Neues Angebot in Schliengen
: Toaster, Kofferradio & Co. gemeinsam reparieren

„Reparieren statt wegwerfen“ ist das Motto von Repair-Cafés. In Müllheim, Weil am Rhein, Heitersheim oder Bad Krozingen gibt es sie bereits – ab dem Herbst auch in Schliengen.
Von
Silke Hartenstein
Schliengen
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Schreinermeister Karsten Willmann in seiner Werkstatt

Silke Hartenstein

In der barrierefrei zugänglichen Mensa der Hebelschule in Schliengen steht ab dem 11. Oktober ein sechsköpfiges Team Fachkundiger aus den Bereichen Elektronik, Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung sowie Textilien bereit. Dann wird gemeinsam repariert statt weggeworfen.

Bei der Repair-Café-Vereinsgründung am 7. Mai mit 15 Gründungsmitgliedern wurde der selbstständige Schreinermeister, Klimaschutzmanager und Grünen-Gemeinderat Karsten Willmann zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Georg Kirsch – der Pädagoge an der Hebelschule ist bekannt durch die Erfolge der Schülerteams von „Jugend forscht“, die er dort seit langem begleitet.

Alle zwei Monate

Willmann erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, was man sich unter einem Repair-Café vorzustellen hat: Die rund vierstündigen Angebote werden voraussichtlich alle zwei Monate an Samstagvormittagen veranstaltet. Dann stehen in der Mensa der Hebelschule eine mobile Werkbank, ein Werkstattwagen und vor allem fachkundige Ehrenamtliche bereit.

Ressourcen sparen

Repariert werden defekte Alltagsgegenstände. Das Spektrum reicht von Elektrogeräten wie Toastern und Kofferradios bis zu Rasenmähern, Fahrrädern, Textilien und Kleinmöbeln. Was Größe und Gewicht betreffe, sagt Willmann, gelte als Regel: Ein Mensch müsse die reparaturbedürftigen Gegenstände aus eigener Kraft transportieren können. Drucker werden nicht angenommen, denn: „Standarddrucker sind nicht reparierbar. Eigentlich sind sie das Paradebeispiel für die Wegwerfgesellschaft.“

Repair-Cafés seien keine Konkurrenz für Profis, stellt Willmann klar, sondern wollten professionelle Reparaturbetriebe ergänzen, statt sie zu verdrängen. Ziel sei es, Ressourcen zu sparen.

Die Initiatioren des Repair-Cafés haben ein eigenes Logo gestaltet.

Foto: Silke Hartenstein

Um den Menschen Nachhaltigkeit und Selbstwirksamkeit nahe zu bringen, sollten die defekten Alltagsgegenstände möglichst gemeinsam repariert werden. Bei komplexen Fällen werden Adressen von Experten, von Lieferanten spezieller Ersatzteile oder auch von Video-Tutorials weiter gegeben. Das Team orientiert sich an bestehenden Repair-Café-Leitlinien, dazu gehören ein Gewährleistungsausschluss und die Begrenzung auf zwei Reparaturversuche pro Gegenstand.

Wissen austauschen

Repair-Cafés bieten eine Plattform für den Austausch von handwerklichem Wissen. Und weil sie zudem Generationen miteinander verbinden und Menschen zusammen bringen wollen, gibt es dort auch Kaffee und Kuchen. Freiwillige Spenden fließen an den Förderverein der Hebelschule und können für spezielle Reparaturausstattungen genutzt werden. Die Gemeinde Schliengen als Schulträger unterstützt den jungen Verein und stellt den Raum in der Hebelschule zur Verfügung. So konnte der Verein auch einen Förderantrag beim Förderprojekt „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE) stellen, um die erforderliche Ausstattung anzuschaffen. Der Antrag ist bereits bewilligt.

Das Repair-Cafe startet am Samstag 11. Oktober, von 10 bis 13 Uhr in der Mensa der Hebelschule Schliengen. Für das Team des Repair-Cafés werden noch weitere Fachkundige gesucht. Kontakt: Jürgen Kuhnert, E-Mail: juer.kuhnert@freenet.de