Neumatt-Brunnwasser im Wandel
: Stadt Lörrach macht Standortvorschlag für neue Feuerwache Nord

Die Stadt Lörrach geht jetzt mit einem konkreten Standort für die neue Feuerwache Nord im Gebiet Neumatt-Brunnwasser in die Gremien.
Von
Bernhard Konrad
Lörrach
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Blick über Hauingen und das Gebiet Neumatt-Brunnwasser Richtung Lörrach

Kristoff Meller

Eines für alle: So könnte die Nutzungsvielfalt des Areals zwischen Haagen und Hauingen beschrieben werden. Die vorliegende Planung berücksichtigt den neuen Standort für die Feuerwache Nord ebenso wie die beabsichtigte Betriebserweiterung des Unternehmens Boschert, Sportflächen, Parkmöglichkeiten sowie potenziell Wohnungsbau.

Was der neue Standort leisten muss

Bei der Suche nach einem neuen Ort für die Feuerwache Nord sei das Ergebnis eindeutig ausgefallen: Die Berechnungen für das Gutachten hätten ergeben, „dass nur bei einem Standort auf diesem Areal die gesetzlich vorgeschriebenen Rettungsfristen eingehalten werden können“, erklärt die Verwaltung in der Sitzungsvorlage.

Aufs Ganze besehen soll der Standort mehrere Bedingungen erfüllen: die Grundstücksgröße von rund 10.000 Quadratmetern soll unter anderem Platz bieten für eine Fahrzeughalle, einen Bereitschaftsraum, Werkstätten, das Verwaltungsbüro, Schulungsräume, eine Übungsfläche sowie knapp 100 Stellplätze für Feuerwehrleute .

Eine interne Arbeitsgruppe hatte die Lage unter mehreren Gesichtspunkten ausgesucht: etwa die Zeitspannen zum Ausrücken der Einsatzkräfte, Auswirkungen der Lärmentwicklung auf die Nachbarschaft, Eigentumsverhältnisse sowie Starkregen- und Hochwassergefahren. Im Ergebnis wurde eine Fläche im Nord-Osten des Gebiets gefunden. Da der angrenzende Bebauungsplan „Gartenstraße“ ein Mischgebiet ausweist, sei dort das Thema Lärmemissionen für den Feuerwehrstandort vergleichsweise günstig. Die Fläche befinde sich zudem im Eigentum der Stadt, darüber hinaus seien Risiken durch Starkregen- und Hochwasser gering.

Die erste Grobkostenschätzung

Zur genaueren Bewertung des favorisierten Standorts wurde ein Fachbüro hinzugezogen: Das Zwischenergebnis deute auf die Realisierbarkeit der Pläne hin. Eine erste Grobkostenschätzung (Baukostenindex 2025) geht von Baukosten in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro aus. Die jährlichen Baukostensteigerungen sowie Planungskosten sind in dieser Summe nicht enthalten.

Der Prozess wird Auswirkungen auf die Gesamtstruktur des Gebietes „Neumatt-Brunnwasser“ haben. Mit der Festlegung auf den Standort der Feuerwache Nord und den Erweiterungsabsichten der Firma Boschert werde „entscheidender Einfluss auf die Entwicklung des Gebiets ausgeübt“, so die Fachbereichsleiter Gerd Haasis und Alexander Nöltner sowie Lörrachs Feuerwehrkommandant Michael Ortlieb unisono.

Optionen für den Vereinssport

Sportflächen verortet die Planung der Stadt – auch unter dem Gesichtspunkt der Lärmentwicklung – zwischen der Feuerwache und dem Gewerbebetrieb. Hierdurch werde die Option geschaffen, Parkflächen im Idealfall doppelt zu nutzen – für den Sport und die Feuerwehr. Grundvoraussetzung für diese Entwicklung sei ein „robustes Grundgerüst“ der Erschließung: Angedacht ist eine durchgehende Verbindung zwischen der Hornberg- und der Hauinger Straße, damit jederzeit die Zu- und Ausfahrt gewährleistet ist. Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung plant außerdem den Bau eines Regenklärbeckens. Der Standort sei noch zu definieren.

Potenziale für den Wohnungsbau

Und: Auf der potenziell verfügbaren Fläche zur Entwicklung von Wohnraum konnte in einer ersten Schätzung – unter Annahme einer Dichte wie in den Quartieren „Alte Weberei Conrad“ und „Neue Mitte Nordstadt“ – ein Potenzial für rund 300 Wohneinheiten prognostiziert werden.

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