Landtagswahlkampf in Kandern: Bei einem leckeren Stück Pizza mit Kandidaten ins Gespräch kommen

Bei „Politik&Pizza“ in Kandern gab es verschiedene Gesprächsrunden mit Landtagskandidaten.
Birgit-Cathrin DuvalEingeladen waren alle Jungwähler im Alter von 16 bis 27 Jahren aus dem Wahlkreis Breisgau, der auch Schliengen, Kandern und Malsburg-Marzell umfasst. Rund 40 junge Menschen waren der Einladung gefolgt. Ein Aufsichtsdienst am Einlass sorgte dafür, dass niemand sonst Zutritt zur Veranstaltung hatte. Der Großteil der Anwesenden kam aus dem Raum Schliengen, wenige aus Kandern und eine Person aus Malsburg-Marzell.
Bein Einlass erzählten Celine Hauert (24) und Jana Strütt (18) aus Obereggenen, dass sie sich genauer über die Parteien und Personen informieren wollten. „Wo hat man sonst die Möglichkeit, die Kandidaten kennenzulernen?“ Finn Waldkirch (18) aus Liel und Elias Jung (18) aus Niedereggenen waren gekommen, um sich im persönlichen Gespräch eine Meinung über die Kandidaten bilden.
Den Ablauf des Abends koordinierten 13 Mitarbeiterinnen der AG Jugend, erkennbar an ihren lila Hoodies. Kanderns Bürgermeisterin Simone Penner begrüßte die Anwesenden, bevor sie an die Moderatorinnen Leonie Fischer, Caro Pabler und Shanice Disch vom Jugendparlament Weil am Rhein übergab.
Sieben Kandidaten
Zunächst lief ein Erklärvideo zur Landtagswahl, dem folgte die Vorstellung der Kandidaten, die dafür eine Minute Redezeit hatten. Teilgenommen haben Anna Deparnay-Grunenberg (Bündnis 90/Die Grünen), Natascha Thoma-Widmann (CDU), Eric Waibel (Die Linke), Lothar Hanser (FDP), Philip Wolf (SPD), Mark Henrich (Partei der Humanisten) sowie Thomas Brenneisen (Volt).
Während vier Gesprächsrunden von jeweils einer Stunde konnten die Jungwähler von Klassenzimmer zu Klassenzimmer ziehen, um sich mit den Kandidaten auszutauschen. „Cool, dass ihr da seid“, begrüßte Wolf, mit 23 Jahren der jüngste Kandidat, seine erste Gesprächsrunde, zu der sich sieben Leute eingefunden hatten. „Bitte duzt mich“, fügte er hinzu. Dann wurde erstmal zur Pizza gegriffen. „Was ist deine Motivation, welche Probleme willst du lösen und was willst du am Bildungssystem ändern?“, lauteten die ersten Fragen. Wolf antwortete, fragte auch zurück, wollte wissen, was den jungen Menschen unter den Nägeln brennt.
Meinung kundgetan
Bei Thoma-Widmann nebenan wurde über soziale Belange, Entbürokratisierung und Schulbildung diskutiert. Sollte es ein Social-Media-Verbot unter 14 geben? Die jungen Leute taten ihre Meinung kund zu Themen wie Wehrdienst und öffentlicher Nahverkehr.
Warum sie sich für die Grünen entschieden habe, wollte man von Deparnay-Grunenberg wissen. „Viele, die Grün wählen, verfügen über viel Geld“, hielt ihr eine Interessierte vor, um nachzuhaken, wie die Grünen die Sozialpolitik mit ihrer Umweltpolitik verbinden.
Wenig Interesse gab es hingegen im Raum von Hanser, nur ein Jugendlicher saß im Raum und hörte zu. Auch in der nächsten Runde fanden sich nur wenige ein.
Bei Heinrich saßen drei junge Männer, es ging um die Finanzierung des humanistischen Grundeinkommens.
Gut besetzt waren die Gesprächsrunden von Waibel. Hier wurde zunächst noch per „Sie“ gesprochen, während an den anderen Tischen die Kandidaten längst locker mit „Du“ angesprochen wurden. Es ging lebhaft zu, viele Fragen zum politischen Inhalt wurden gestellt, und warum es keine Koalitionen gebe, warum keine Kompromisse geschlossen würden.
Positives Fazit
Brenneisen, der erst in der zweiten Runde dazustoßen konnte, beantwortete Fragen über Bildung, Digitalisierung und Migration.
Am Ende des Abends waren zahlreiche Pizzaschachteln geleert und die Köpfe voll. „Das war ein gutes Format. Wir konnten uns ein besseres Bild machen und sind froh, dass wir gekommen sind“, lautete das einstimmige Fazit von einigen Teilnehmern von „Politik&Pizza“.