Pharma im Fokus
: Warum Novartis trotz Milliardenbelastung wächst

Bei Novartis hat der negative Einfluss von Nachahmer-Präparaten im dritten Quartal weiter nachgelassen. Das Unternehmen sieht sich wieder auf dem Wachstumskurs.
Von
sda
Basel
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Novartis-Aktien legen am Dienstag nach denneuesten Quartalszahlen im vorbörslichen Handel gegen denallgemeinen Markttrend zu.

Novartis-Aktien legen am Dienstag nach denneuesten Quartalszahlen im vorbörslichen Handel gegen denallgemeinen Markttrend zu.

Michael Werndorff
  • Novartis steigert Q3-Umsatz auf 14,5 Mrd. US-Dollar, plus 4 % bei konstanten Wechselkursen.
  • Operativer Gewinn sinkt auf 1,8 Mrd., netto 1,2 Mrd. – Grund ist eine Wertminderung von 1,9 Mrd.
  • Kern-Betriebsgewinn steigt auf 6 Mrd. und übertrifft den AWP-Konsens von 5,6 Mrd.
  • Ausblick: operativer Kerngewinn stabil bis leicht höher, Umsatzwachstum weiter niedrig einstellig.
  • CEO Narasimhan warnt EU: schwache Vergütung bremst Innovation, Investitionen werden geprüft.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Im dritten Quartal setzte Novartis laut Mitteilung vom Dienstag 14,5 Milliarden US-Dollar um. Das ist vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich eine Zunahme von ebenfalls vier Prozent. Damit nimmt die geschäftliche Entwicklung von Novartis weiter Fahrt auf: Nachdem der Konzern im ersten Quartal wegen der Markteinführung von Generika für wichtige Blockbuster noch ein Umsatzminus ausgewiesen hatte, war er bereits im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurückgekehrt.

Novartis hatte zuletzt immer wieder hervorgehoben, dass die Erosion durch Nachahmer-Mittel ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte. Umsatzbringer wie Entresto, Promacta und Tasigna haben im vergangenen Jahr ihren Patentschutz verloren. Konzern-Chef Vas Narasimhan hatte dabei betont, dass die negativen Auswirkungen in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich stärker ausfallen dürften als in der zweiten.

Beim operativen Gewinn verbuchten die Basler einen Einbruch um 59 Prozent auf 1,8 Milliarden. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 1,2 Milliarden nach 3,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Grund für den deutlichen Rückgang ist die partielle Wertminderung bei dem gescheiterten Produktkandidaten Del-Desiran im Umfang von 1,9 Milliarden. Zur Erinnerung: Novartis hatte zuletzt mit verschiedenen Misserfolgen in der späten Forschungsphase zu kämpfen.

Novartis erwartet Wachstum

Für Analysten ist aber vor allem der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn entscheidend. Mit sechs Milliarden zog dieser gegenüber dem Vorjahreswert an und übertraf den AWP-Konsens von 5,6 Milliarden.

Für das Gesamtjahr passt Novartis die bisherige Gewinn-Zielsetzung an. So wird für den operativen Kerngewinn neu ein stabiles Ergebnis bis zu einem leichten Anstieg erwartet. Hier hatte Novartis bisher einen Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Das Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen sieht das Management weiter im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Mahnende Worte Richtung EU

Nachdem Roche bereits mahnende Worte in Richtung EU ausgesprochen hat, folgt nun Novartis-Chef Vas Narasimhan. Am Dienstag während einer Telefonkonferenz mit Journalisten nach den Zahlen zum dritten Quartal sagte er, Novartis halte zwar an seinen bestehenden Investitionen in Europa fest, prüfe angesichts der ausbleibenden Fortschritte bei der Vergütung innovativer Medikamente aber weitere Investitionen kritisch. Narasimhan kritisiert insbesondere die deutsche Regierung und die mangelnde Honorierung von Innovationen in Europa: Der Kontinent verliere dadurch im Wettbewerb mit den USA und China an Attraktivität als Standort für biomedizinische Innovationen.

Nach den jüngsten Misserfolgen drehten sich die meisten Fragen der Journalisten allerdings um diese Themen. Zur Erinnerung: Novartis hatte Anfang September mit verschiedenen Misserfolgen in der späten Forschungsphase zu kämpfen. In der Telefonkonferenz nun zeigt sich der Novartis-Chef trotzdem zuversichtlich und sieht keinen Anlass, die Forschungs- oder Übernahmestrategie des Konzerns grundlegend zu ändern. Zwar seien die Ergebnisse der Studien zu Pelacarsen und
Del-desiran hinter den Erwartungen zurückgeblieben, dies gehöre jedoch zum normalen Risiko der Medikamentenentwicklung.