Müllentsorgung im Landkreis: Wie die Kreismülldeponie fit für die Zukunft gemacht wird

Die Kreismülldeponie Scheinberg wird wachsen.
Uwe ThomesDer Landkreis Lörrach hat am Donnerstagnachmittag Vertretern der umliegenden Gemeinden auf der Kreismülldeponie Scheinberg einen Überblick über das gegeben, was sich dort seit dem letzten Jahresgespräch getan hatte und was geplant ist.
Moderne Reststoffdeponie
Seit Inbetriebnahme 1977 hat sich die Kreismülldeponie zu einer modernen Reststoffdeponie entwickelt, in der nur chemisch unbedenkliche und nicht verrottbare Abfälle abgelagert werden dürfen. Private und gewerbliche Anlieferer aus dem Landkreis können dort kostenpflichtig Restmüll, Sperrmüll, Gewerbe- ,Baustellen- sowie Grünabfälle anliefern.
„Viel hat sich im vergangenen Jahr nicht getan“, stellte Landrätin Marion Dammann fest. Die Sanierung des Sickersystems konnte nach siebenjähriger Bauzeit abgeschlossen werden, das Abfallaufkommen bewege sich ohne eindeutigen Trend ganz leicht unter dem Vorjahresniveau. Seit 2008 werden regelmäßig Bodenproben im Umfeld der Deponie entnommen, um Langzeitauswirkungen zu untersuchen, letztmals geschehen im September 2024.
Arbeiten beauftragt
Der Bauabschnitt IIIC wurde weiter vorangetrieben – im Mai ist der Planfeststellungsbeschluss erfolgt, und die Arbeiten für den ersten von drei geplanten Bauabschnitten werden nun in Auftrag gegeben.
Betriebsleiterin Silke Bienroth bestätigte die Aussagen von Dammann: „Die Abfallmengen haben sich seit 2021 stabilisiert.“ Weiterhin kommt demnach der Hauptanteil an Abfällen mit rund 18 000 Tonnen an Boden und Steinen aus Rheinfelden, beim angelieferten Erdaushub markiert wie schon im Vorjahr der Zweckverband Breitbandausbau mit 3917 Tonnen die Spitze. Inerte industrielle Anlieferungen schlugen mit 3014 Tonnen zu Buche.
Das verfüllte Volumen betrug knapp über 30 000 Kubikmeter, die Einbaumenge belief sich auf 66 345 Tonnen und die Deponie verfügt noch über ein Restvolumen von ungefähr 270 000 Kubikmeter, was für mindestens sieben weitere Jahre ausreichend sei. Die Bodenproben ergaben unauffällige Werte.
Gesetzliche Vorgaben
Geändert habe sich in den vergangenen Jahren allerdings schon etwas durch die gesetzliche Vorgabe betreffend das Annahmeverfahren, verbunden mit der Pflicht zur vorherigen Verwertungsprüfung. Nur nachweislich nicht weiter verwertbares Material werde von der Deponie angenommen. Dies sei zumindest anfangs verbreitet auf Unverständnis gestoßen.
Franz Pfefferle von der Bautechnik der Abfallwirtschaft resümierte die Entwicklung diesbezüglich: „Inzwischen haben sich die Leute daran gewöhnt.“ Bei Erstanlieferern zeige man sich je nach Art und Menge des Abfalls gerne auch hilfsbereit. Wer jedoch sichergehen will, dass sein Abfall von der Deponie angenommen wird, müsse sich zuvor ausreichend informieren, zum Beispiel über die Website der Abfallwirtschaft des Landkreises.
Das Bauprojekt Kanalsanierung ist seit Frühjahr abgeschlossen, das Hauptaugenmerk liegt in der Bautätigkeit nun auf dem Ausbau der Mülldeponie, deren Kapazität durch Abschnitt IIIc auf 1,75 Millionen Kubikmeter erweitert werden soll, was dem Erhalt der Entsorgungssicherheit für 40 bis 50 Jahren entsprechen dürfte. Ende August soll mit den Arbeiten im Bauabschnitt 1 (von drei) begonnen werden; seine Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen. Erste Maßnahmen wurden bereits vorgenommen, erläuterte Pfefferle und zählte auf: Fäll- und Freiräumungsarbeiten, Vergrämungsmaßnahmen für dort lebende Tiere und Herstellen neuer Habitate, Rodungs- und erste Erdarbeiten.
Geplant ist außerdem in nächster Zukunft die Errichtung eines neuen Betriebsgebäudes, um den Anforderungen des Arbeitsschutzes Genüge zu leisten, sowie der Neubau des Waagehauses.