OB-Wahl in Offenburg
: Tobias Benz zeigt sich bestens vorbereitet

Sieben Kandidaten wollen am 11. Oktober neuer Oberbürgermeister von Offenburg werden – darunter Grenzach-Wyhlens Bürgermeister Tobias Benz, der sich den Wählern am Dienstagabend vorgestellt hat.
Von
Uwe Thomes
Grenzach-Wyhlen/Offenburg
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Tritt im Rennen um das  Amt des Oberbürgermeisters von Offenburg gegen sechs Kandidaten an: Tobias Benz.

Tritt im Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters von Offenburg gegen sechs Kandidaten an: Tobias Benz.

Uwe Thomes
  • Offenburg wählt am 11. Oktober einen neuen OB, sieben Kandidaten traten zur Vorstellung an.
  • Favorit ist Tobias Benz, Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen, mit starker regionaler Bindung.
  • Benz betonte Erfahrung und Bürgernähe – er sprach mit vielen Gruppen und versprach Präsenz.
  • Weitere Bewerber sind Julian Christ, Ulrich Albicker, Fritz Düker, Okan Altun, Emanuel Rohr und Yasemin Tondo.
  • Amtszeit von OB Marco Steffens endet am 2. Dezember – Vereidigung des Nachfolgers am 7. Dezember.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am 11. Oktober 2026 wählt Offenburg einen neuen Oberbürgermeister (OB). Am Montagabend stellten sich die sieben Kandidaten, darunter eine Frau, dem Publikum vor. Als Favorit gehandelt wurde vor der Vorstellungsrunde Tobias Benz, der aktuell amtierende Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen. Die Amtszeit des seit Oktober 2018 die Geschäfte der Stadt leitenden OB Marco Steffens endet am 2. Dezember, am 7. Dezember wird sein Nachfolger beziehungsweise seine Nachfolgerin im Rahmen der Gemeinderatssitzung vereidigt.

46.800 Bürger sind aufgerufen, sich am 11. Oktober an die Wahlurne zu begeben, der Termin für eine mögliche Stichwahl ist der 25. Oktober. Neben Benz stehen zur Wahl: Julian Christ, Ulrich Albicker, Fritz Düker, Okan Altun, Emanuel Rohr und Yasemin Tondo. Der scheidende OB eröffnete die Vorstellungsrunde und wünschte sich einen fairen Wettbewerb: „Demokratie erfordert Freiheit und Freiheit erfordert Demokraten.“ Die Redezeit der Kandidaten inklusive der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum wurde auf 20 Minuten begrenzt.

Eröffnet wurde die Runde von Julian Christ, dem vermeintlich härtesten Konkurrenten von Benz. Wie Letzterer verfügt Christ bereits über viel Erfahrung in Kommunalpolitik und Verwaltungsfragen und ist seit 2017 Bürgermeister der Stadt Gernsbach. Diese Erfahrung brachte er als Argument für sich ein, ebenso wie seine Kontakte zur Landespolitik aus seiner Zeit vor 2017, als er in verschiedenen Ministerien des Landes tätig war.

Benz als zweiter Redner wurde mit mindestens so viel Applaus empfangen, wie Christ verabschiedet wurde. Wie dieser bekräftigte er seine Aussage, dass ihm viel an seiner (noch) jetzigen Gemeinde liege, und wie Christ verwies er darauf, was in seiner Amtszeit dort alles geschaffen wurde: „Kommunalpolitik ist meine große Leidenschaft.“ Benz, der in der Nähe von Offenburg aufgewachsen ist, dort sein Abitur gemacht hat und eigentlich immer stark mit seiner Heimatstadt verbunden war, sieht dies neben seiner Erfahrung als Pluspunkt für sich: „Ich kenne die Region.“ Was auch für ihn spricht: Benz wurde im Oktober 2022 mit einer Stimmenmehrheit von 97,4 Prozent der Stimmen im Amt als Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen bestätigt, dabei von allen fünf Fraktionen des Gemeinderats unterstützt: „Sachliche und verlässliche Arbeit kann Menschen über Parteigrenzen hinaus verbinden.“

Mit vielen Bürgern gesprochen

Was während seiner Rede klar wurde und was sicherlich von der Wählerschaft auch als Pluspunkt für Benz gewertet werden sollte: Er hat sich bestens auf die Wahl vorbereitet, hat im Vorfeld mit vielen Bürgern unterschiedlicher Interessensgruppen gesprochen, sich ihre Wünsche und Kritik angehört. Benz schloss seine Rede, in welcher er alle Themen behandelte, die Offenburg bewegen, mit einem Versprechen: „Ein OB muss verlässlich sein, zuhören können und präsent sein.“ Als dritter Kandidat stellte sich Ulrich Albicker vor. In Offenburg geboren und dort an der Hochschule tätig, ist er kein Kommunalpolitiker, verfügt aber über internationale wirtschaftliche Führungserfahrung: „Heimat und Weltoffenheit sind keine Gegensätze.“

Wenig Konkretes zu Zukunftsfragen

Es folgte der Auftritt von Düker, eine Rede vom mit 21 Jahren jüngsten Bewerber Okan Altun, der viele schöne Ziele nannte, sich zu deren Finanzierung aber naiv äußerte. Rohr legte sich derweil durch seine Forderung nach Rückgängigmachung des erst kürzlich in Kraft gesetzten Parkraumsystems gleich einmal mit Verwaltung und Gemeinderat an. Tondo begann ihre Rede nicht mit den großen Themen, die Offenburg umtreiben, sondern mit kleinen Geschichten aus dem Alltag. In den letzten vier Vorstellungen war wenig Konkretes zu den Zukunftsfragen Offenburgs oder nur zu einzelnen davon zu hören: Wie wird die Stadt widerstandsfähig gegen Hitze und Klimawandel? Wie schützen wir alte Bäume und schaffen zusätzliches Grün? Wie ermöglichen wir sichere und selbstbestimmte Mobilität? Wie entstehen bezahlbare Wohnungen? Wie bleiben Innenstadt und Ortsteile lebendig? Welche Großprojekte können wir uns leisten? Und wie werden die Menschen an Entscheidungen beteiligt?

Stelle müsste umgehend neu ausgeschrieben werden

Was würde es für die Doppelgemeinde am Hochrhein bedeuten, wenn Benz als Sieger der OB-Wahl hervorgeht? Man müsste umgehend die Stelle des Bürgermeisters neu ausschreiben, den Kandidaten eine Frist zur Einreichung ihrer Unterlagen einräumen, Wahltermine festlegen sowie einen Termin für eine Vorstellungsrunde wie jetzt in Offenburg oder unlängst in Schwörstadt. Auf Benz wartet dann eine Doppelbelastung, denn er hatte den Einwohnern versprochen: „Ich werde auch in den kommenden Monaten und gegebenenfalls darüber hinaus mit voller Kraft für Grenzach-Wyhlen arbeiten.“