Kriminalität in Grenzach-Wyhlen
: Die Zahl der Straftaten geht zurück, die Aufklärungsquote aber auch

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen ist kriminalstatistisch betrachtet eher unauffällig. Damit dies so bleibt, will die Polizei stärker Präsenz zeigen.
Von
Tim Nagengast
Grenzach Wyhlen
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Die Polizei will im öffentlichen Raum noch sichtbarer werden.

Pixabay

Zwölf Wohnungseinbrüche, wesentlich mehr Fälle von häuslicher Gewalt und eine steigende Zahl von Sachbeschädigungen: Wirklich zufrieden ist die Polizei mit der Entwicklung in Grenzach-Wyhlen nicht, wie Rheinfeldens Revierleiter Spencer Diringer am Dienstagabend bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr im Gemeinderat klarstellte. Zwölf Einbrüche seien nun einmal „zwölf Taten zu viel“, sagte Diringer.

Wo die Polizei sichtbar ist, passiert weniger

Auch die Zahl an Sachbeschädigungen sei im vergangenen Jahr gestiegen: Mehr Autos wurden zerkratzt, mehr Außenspiegel abgetreten, mehr Graffitis gesprüht, nannte Diringer ein paar Beispiele. Sein Team müsse daher gegensteuern. Rheinfeldens Revierleiter kündigte diesbezüglich mehr Streifenfahrten und -gänge in Grenzach-Wyhlen an. „Denn wo Polizei sichtbar ist, wird meistens davon abgesehen, irgendwelche Verstöße zu begehen.“

Um diese Sichtbarkeit herzustellen, werde intensiv an den Schichtplänen gearbeitet. Zumal Grenzach-Wyhlens Polizeiposten nur tagsüber besetzt ist. Abends und nachts übernehmen stets die Rheinfelder Kollegen die Regie. So gut es gehe, werde man in Grenzach-Wyhlen verstärkte Präsenz zeigen, kündigte Diringer an. Und dies auch zu den entsprechenden Uhrzeiten. Zum Beispiel dann, wenn mit zunehmend früh einsetzender Dunkelheit wieder die Einbruchssaison beginnt. „Die meisten Einbrüche haben Sie zwischen 16 und 20 Uhr“, berichtete Diringer aus Erfahrung. Die Polizei könne zwar ihre Strategien anpassen, jedoch nicht alles präventiv verhindern, warb Diringer um Verständnis.

Die Statistik im Überblick

Insgesamt ist die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten in der Doppelgemeinde im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent gesunken (um 44 auf 759 Taten). In nahezu gleicher Höhe ging aber auch die Aufklärungsquote um 5,7 Prozent zurück. Bei der Diebstahlskriminalität verzeichneten die Beamten 16 Fälle weniger als im Jahr 2023, nämlich 210. Dies ist ein Rückgang um 7,1 Prozent. Massiv gesunken ist die Zahl der Rauschgiftdelikte, nämlich von 74 Fällen anno 2023 auf nur noch 31 im Jahr 2024. Dies kommt einem Minus von 58 Prozent gleich. Dieser Rückgang sei vor allem auf die Lockerung des Cannabisgesetzes zurückzuführen und daher zu erwarten gewesen, stellte Diringer klar. Starke Rückgänge verzeichnete die Polizei auch bei den Urkundenfälschungen (von 15 auf sechs Fälle, also minus 60 Prozent) und bei Betrugsfällen (von 90 auf 70 Fälle, ein Minus von knapp 21 Prozent).

Weniger Gewalt gegen Polizeibeamte

Sehr positiv ist für den Rheinfelder Revierleiter, dass die Gewalt gegen Polizeibeamte zurückgegangen ist. Lediglich zwei Fälle dieser Art seien im vergangenen Jahr in Grenzach-Wyhlen zu beklagen gewesen – ein Fall weniger als 2023. Und dennoch zwei Fälle zu viel.

Eltern sollen Kinderhandys im Auge behalten

Doch die Kriminalstatistik 2024 hat auch eine andere Seite. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist zum Beispiel um 89 Prozent gestiegen (von neun auf 17 Fälle). Dies sei „ein bisschen besorgniserregend“, sagte Diringer im Gemeinderat. Dieser markant hohe Anstieg sei besonders auf die veränderte mediale Nutzung zurückzuführen. Da würden beispielsweise irgendwelche kinderpornografischen Fotos in Chatgruppen hin und her geschoben. Die Polizei wolle diesbezüglich im Bereich der Schulprävention wesentlich aktiver werden, kündigte Diringer in diesem Zusammenhang auf Rückfrage von Alex Drechsle (FW) an. „Auch die Elternhäuser müssen sehr viel stärker werden“, forderte Diringer. Es sei „teilweise erschreckend, was da auf den Handys von Kindern drauf ist“.

Mehr Straßenkriminalität

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Fälle von Straßenkriminalität (um 21 auf 179 Fälle, das ist ein Plus von 13,3 Prozent). Mit 13 Prozent mehr Rohheitsdelikten (plus 18 auf 156) weist die Kriminalstatistik auch hier eine Verschlechterung auf.