Lage ändert sich: Warum der Kreis Lörrach mehrere Asylunterkünfte schließt

Nach den Schließungen stehen dem Landkreis weiterhin sechs Gemeinschaftsunterkünfte mit rund 920 Plätzen für Geflüchtete zur Verfügung.
Beatrice EhrlichAufgrund europaweit rückläufiger Zugangszahlen von Geflüchteten passt der Landkreis Lörrach seine Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften an den tatsächlichen Bedarf an. In den kommenden Monaten werden daher mehrere Unterkünfte schrittweise zurückgebaut oder umgenutzt.
Die Gemeinschaftsunterkunft im Parkhotel in Lörrach wird zum 30. Juni geschlossen. Das ehemalige Hotel wird seit Anfang 2024 als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine mit rund 90 Plätzen genutzt. Ebenfalls wird die Gemeinschaftsunterkunft in Eimeldingen bis zum 31. August zurückgebaut. Sie fungiert seit Anfang 2025 als Erstanlaufstelle für Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis und bietet etwa 70 Plätze. Zuvor wurde die Unterkunft vom Fachbereich Jugend & Familie zur Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter genutzt.
Bereits zum 31. Mai wurden die Gemeinschaftsunterkünfte in Huttingen (Efringen-Kirchen) und Schopfheim geschlossen. Die Unterkunft in Huttingen stand seit April 2022 für die Unterbringung von bis zu 60 geflüchteten Menschen aus der Ukraine zur Verfügung.
In der Gemeinschaftsunterkunft in Schopfheim in der Gewerbeakademie waren seit Mai 2022 bis zu 42 Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. Dieses Gebäude wird künftig vom Fachbereich Jugend & Familie für die Unterbringung von minderjährigen unbegleiteten Geflüchteten weitergenutzt.
Behutsam reduzieren
„Durch den Rückgang der Zugangszahlen aus der Ukraine und anderen Ländern können wir die Unterbringungsstrukturen im Landkreis behutsam reduzieren, ohne unsere Aufnahmefähigkeit zu gefährden. Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten und sind in der Lage bei Bedarf auch kurzfristig die Kapazitäten wieder zu erhöhen“, erläutert Florian Kröncke, Leiter des zuständigen Fachbereichs Aufnahme & Integration im Landratsamt. Nach den Schließungen stehen dem Landkreis weiterhin sechs Gemeinschaftsunterkünfte mit rund 920 Plätzen für Geflüchtete zur Verfügung. Dazu zählt auch bereits die neue Unterkunft in der Schildgasse in Rheinfelden, die im Sommer eröffnen wird und Platz für 200 Personen bietet.
Solidarisches Handeln
„Wir danken den Städten und Gemeinden im Landkreis, die uns in den vergangenen Jahren so schnell, konstruktiv und verlässlich bei der Suche nach geeigneten Gemeinschaftsunterkünften unterstützt haben. Diese enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit hat es uns ermöglicht, zeitnah zu reagieren und geflüchtete Menschen aus der Ukraine und anderen Ländern zum Teil auch sehr kurzfristig unterbringen zu können. Gerade auch mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen ist dieses verantwortungsbewusste und solidarische Handeln nicht selbstverständlich – dafür danken wir allen Beteiligten ausdrücklich“, lässt sich Landrätin Marion Dammann in der Mitteilung zitieren.