Riesiger Batteriespeicher: So will Laufenburg zum Schlüsselstandort der Energiewende werden

Ein riesiger Batteriespeicher soll dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren.
Didgeman/Pixabay- In Laufenburg entsteht die weltgrößte Vanadium-Flow-Batterie – Stabilisierung des Stromnetzes.
- FlexBase baut ein Technologiezentrum mit PV-Fassade und plant 108 VRFB bis 2029.
- Geplante Leistung 1,2 Gigawatt, Kapazität 2,1 GWh, laut FlexBase für 170.000 Haushalte über 24 Stunden.
- VRFB gelten als nicht brennbar und wiederverwendbar, größte Anlage bisher steht in China.
- Standort bietet Zugang zum europäischen Strommarkt, Kosten liegen bei 2,5 bis fünf Milliarden Franken.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Das Unternehmen FlexBase baut in Laufenburg ein Technologiezentrum. Dessen Herzstück ist eine Batterie, die zukünftig dabei helfen soll, das Stromnetz zu stabilisieren. Aus Sicht von FlexBase-Chef Marcel Aumer kann das aber nur der Anfang sein. Beim Besuch der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei FlexBase Mitte September war die Großbaustelle in Laufenburg vor allem durch eine
beachtliche Baugrube und zahlreiche Kräne gezeichnet. In Zukunft soll dort ein Gebäude stehen, 218 Meter lang, 80 Meter breit, 25 Meter tief und 30 Meter hoch, wie Aumer erklärte.
Um sich ins Landschaftsbild einzufügen, wird der Betonbau mit einer blauen Photovoltaikanlage umhüllt, wie Aumer sagte. Das passe zum oft blauen Himmel im Fricktal. Die Anlage werde eine der größten PV-Fassadenflächen in Europa sein und „immerhin zwei Megawatt an Leistung“ haben.
Die PV-Anlage stehe aber in keinem Verhältnis zum Batteriespeicher, der verbaut werde, so Aumer. Damaliger Planungsstand: Bis 2029 108 Vanadium-Redox-Flow-Batterien (VRFB) mit einer maximalen Leistung von 1,2 Gigawatt, gleichauf mit jener des Kernkraftwerks Leibstadt.
Die vorgesehene Speicherkapazität von 2,1 Gigawattstunden entspricht laut FlexBase dem Strombedarf von 170.000 Haushalten über 24 Stunden.
Im Gegensatz zu einer Lithium-Ionen-Batterie ist das in Laufenburg geplante VRFB-Modell weder brennbar noch explosiv, wie Aumer festhielt. Die Tanks seien größtenteils mit Wasser gefüllt, was auch die Entsorgung vereinfache. Und das darin gelöste Vanadium, das als Elektrolyt eingesetzt werde, sei wiederverwendbar.
Bislang größte Anlage steht in China
Die bisher größte solche Anlage steht in China und ist Anfang des Jahres in Betrieb gegangen, wie Rongke Power damals mitgeteilt hatte. Zahlen des Unternehmens zufolge belaufen sich Kapazität und Leistung auf eine Gigawattstunde und 200 Megawatt - also deutlich weniger, als in Laufenburg entstehen sollen. Aus Aumers Sicht ist es die Technologie für eine nachhaltige Zukunft und sie ist weltweit auf dem Vormarsch.
„Ich habe klare Ziele vor Augen“, sagte Aumer. „Die Spitzen, die durch erneuerbare Energien entstehen, sollen geglättet werden.“ Das beziehe sich sowohl auf kurzfristige Schwankungen, wie auch auf die Speicherung von Überkapazität am Tag und Abgabe bei Unterkapazität in der Nacht. „Bis wir aber 24 Stunden, 356 Tage die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien sicherstellen können, ist es noch ein langer, langer Weg“, meinte Aumer.
Er verwies auf Europa als Beispiel. Die Europäische Kommission schrieb in ihrem Aktionsplan Elektrifizierung im Juli von einem Bedarf von 200 Gigawatt Speicherleistung im Jahr 2030 und gar 500 Gigawatt im Jahr 2040. Der Bedarf für Leistung und Kapazität ist laut Aumer enorm. „Unser Projekt ist groß, aber unsere 1,2 Gigawatt Leistung und 2,1 Gigawattstunden Kapazität sind nur Tropfen auf den heißen Stein“, ordnete Aumer ein. Man könne aber nicht beliebig Batterien ans Netz
anschließen. Die Netze seien in die Jahre gekommen, es mangle an Anschlusskapazitäten. Der Ausbau sei schwierig - etwa wegen
Einsprachen.
Zugang zum europäischen Strommarkt
„Es ist der einzige Ort, um etwas in dieser Größenordnung zu bauen. Es gibt keinen zweiten“, sagte Aumer über den Standort. Denn durch den Stern von Laufenburg sei das Schweizer Stromnetz mit dem europäischen verbunden - hier habe man über 41 Grenzleitungen Zugang zum europäischen Strommarkt. „Das habe ich nirgendwo sonst,“ so Aumer. Den Standort kenne Aumer sehr gut. In den vergangenen zehn Jahren sei er beim Stern von Laufenburg beruflich ein- und ausgegangen. Die Idee zum Projekt habe er über Jahre hinweg entwickelt und seine Erfahrung einfliessen lassen. Als das Gelände in Laufenburg 2023 zum Verkauf gestanden habe, habe er „innert einer Sekunde gewusst: Das ist es“. Was die Finanzen angeht, hält sich Aumer bedeckt. Die Gesamtkosten lägen bei 2,5 bis fünf Milliarden Franken, sagte er.