Neue Bestattungsmöglichkeit: Der Rümminger Friedwald ist feierlich eröffnet worden

Bei der Eröffnung des Rümminger Friedwalds (von links): die drei Verantwortlichen vom Forstbezirk Hochrhein Nicole Enderß, Markus Vater und Oliver Gerardi
Holger SchlichtDie Firma FriedWald mit Sitz in Grießheim ist der Betreiber des Friedhofs unter Bäumen, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rümmingen und deren Bürgermeisterin Joana Carreira als rechtlicher Träger des Projekts und den Verantwortlichen des Forstbezirks Hochrhein mit Sitz in Schopfheim.
Da sich immer mehr Menschen eine Beisetzung im Wald wünschen, entstand bei den Verantwortlichen die Idee, auf dem 54 Hektar großen Waldstück einen Bestattungswald entstehen zu lassen. Am Parkplatz wurde ein neue Infotafel erstellt, an der man sich über den Wald, die vorhandene Infrastruktur, die Lage der Bestattungsbäume sowie die Friedwald-Philosophie informieren kann. Ebenfalls am Parkplatz befindet sich eine barrierefreie Toilette, die die Besucher benutzen können.
Der Grillplatz am Parkplatz bleibt frei nutzbar. Dieser wird, wie das gesamt Waldgebiet, von den Mitarbeitern von ForstBW gepflegt. ForstBW stellt auch die Friedwaldförster, die die Besucher bei Waldführungen, der Baumauswahl oder Beisetzungen begleiten. Der Bauwagen am Rande des Parkplatzes dient als Büro und Schutzraum im Wald.
Andachtsplatz angelegt
Am Ende des neu geschaffenen Wegs im angrenzenden Wald wurde ein Andachtsplatz angelegt. Dieser ist mit Holzbänken, einem Rednerpult und einer Stele zum Abstellen der Urne ausgestattet. Ein großer Stamm, dem angrenzenden Wald entnommen, mit einem fein ausgesägten Kreuz ist der Blickfang des Andachtsplatzes. Dieser wurde von einem Förster des ForstBW bearbeitet und aufgestellt. Am Rande des Platzes wurden junge Wildobstbäume gepflanzt, einer davon wurde bei der Eröffnungsfeier als Eröffnungsbaum gepflanzt.

Felix Reining, Vorstand von ForstBW, Matthias Laufer, Geschäftsführer der Firma FriedWald, die Rümminger Bürgermeisterin Joana Carreira und ihre Vorgängerin Daniela Meier (von links) pflanzten gemeinsam den Eröffnungsbaum am Andachtsplatz, eine Wildbirne.
Foto: FriedWald/Jan KriwanekDer Andachtsplatz ist für Trauerfeiern unter freien Himmel gedacht, die von den Angehörigen ganz individuell gestaltet werden können.
Torben Lenhart, Waldbetreuer der Firma FriedWald, erklärte den Anwesenden die Philosophie des Friedwald-Projekts. Grundidee ist die naturnahe Bestattung unter einem natürlich gewachsenen Baum, den sich entweder die Angehörigen oder jeder, der sich für diese Art von Bestattung interessiert, schon bei Lebzeiten aussuchen kann.
Die Asche der Verstorbenen wird in biologisch abbaubaren Urnen beigesetzt. Die Grabpflege übernimmt die Natur, eine Namenstafel am Baum erinnert, wenn gewünscht, an die Verstorbenen.
100 Bäume stehen zur Wahl
Der Friedwald auf dem Wittlinger ist ein Mischwald mit Ahorn, Buche, Douglasie, Eiche, Hainbuche, Kirsche und Lindenbäumen. Allerdings wurden laut den Forstbeamten aus Sicherheitsgründen viele alte Bäume in dem Waldstück gefällt, so dass der Wald zumindest momentan keinen besonders idyllischen Anblick bietet. Laut Lenhart stehen derzeit aber 100 meist jüngere Bäume als Bestattungsbäume zur Auswahl.
Die Bäume, die noch nicht vergeben sind, werden mit bunten Bändern gekennzeichnet, die je nach Farbe auf die Bestattungsmöglichkeiten hinweisen. Blaue Bänder kennzeichnen einen Generationenbaum, bei dem zum Beispiel mehrere Generationen einer Familie bestattet werden können. Unter einem Baum mit einem roten Band dürfen Paare ihre letzte Ruhe finden. Die gelben Bänder zeigen einzelne Plätze an. Die jeweiligen Beisetzungszeremonien werden ganz den Angehörigen überlassen.

Die Jagdhornbläser Vorderes Kandertal vor dem Andachtsbaumstamm
Foto: Holger SchlichtZur feierlichen Eröffnung des Friedwalds erfüllten dann die Töne der Jagdhornbläser aus dem vorderem Kandertal den Rümminger Wald, bevor verschiedene Redner, darunter auch die Bürgermeisterin von Rümmingen, Joana Carreira, das Friedwald-Projekt vorstellten und sich darüber freuten, dass diese naturnahe Bestattungsalternative sehr problemlos und in guter Zusammenarbeit aller Beteiligten umgesetzt worden sei.