt für das Gericht

Da Gastwirt und Koch Peter Kiefer vor allem für seine Schnitzel mit Spätzle und Soße bekannt war, beschlossen seine Frau Angela, seine Kinder und Enkel, dass dieses Gericht beim Gedenkfest serviert werden würde. Dabei blieb es, mit der Variante, dass statt Spätzle auch Pommes geordert werden können, bis heute. Hinzu kommt immer auch eine Auswahl an selbst gebackenen Kuchen und Torten. Sabine Brunner, ihres Zeichens Konditorin, steuerte diesmal eine Schweizer Spezialität bei – nämlich mit Vanillesahne gefüllte Schillerlocken.

Dem gemütlichen Restaurant „Sonja“ trauern übrigens immer noch viele ehemalige Gäste hinterher. „Ja, genau vor dem Hintergrund, dass das Gasthaus ,Sonja’ so beliebt war, gibt es immer wieder mal Fragen an uns, da aus der Familie ja einige eine Gastro-Ausbildung haben. Aber für die wäre das zeitlich nicht machbar“, erklärte die Mitorganisatorin.