Richtbergareal in Auggen
: Interesse an Gewerbeflächen ist groß

Für eine gewerbliche Bebauung des Richtberggeländes in Auggen sollen die planungsrechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Von
Jutta Schütz
Auggen
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Das historisch schon lange industriell genutzte Richtbergareal soll offiziell ein Gewerbegebiet werden

Jutta Schütz

Der Auggener Gemeinderat hat noch in der Sitzung vor den Sommerferien die Aufstellung des Bebauungsplans „Richtberggelände“ und der örtlichen Bauvorschriften beschlossen. Der Vorentwurf wurde gebilligt, die frühzeitige Bürger- und Behördenbeteiligung beschlossen. „Das Interesse an Gewerbefläche in Auggen, das sehen wir bei den Planungen zum Gewerbegebiet ‚Ob dem Bären‘, ist nach wie vor hoch“, sagte Bürgermeister Ulli Waldkirch.

Auf dem Gelände des Richtbergareals wurden ursprünglich Eisenbahnschwellen aus Holz angefertigt und imprägniert. Im Jahr 2012 wurde der Sägereibetrieb am Richtberg nach Frankreich verlagert, 2022 wurde auch der Imprägnierbetrieb eingestellt. Das Gelände wird von einigen Betrieben etwa als Lager zwischengenutzt, liegt aber in großen Teilen brach.

Bisher Bestandsschutz

Bisher besteht für den Bereich nur ein Bestandsschutz. Um das Gelände langfristig für Gewerbeansiedlungen zu sichern, will die Gemeinde nun ordnungsgemäß einen Bebauungsplan aufstellen. Das Plangebiet ist 13,4 Hektar groß. Vorgesehen ist ein zweistufiges Regelverfahren mit einer Umweltprüfung.

Hans Welsner vom Büro fsp Stadtplanung fasste Details zusammen. Mit der denkmalgeschützten Zeppelinhalle und der historischen Werkssiedlung sei der Richtberg ein historisches Gewerbegebiet, stellte er fest. Zahlreiche Nebenanlagen sind dort zu finden, aber eben auch Brachflächen. Im Flächennutzungsplan ist das Richtbergareal bereits als gewerbliches Nutzungsgebiet ausgewiesen. Die Gemeinde sei Eigentümerin, sagte Welsner weiter.

39 Bäume sollen gepflanzt werden

Beim zweistufigen Regelverfahren finden auch Untersuchungen zum Lärmschutz, zu Altlasten und zum Artenschutz statt. Mögliche Auswirkungen auf das Wasserschutzgebiet gelte es ebenfalls zu bedenken, hier warte man auf die Rückmeldung der Wasserschutzbehörde. Vorgesehen sei langfristig eine Ringerschließung des Geländes, Bahnflächen sollen durch Grünstreifen abgetrennt werden. Zusätzlich ist die Pflanzung von 39 Baumen vorgesehen.

100-jährige Geschichte

Wegen der 100-jährigen Historie was die industrielle Nutzung angeht, gibt es am Richtberg verfüllte Gruben und auch den Verdacht auf Altlasten. Vorhandene Magerwiesenbereiche und Gehölze sind zu erhalten – so schreibt es die Grünordnung vor. Zu berücksichtigen ist bei der Natur- und Umweltprüfung auch, ob es im Bereich der alten Zeppelinhalle Fledermauspopulationen gibt und ob sich dort seltenere Vögel angesiedelt haben. Für Tierarten und Biotope wird eine Eingangs- und Ausgangsbilanzierung gemacht. Dabei geht es auch um Ökopunkte, die mit Ausgleichsmaßnahmen für später überbaute Flächen erlangt werden könnten.

Bruno Kiefer fragte nach, ob im Hinblick auf mögliche Altlasten die Fachbehörden verständigt wurden. Waldkirch versicherte, dass alle Fachbehörden mit im Boot seien. „Bisher gab es keinen Gegenwind“, meinte er.

Entwurf ist einsehbar

Der Vorentwurf des Bebauungsplans wird mit dem Vorentwurf des Umweltberichts und der artenschutzrechtlichen Potenzialabschätzung noch bis zum 5. September auf der Webseite der Gemeinde unter dem Stichwort „aktuelle Bebauungspläne“ veröffentlicht. Zudem sind die Unterlagen im Rathaus öffentlich ausgelegt. Während der Veröffentlichungsfrist können Stellungnahmen bei der Gemeinde abgegeben werden.

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