Pharma im Fokus: Novartis-Chef – „Ich war am Boden zerstört“

Rückschläge gehören auch zum Pharmageschäft von Novartis.
Michael Werndorff- Novartis-Chef Vas Narasimhan bleibt trotz Forschungsrückschlägen bei Wachstumszielen.
- Q3-Zahlen fielen besser aus, der Gewinnausblick wurde am Morgen angehoben.
- Rückschläge: Todesfälle in CAR-T-Studien, Phase-III-Flops bei Herz und neuromuskulär.
- Del-desiran scheiterte, VHB937 für ALS wurde gestoppt – Reingewinn sank um 70 Prozent.
- Narasimhan setzt auf Pluvicto und Remibrutinib, Entresto-Effekt soll nachlassen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Novartis ist auf gutem Weg, die erste Runde an Patentabläufen hinter sich zu lassen - und das obwohl der Konzern zum Ende des dritten Quartals noch verschiedene schmerzhafte Forschungsrückschläge verbucht hat. Konzern-Chef Vas Narasmihan lässt sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. „Wir gehen davon aus, unsere mittelfristigen Wachstumsziele
trotzdem zu erreichen“, sagte er am Dienstag im Gespräch mit AWP. Am Morgen hatte Novartis mit seinen Zahlen zum dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten und den Gewinnausblick angehoben (wir berichteten).
Novartis war im September in die Schlagzeilen geraten, als der Konzern drei Todesfälle in Studien zu seinem Autoimmun-CAR-T-Therapeutikum hinnehmen musste. Dann folgten Forschungsrückschläge in einer Phase-III-Studie im kardiovaskulären Bereich und bei einem neuromuskulären Behandlungskandidaten aus der Zwölf-Milliarden-Dollar-Übernahme von Avidity Biosciences. Schließlich stellte Novartis die Entwicklung des Wirkstoffkandidaten VHB937 zur Behandlung der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) ein.
„Ich war am Boden zerstört“, sagt Narasimhan auf die Frage, wie seine erste Reaktion auf die gescheiterten Phase-III-Studien war. Gerade der Herz-Kreislauf-Kandidat Pelacarsen habe ihn sehr
getroffen: „Ich habe seit 2015 an dem Kandidaten mitgearbeitet und hatte große Hoffnungen, dass er funktionieren könnte.“ Aber auch die gescheiterte Studie mit Del-desiran zur Behandlung
der Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1 sei traurig. „Wir hatten gehofft, diesem Patienten eine Behandlungsmöglichkeit bieten zu können.“ Dieser Misserfolg hat auch Spuren in der Bilanz hinterlassen. Im dritten Quartal sackte der Reingewinn um 70 Prozent ab, weil der Konzern eine partielle Wertminderung für den Kandidaten verbucht hat.
Novartis werde die anderen beiden Kandidaten, die es im Zuge der Avidity-Übernahme im vergangenen Jahr ins Haus geholt hatte, aber weiter fortführen. Es werde nun etwas länger dauern, bis sich dieser Zukauf beginne auszuzahlen, erklärte Narasimhan die Logik
dahinter.
Statt aber jetzt Trübsal zu blasen, betont der Novartis-Chef, dass solche Rückschläge zum Pharma-Geschäft gehörten. Er habe denn auch mit beiden Teams gefeiert – ebenso, wie er mit Teams bei
erfolgreichen Programmen feiere. „Außerdem habe ich ihnen geraten, ein paar Tage nicht auf den Aktienkurs zu schauen.“ Tatsächlich hat sich die Novartis-Aktie von dem Taucher schon wieder erholt. Und auch beim Blick nach vorn zeigt sich Narasimhan nicht weiter besorgt. So werde der Entresto-Effekt immer weiter nachlassen. Zur Erinnerung: Das Herzmittel hat in den USA seinen Patentschutz verloren, sodass günstige Nachahmerpräparate den Umsatz belasten.
Sein Optimismus fußt dabei sowohl auf den bereits zugelassenen Wachstumsträgern wie der Radioligandtherapie Pluvicto als auch den Pipeline-Kandidaten. So traut Narasimhan etwa dem MS-Mittel Remibrutinib Spitzenumsätze von mehreren Milliarden US-Dollar zu.