Schloss Bürgeln in Obereggenen: Die Arbeit am historischen Gebäude geht niemals aus

Schlossverwalterin Susanne Munz und Christian Renkert, Schliengens Bürgermeister und Vorsitzender des Bürgeln-Bunds, auf der sanierten Treppe von Schloss Bürgeln
Silke HartensteinDie zweiflügelige Freitreppe auf Schloss Bürgeln erfüllt gleich zwei Funktionen: Sie dient dazu, die Höhenmeter von der Rasenfläche zum Haupteingang des Rokoko-Schlösschens zu bewältigen und ist zugleich eine beliebte Kulisse für die wachsende Zahl von Hochzeitsgesellschaften.
Da die Stabilität der Treppe nicht mehr so war wie zu Zeiten des früheren Schlosspächters Richard Sichler, wurde sie von November 2024 bis Anfang April grundlegend saniert. „Das hält jetzt für die nächsten Jahrzehnte“, freute sich Christian Renkert, Schliengens Bürgermeister und Vorsitzender des Bürgeln-Bunds, beim Pressetermin.
111 000 Euro kostete die umfangreiche Sanierung samt Sanierung der oberen Stufen der Nebentreppe. Für die Arbeiten nahm der Bürgeln-Bund einen Kredit auf, für den die Gemeinde Schliengen bürgt. „Jede Spende wird uns natürlich weiter bringen“, rührt Renkert die Werbetrommel.
Wie er und Schlossverwalterin Susanne Munz erklärten, hatte über die Jahre hinweg Schichten-Hangwasser zur Instabilität der Mauer geführt, in die die Treppe eingebettet ist. In den Zwischenräumen der Bruchsteine gab es Risse, dazu kam ein sich nach vorne wölbender „Bauch“.
Ein Berg von Steinen
Großer Bestandteil der Sanierungsarbeiten waren der Rückbau und Wiederaufbau der Steinmauer, die Treppe wurde mit Beton hinterfüllt und stabilisiert, teilweise wurden Stufen und Brüstungsplatten ausgebessert und wo erforderlich ausgewechselt. Auf der dem Haupteingang vorgelagerten Veranda ersetzen nun schöne gelbe Steinplatten das vormalige Material.

Die sanierte Bruchsteinmauer, in die die Treppe eingebettet ist
Foto: Silke HartensteinWer die Mauer aus den ungleich geformten Bruchsteinen betrachtet, ahnt den Aufwand, der nötig war, um diese abzutragen und wieder neu aufzumauern. „Da lag ein Berg von Steinen auf dem Vorplatz“, erzählte die Schlossverwalterin. Hinzu kam ein frischer weißer Sockel für das schmiedeeiserne Treppengeländer.
Geländer entrosten
Um das Geländer künftig vor Feuchtigkeit von unten zu schützen, wurde es auf Füße aus Aluminium gesetzt. Ab November soll das Geländer für rund 4000 Euro entrostet, mit Rostschutzmitteln behandelt und neu lackiert werden.
Nichts „von der Stange“
Bei einem historischen Gebäude gehe die Arbeit niemals aus, fügt Renkert hinzu. Als Nächstes stehe der Austausch von fünf der insgesamt 52 Schlossfenster an. Solche individuell geformten Holzsprossenfenster sind Maßanfertigungen. Schließlich müsse man sich an die Denkmalschutzvorgaben halten, stellte Renkert fest: „Da kann man nichts von der Stange nehmen.“
Einnahmen erzielt der Bürgeln-Bund über Hochzeiten, Workshops, Konzerte, Vorträge, Trauerfeiern, Fotoshootings und die von Ehrenamtlichen geleisteten Schlossführungen. Dazu kamen im Jahr 2025 drei gesellige Treffs zum Sonnenuntergang mit Aussicht, Wein, Sekt, Snacks und Musik.
Spenden
Kontoverbindung des Bürgeln-Bunds:
IBAN DE05 6835 1865 0008 1197 78, BIC: SOLADES1MGL