Ortschaftsrat Brombach: Jörg Lutz verspricht: „Die Hellbergschule kommt jetzt dran“

Ein Hochwasserrückhaltebecken am Zusammenfluss von Tannengraben und Münchhäuslisgraben soll in Brombach im Falle von Extrremereignissen für einen besseren Hochwasserschutz sorgen (Symbolfoto).
Kristoff Meller„Die Hellbergschule kommt jetzt dran.“ Oberbürgermeister Jörg Lutz eröffnete mit dieser positiven Nachricht die Vorstellung des städtischen Haushalts für 2026 im Ortschaftsrat Brombach. Durch die geplante Umwidmung der Werkrealschule in eine voraussichtlich dreizügige Realschule muss die Schule erweitert und saniert werden. Für die Sanierung der Bestandsgebäude steht eine erste Rate von 500 000 Euro und für die weitere Planung von 50 000 Euro bereit.
Haushalt
Der Haushaltsplanentwurf wurde zusammen mit Kämmerer Peter Kleinmagd erläutert. Nach wie vor ist, wie schon berichtet, die Haushaltslage in Lörrach äußerst schwierig. Darum müsse das Hans-Thoma-Gymnasium auf die dringend erforderliche Erweiterung vorerst noch warten.
OB Lutz sei noch nie so freudig in den Ortschaftsrat Brombach gefahren. Denn im Haushalt steht eine erste Sanierung des Rathauses Brombach (Elektrik und weitere Planung) mit 150 000 Euro. Im Tiefbau sind 50 000 Euro für die Planung des Hochwasserschutzes in Brombach veranschlagt.
Stefan Kranzer (Freie Wähler) äußerte sich zufrieden, dass es jetzt mit der Sanierung des Brombacher „Schlössles“ losgehe. Zugleich fragte er, ob die vielen teuren externen Gutachten wirklich nötig seien. Schließlich habe die Stadtverwaltung selber sachkundige Mitarbeiter.
Thomas Böhringer (SPD) bemängelte, dass beim „Schlössle“ nur die Elektrik in Angriff genommen werde. „Wir müssen Schadenbegrenzung an der Bausubstanz durchführen.“ Dabei spielte er auf den zunehmend abbröckelnden Außenputz an. Oliver Wenk (CDU) ergänzte: „Auch der Gemeindekindergarten hat es nötig.“
Lutz verwies wieder auf die schlechte Haushaltslage. Um einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen, müsse man auf vieles verzichten. Eine Generalsanierung der alten Gewerbeschule in Brombach, die mehrere Millionen erfordere, sei einfach nicht drin.
Ortsvorsteherin Silke Herzog meinte: „Mit der Hellbergschule sind wir auf dem richtigen Weg.“ Seit Jahren kämpfte der Ortschaftsrat für eine Aufwertung des Schulstandorts. Dass endlich in der Ortsverwaltung eine Sanierung beginne, sei positiv zu bewerten.
Der städtische Haushaltsplanentwurf sowie die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Abwasserbeseitigung, Stadtwerke, Stadtgrün und Friedhöfe sowie Werkhof wurden einstimmig gutgeheißen.
Hochwasserschutz
In den vergangenen Monaten haben Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und der Interessengemeinschaft der betroffenen Anlieger unter Mitwirkung von Ortsvorsteherin Silke Herzog stattgefunden. Diese wurden von den Anliegern bereits als konstruktiv bezeichnet. Es gab sowohl positive Rückmeldungen als auch kritische Stimmen bezüglich der Bereitstellung der Grundstücke beziehungsweise von Grundstücksteilen.
Jetzt lag eine Beschlussvorlage der Stadtverwaltung mit dem langen Titel „Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge Brombach – Planung eines Hochwasser-Rückhaltebeckens im Bereich der Adelhauser Straße (Tannengraben / Münchhäuslisgraben) – Vorentwurfsplanung“ vor. Darin werden mehrere Varianten eines möglichen Hochwasserschutzes gegenübergestellt. Der Fachbereichsleiter Tiefbau, Klaus Dullisch, erläuterte die Vorplanungen.
Rückhaltebecken
Der in den ersten Überlegungen 2021 favorisierte Entlastungskanal entlang der Adelhauser Straße wurde inzwischen verworfen und wird nicht weiterverfolgt. Auf Grund mehrerer Berechnungen zu den möglichen Regenmengen bei einem „Jahrhundertereignis“ wurde jetzt eine Vorplanung mit drei Varianten erarbeitet.
Auf Basis der Modellberechnungen ist ein Hochwasserrückhaltebecken am Zusammenfluss von Tannengraben und Münchhäuslisgraben am effektivsten. Dazu gibt es zwei Varianten, die zunächst weiterverfolgt werden sollen. Ein näherer Zeitplan kann derzeit nicht genannt werden, da dieser unter anderem vom weiteren Planungsprozess und den Grundstücksverhandlungen abhängig ist. Der Ortschaftsrat beschied die Vorlage positiv.
Veränderungssperre
Für das Gewerbegebiet Entenbad lag dem Ortschaftsrat eine Anfrage zur Errichtung einer Spielhalle vor. Die Stadtverwaltung will das Gewerbegebiet aber ausschließlich für Gewerbeflächen vorhalten. Auch der Bebauungsplan sieht „grundsätzlich gewerbliche Nutzungen“ vor.
Aus diesem Grund war am 14. Dezember 2023 eine Veränderungssperre beschlossen worden. Diese musste jetzt verlängert werden. Derzeit ist ein neuer Bebauungsplan in der Planung, der die Nutzungsmöglichkeiten eindeutig bezeichnen soll.
Der Ortschaftsrat stimmte der Verlängerung der Veränderungssperre einstimmig zu.