Rheinfelden und Umgebung: Warum der Tierschutzverein am Anschlag ist

Vorsitzende Hannelore Nuß (links) begrüßte Kerstin Mayer als neue Schriftführerin des Tierschutzvereins Rheinfelden und Umgebung.
Horatio Gollin- Tierschutzverein Rheinfelden und Umgebung meldet fast ausgeschöpfte Aufnahmekapazitäten.
- Vorsitzende Hannelore Nuß warnt: Lage in Tierheimen ist sehr ernst und dauerhaft überlastet.
- Gründe: viele Anfragen von Behörden und Bürgern, schwer vermittelbare Tiere, steigende Kosten.
- Neuer Katzen-Trakt mit 46 Plätzen ging 2026 in Betrieb – Kommunen bezuschussten den Bau.
- Kerstin Mayer wurde zur neuen Schriftführerin gewählt, der Verein steht finanziell stabil.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Rheinfelden und Umgebung wies Nuß auf die Not vieler Tiere hin und betonte die Wichtigkeit der Tierschutzarbeit. Kerstin Mayer wurde zur neuen Schriftführerin gewählt.
Die Arbeit geht dem Tierschutz nicht aus, stellte die erste Vorsitzende Hannelore Nuß in ihrem Jahresbericht 2025 fest. „Die Lage ist sehr ernst und die Belastungsgrenze schon lange überschritten“, meinte Nuß mit generellem Blick auf alle Tierheime. „Die Lage in Tierheimen spitzt sich weiter zu. Es gibt kaum Aufnahmekapazitäten. Die Ressourcen sind knapp und gleichzeitig warten unzählige Tiere sehnsüchtig auf ein liebevolles Zuhause.“
Tierheime fühlen sich überrollt
Die Anfragen für Unterbringungsmöglichkeiten aus der Bevölkerung und seitens der Behörden überrollten die Tierheime, eine Veränderung der Situation sei derzeit nicht absehbar. Das Einsatzgebiet des Tierschutzvereins Rheinfelden und Umgebung umfasst Rheinfelden, Grenzach-Wyhlen und Schwörstadt mit jeweils allen Ortsteilen. Das Tierheim arbeitet eng mit Außenstellen für Igel, Singvögel und Greifvögel zusammen.
„Dabei ist ein großer Teil der Aufgaben und Arbeiten, die wir übernehmen, für unsere Kommunen, sprich: das Gemeinwesen, eine außerordentlich bedeutende und unersetzliche Dienstleistung“, resümierte Nuß. Einsätze, Kontrollen oder Tierbeschlagnahmungen betreffend die Haltung von Tieren oder die Misshandlung von Tieren nähmen zu und seien für den Tierschutz wie für die Behörden zeitaufwendig.
Menschen kaufen sich ungeeignete Tiere
Schwer vermittelbare Tiere blockierten Plätze im Tierheim und verursachten hohe Kosten, während die finanziellen Zuwendungen seitens der Städte und Kommunen nicht ausreichten, um die Kosten zu decken. Nuß schilderte, dass immer häufiger das Problem auftrete, dass Therapeuten ihren Patienten zu Haustieren rieten, und diese sich dann Tiere anschafften, die sie jedoch nicht beherrschen oder artgerecht versorgen könnten. Ein Rausholen werde dann schwierig und dauere aufgrund der bürokratischen Hürden zu lange. Sie kritisierte, dass die jahrelang geplanten Änderungen im Tierschutzgesetz im Bund derzeit auf Eis liegen.
Neuer Katzen-Trakt in Betrieb
Erfreulich für den Verein im vergangenen Jahr war, dass der Bau des Erweiterungsbaus für das Tierheim 2025 begonnen wurde und 2026 der neue Katzen-Trakt mit 46 Katzenplätzen in Betrieb genommen werden konnte. Die Kosten von rund 1,8 Millionen Euro hatten Rheinfelden mit 600.000 Euro, Grenzach-Wyhlen mit 160.000 Euro und Schwörstadt mit 40.000 Euro bezuschusst. Die restlichen Kosten finanziert der Tierschutzverein selbst. Im nächsten Schritt sollen die freigewordenen Katzenräume im Altbau in neue Hunde- und Quarantäneplätze umgewandelt werden.
Verein steht stabil da
Kassiererin Sabine Warda stellte in ihrem Kassenbericht für 2025 dar, dass der Verein trotz der hohen Eigenkosten für den Erweiterungsbau immer noch finanziell gut aufgestellt ist. Seitens der Kassenrevisoren gab es keine Beanstandungen an der Kassenführung. Kassiererin und Vorstandschaft wurden einstimmig von den anwesenden Mitgliedern entlastet.
Aufgrund des Ausscheidens von Horatio Gollin als Schriftführer musste der Vorstandsposten neu besetzt werden. Einstimmig wurde Kerstin Mayer zur neuen Schriftführerin bis zu den 2028 anstehenden Vorstandwahlen gewählt.
Kontakt
www.tierschutz-rheinfelden.de, Spendenkonto (Kennwort „Spende“ eintragen), Tierschutzverein Rheinfelden und Umgebung e.V., IBAN: DE23 6835 0048 0002 019305, BIC: SKLODE66XXX