Neuer Lernort: Damit Kinder auch im Krankenhaus lernen können

Insgesamt kann die Schule bis zu 55 Schüler aufnehmen. Zum Kollegium gehören 19 Lehrkräfte.
Landratsamt Lörrach / Stefan Heigl- Neue Erich Kästner-Schule auf dem Klinikcampus Lörrach eröffnet am 21. Oktober.
- Schule für Kinder in längerer Krankenhausbehandlung mit Nähe zur Versorgung.
- Ausstattung: sieben Klassenräume, Fachraum, Werkraum, drei Förderräume, Mehrzweckraum.
- Kapazität bis 55 Schüler, 19 Lehrkräfte – Bildung von Klasse 1 bis Oberstufe/Berufsschule.
- Neuer Standort verbessert Räume; bisher beengt, seit über 40 Jahren bestehend.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – mit diesem Gedanken von Erich Kästner lässt sich auch die Entstehung der neuen Erich Kästner-Schule auf dem Klinikcampus in Lörrach verbinden. Mit der Entscheidung zum Bau eines Zentralklinikums wurde zugleich der Grundstein für das Zentrum für seelische Gesundheit, inklusive einer Schule für Schülerinnen und Schüler in längerer Krankenhausbehandlung, gelegt.
Inzwischen hat die Erich Kästner-Schule ihren neuen Standort bezogen und wurde am 21. Oktober in einer Feierstunde offiziell eingeweiht. Der Neubau bietet zeitgemäße Lern- und Förderräume in unmittelbarer Nähe zur medizinischen Versorgung. Damit erhalten Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer körperlichen oder psychischen Erkrankung längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden, geeignete Bedingungen, um ihre schulische Bildung fortzusetzen. Bei der Einweihung würdigten Landrätin Marion Dammann, Schulamtsdirektor Rudolf Schick, Vorsitzender Kliniken-Geschäftsführer Udo Lavendel, Chefarzt Clemens Keutler und Schulleiterin Barbara Timm in ihren Grußworten die Bedeutung des neuen Schulstandorts.
„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück“, zitierte Marion Dammann Benjamin Britten. „Der strukturierte Alltag in der Klinikschule hilft Kindern und Jugendlichen in einer herausfordernden Lebensphase, den Anschluss an den Lernstoff zu halten, Orientierung zu geben und ein Stück Normalität zu vermitteln. Damit unterstützt die Schule ganz maßgeblich den Genesungsprozess“, so Dammann. Im Namen des Kreistags und der Verwaltung dankte die Landrätin dem ZfP Emmendingen sowie den beteiligten Architekten und Planern ausdrücklich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement.
Bei einem Rundgang konnten sich die Gäste ein Bild von den Räumlichkeiten und den besonderen Anforderungen des Schulalltags machen. Unter den Teilnehmenden waren Vertreterinnen und Vertreter des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen, der Psychotherapie und des pädagogischen Erziehungsdienstes, der Politik, des Kreistags und des Landratsamts sowie des Kollegiums und des Fördervereins der Schule.
Längere Zeit im Krankenhaus
Die Erich Kästner-Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Schüler in längerer Krankenhausbehandlung (SBBZ SilK) in Trägerschaft des Landkreises Lörrach. Sie unterrichtet Kinder und Jugendliche, die wegen einer körperlichen Erkrankung längere Zeit in der Kinderklinik verbringen oder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt werden. Das Bildungsangebot reicht von der ersten Klasse bis zur gymnasialen Oberstufe beziehungsweise Berufsschule. Ziel ist es, auch während eines längeren Krankenhausaufenthalts schulische Kontinuität zu ermöglichen.
Die Schule besteht seit über 40 Jahren
Die Schule besteht seit über 40 Jahren. Sie war zunächst im Kreiskrankenhaus in der Spitalstraße und ab 2006 in der Humboldtstraße, in der Nähe des St. Elisabethen-Krankenhauses, untergebracht. Die bisherigen Schulräume waren beengt. Zudem muss die Schule zwingend in unmittelbarer Nähe zu den Kliniken liegen. Der Neubau schafft nun deutlich bessere räumliche Voraussetzungen für Unterricht und individuelle Förderung. Zur Ausstattung gehören sieben Klassenräume, ein naturwissenschaftlich ausgerichteter Unterrichtsraum, ein Werkraum, drei Räume für die Einzelförderung sowie ein Mehrzweckraum für größere Lerngruppen. Eine kleine Schulküche und weitere Räume für Schulleitung, Verwaltung und Lehrkräfte sowie Lehr- und Lernmittel ergänzen die Ausstattung. Insgesamt kann die Schule bis zu 55 Schüler aufnehmen. Zum Kollegium gehören 19 Lehrkräfte.
Der Neubau steht im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung in Lörrach. Im Zuge der Planungen für das Zentralklinikum wurde auch die psychiatrische Versorgungsstruktur neu organisiert. Das ZfP Emmendingen übernahm zum 1. Januar 2025 die Erwachsenenpsychiatrie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lörrach und errichtete auf dem Klinikcampus das Zentrum für seelische Gesundheit.