Radler fahren einfach weiter: Pendler ärgern sich über frühe Sperrung

Die Radler nehmen das Gesetz selbst in die Hand.
Heinz VollmarWenn aufgrund von Baumaßnahmen Wege gesperrt werden müssen, dann ärgert dies den einen oder anderen, weil er Umweg in Kauf nehmen muss – die meisten nehmen jedoch die Absperrungen kommentarlos hin. Das ist ganz anders an der Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrer im östlichen Teil der Siedlung in Wyhlen, die von vielen genutzt wird, um entlang des Altrheins über das Stauwehr des Kraftwerks in die Schweiz zu gelangen. Vor allem Berufspendler nutzen diese Strecke, um mit dem Fahrrad zu ihren Arbeitsplätzen in die Schweiz zu gelangen.
Offiziell möglich ist dies jedoch seit einigen Wochen nicht mehr, weil in unmittelbarer Nähe die Trasse für die Bundesstraße B 34 neu gebaut wird. Der Baubeginn am Altrheinzipfel lässt jedoch auf sich warten, lediglich im Westen des Trassenverlaufs sind Erdarbeiten im Gange.
Umso unverständlicher reagieren Passanten, Velofahrer und Wanderer, weil sie die Bahnunterführung seit Wochen nicht mehr nutzen dürfen. Betroffen ist auch die Zuwegung aus Richtung des Auhofs sowie der gesamte Weg, der oberhalb der Anlegestelle der Rheinfähre in Richtung Westen bis zum Altrhein verläuft, auf dem bis am Altrhein auch keinerlei Bauarbeiten geplant sind. Selbst die Beobachtungsplätze für Ornithologen aus Deutschland und der Schweiz können aufgrund der Absperrungen nicht mehr erreicht werden
Dass die hermetische Sperrung der Wege viele ärgert, zeigt die Tatsache, dass die Absperrungen immer wieder beiseitegeschoben werden, um hindurchzukommen. In den vergangenen Tagen waren die Absperrungen sogar mit Drahtsicherungen oder Kabelbindern befestigt worden. Doch auch diese wurden entfernt, weil sich bislang nichts tut, was auf einen Baubeginn für die B 34 neu am Altrhein hindeuten könnte.
Der Ärger über die übertriebene Absperrpraxis ist besonders bei den Berufspendlern in die Schweiz sehr groß, denn für sie bedeutet die Abriegelung, dass sie einen kilometerweiten Umweg über den Kreisel am Ortsausgang von Wyhlen, über die Straße am Kraftwerk bis hin zum Stauwehr in Kauf nehmen müssen, um mit dem Fahrrad zu den schweizerischen Arbeitsplätzen zu gelangen.
Das Regierungspräsidium Freiburg hatte indes gemeldet, dass der Geh-und Radweg nahe des Naturschutzgebietes Altrhein ab Mitte Juli nur eingeschränkt nutzbar sei. Tatsächlich wurden die Wege entlang des Altrheins sowie der Durschlupf östlich der Siedlung Wyhlen schon Mitte Juni gesperrt, was bei vielen für Unverständnis sorgt.