Polizei wartet auf Gutachten
: Totes Baby in Maulburg - 94 Hinweise, aber kein Durchbruch

Der Fall des toten Säuglings bei einem Maulburger Waldspielplatz bewegt die Menschen. Die Polizei habe viele Hinweise abgearbeitet, sei aber noch nicht entscheidend weitergekommen.
Von
Bernhard Konrad und Tim Nagengast
Kreis Lörrach
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Eine Spaziergängerin fand das tote Kind am Hang zwischen dem Waldspielplatz und dem Alsbach.

Nagengast

Mittlerweile seien 94 Hinweise bei der Polizei eingegangen, sagte Polizeisprecher Christoph Efinger am Donnerstagnachmittag auf Anfrage unserer Zeitung. Sämtliche Hinweise seien abgearbeitet worden, indes konnte bis zum heutigen Zeitpunkt „noch kein Durchbruch“ erzielt werden, so Efinger.

In „Aktenzeichen XY“

Der Fund des toten Kindes wurde bundesweit bekannt, nachdem er in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ ausgestrahlt worden war. Moderator Rudi Cerne sprach mit der Lörracher Kriminaloberkommissarin Sarah Klotz.

Wie unsere Zeitung berichtete, hat der Polizistin zufolge eine Spaziergängerin das tote Kind gefunden, als sie am Freitag, 10. Oktober, gegen 8.15 Uhr auf dem Alsbachweg im Wald bei Maulburg mit ihrem Hund spazieren gegangen war.

Die Kripo Lörrach geht davon aus, dass die Mutter des Säuglings aus der näheren Umgebung von Maulburg stammen könnte, wie Klotz sagte. Das Baby – ein Junge – könnte in räumlicher und zeitlicher Nähe zum Ablageort geboren worden und die Mutter „jung oder sehr jung“ gewesen sein.

Der Bub sei bereits mehrere Tage tot gewesen. Oftmals sei es Verzweiflung, gar „blanke Not“, die Mütter zu einer solchen Verzweiflungstat treibe, sagte die Lörracher Kriminaloberkommissarin in der TV-Sendung.

Der Beitrag in der Sendung wurde offenbar intensiv wahrgenommen: 47 der knapp 100 Hinweise seien eingegangen, nachdem „Aktenzeichen XY“ ausgestrahlt worden war. Aber auch dieser Aufmerksamkeitsschub brachte für die Ermittlungen keine Wende. Die Polizei warte noch auf die Ergebnisse des rechtsmedizinischen Gutachtens zum Zustand des Kindes, sagte Efinger.

Warten auf das Gutachten

Dieses könnte neue Erkenntnisse bringen, die für die Sicht auf den Fall von großer Bedeutung sein könnten, betonte er. Die Polizei rechne in den nächsten Tagen, spätestens aber innerhalb der kommenden zwei Wochen, mit dem Gutachten. Dann werde sie sich proaktiv an die Öffentlichkeit wenden.

Beim Kriminalkommissariat Lörrach wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Hinweise – auch anonym – nimmt die Kriminalpolizei unter Tel. 0761/8820 oder über Internet www.bkms-system.net/bw-EG-Wald entgegen.