Müllheim im Markgräflerland
: Joachim Gauck erhält den Preis der Gutedelgesellschaft

Mit dem Preis, einem Fass Markgräfler Gutedel, wird „öffentlich wirksamer, kreativer Eigensinn“ geehrt. Die Preisübergabe ist im März.
Von
Dorothee Philipp
Müllheim
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Joachim Gauck, Bundespräsident a. D., wird mit dem Markgräfler Gutedelpreis ausgezeichnet.

Britta Pedersen/dpa

Joachim Gauck erhält den Markgräfler Gutedelpreis 2026. Das gab Christoph Wirtz, Vorstandsmitglied der Markgräfler Gutedelgesellschaft, am Dienstag im Rahmen der Kabarettveranstaltung mit Frank Lüdecke im Stadthaus von Neuenburg bekannt.

Joachim Gauck, geboren 1940 in Rostock, war von 2012 bis 2017 elfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Die Auswahl der Laureaten zeigt immer deutlicher, dass sich die Gutedelgesellschaft, 1997 gegründet von Winzer Hermann Dörflinger und Kabarettist Matthias Deutschmann, als wichtiges Sprachrohr für gesellschaftspolitischen Diskurs jenseits der reinen Spaßmacherei versteht.

Mit dem Preis, einem Fass Markgräfler Gutedel, wird am 4. März 2026 zum 30. Mal „Öffentlich wirksamer, kreativer Eigensinn“ geehrt.

„Damit meinen wir jene besondere Mischung aus Haltung und Mut, aus Klarheit und Originalität, die Menschen dazu befähigt, unserer Gesellschaft einen eigenständigen Impuls zu geben. Eigensinnig ist, wer nicht in die gängigen Muster einrastet, wer weder dem bequemen Konsens noch dem Impuls des schrillen Alarmismus nachgibt, sondern aus eigener Überzeugung etwas formuliert und lebt, das Orientierung stiftet“, begründete Wirtz die Wahl des Preisträgers.

Jahrzehntelanger Einsatz für Demokratie

Gauck werbe seit Jahrzehnten für ein tieferes Verständnis der Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens, er spreche mit der Erfahrung eines Lebens unter den Bedingungen der Unfreiheit unmittelbar zu den Menschen, wies Wirtz auf die Biografie Gaucks als Pastor in der DDR später als Leiter der nach ihm benannten Behörde zur Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen hin.

„Zuversicht, Mut und Toleranz“

Gauck stehe mit seiner persönlichen Integrität gegen Verunglimpfung, Alarmismus und die Verächtlichmachung des jeweils „Anderen“ und strahle so Zuversicht, Mut und Toleranz aus, sagte Wirtz. Das Publikum im voll besetzten Saal zeigte seine Begeisterung für diese Nachricht mit einem langen, empathischen Beifall.