Problem Neozoen: Invasive Ameisenart Tapinoma Magnum in Müllheim

Arbeiterinnen von Tapinoma Magnum an einem Gelköder
zVg/Dr. Martin FelkeNach zwei Ortsbegehungen und den fachlichen Gutachten von Dr. Martin Felke (Institut für Schädlingskunde) wurde das Vorkommen der invasiven Ameisenart Tapinoma Magnum in zwei klar abgegrenzten Bereichen der Stadt bestätigt. Die Gutachten dokumentieren Fundorte, Ausdehnung und Empfehlungen für das weitere Vorgehen – die Stadt plant nun Informationsabende für die Einwohner der betroffenen Gebiete.
„Wir nehmen das Auftreten dieser invasiven Art sehr ernst. Die gute Nachricht ist: Die Verbreitung ist bislang lokal begrenzt. Unser Ziel ist klar — weitere Ausbreitung verhindern und, wo möglich, die Ameise aus den betroffenen Gebieten tilgen. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Anwohnerinnen und Anwohner und handeln gemeinsam mit fachlicher Begleitung. Nur so haben wir eine echte Chance auf Erfolg“, wird Bürgermeister Martin Löffler in einer Pressemitteilung zitiert.
Abflammen wird nicht empfohlen
In Dattingen (Bereich „Im Eckfeld“/Gradweg/Fliederweg) wurde eine Superkolonie mit mehreren Teilnestern entlang von Bordsteinkanten, in Rissen der Asphaltdecke, auf gepflasterten Einfahrten und in kurz gemähten Böschungen nachgewiesen. Ein isolierter Fundort wurde außerdem in einem Garten in der Winzerstraße dokumentiert.
Im Bereich der Straßen „Am Eichwald“ / „Auf der Röte“ wurden zahlreiche Erdnester in Rissen im Bürgersteig, an Bordsteinkanten, auf gepflasterten Einfahrten und in kurz gemähten Flächen festgestellt; der Bereich rund um den Wendehammer ist besonders stark betroffen.
Es handelt sich in beiden Gebieten jeweils um Superkolonien von Tapinoma Magnum; die Art bildet viele miteinander verbundene Teilnester mit permanentem Austausch von Individuen. Tapinoma Magnum besiedelt bevorzugt vegetationsarme, sonnenexponierte, aufheizbare Flächen (Pflaster, Schotter, Rasen kurz gemäht, Risse in Asphalt). Die Ausbreitung wird durch menschliche Verschleppung (zum Beispiel eingetopfte Pflanzen, Grünschnitt) begünstigt. Die vollständige Tilgung ist nur realistisch, wenn Grundstückseigentümer sowie die Stadt koordiniert und konsequent handeln.
Empfohlene Bekämpfungs- und Begleitmaßnahmen sind der gezielte Einsatz von Heißwasser/-schaumverfahren, punktuelle Anwendung von zuckerhaltigen Ködergelen, Einsatz von Kieselgur in überdachten Bereichen, Nematoden als ergänzende Maßnahme, extensive Vegetationsverdichtung und Sanierung rissiger Beläge als präventive Maßnahmen. Abflammen wird nicht empfohlen.
Die Stadtverwaltung wird in Abstimmung mit den betroffenen Anwohnern sowie fachlichen Partnern ein koordinierter Bekämpfungs- und Monitoringkonzept umsetzen. Die Bürger werden gebeten, konkrete Verdachtsfälle zu melden. Zunächst sollten eigene Überprüfungen anhand Aussehens und Geruch (bei Zerdrücken nach süßlichem Aceton) durchgeführt werden.
Hinweise dazu sind auf den Internetseiten der Stadt www.muellheim.de/ameise zu finden. Konkrete Verdachtsfälle, möglichst schon verifiziert als Tapinoma Magnum, können dann mit Auffälligkeiten, Fotos und Standortangaben an E-Mail ameise_tm@muellheim.de (Betreff: Verdachtsfall Ameise) gemeldet werden. Geben Sie Name, Adresse, Telefonnummer, Wohnverhältnis (Eigentum/Miete) und den besten Erreichungszeitraum an.
Informationsbroschüre und Info-Veranstaltungen
Die Stadt hat eine Informationsbroschüre erstellt, die im Rathaus Müllheim und der Ortsverwaltung Britzingen/Dattingen erhältlich ist.
Um direkt mit den betroffenen Bewohnern vor Ort zu sprechen, lädt die Stadtverwaltung zu zwei Informationsveranstaltungen ein: Am Dienstag, 16. Juni, ab 19 Uhr im Gemeindesaal Dattingen sowie am Mittwoch, 17. Juni, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Müllheim.
Was sind die wichtigsten Hinweise für Anwohner?
Es wird darum gebeten keinen Grünschnitt, keine eingetopften Pflanzen oder Bauabfälle aus den betroffenen Gebieten außerhalb des Gebietes zu entsorgen. Solche Materialien können die Art verschleppen.
Kurz geschnittene, weitgehend vegetationsfreie Flächen sind zu vermeiden; dichte Bepflanzung verringert die Eignung für Tapinoma Magnum. Die Stadtverwaltung rät von großflächigen Eigenbekämpfungen mit Abflammgeräten oder ungeeigneten Chemikalien wegen der Gefahr von Bränden und Umweltschäden ab .