Krankenhaus Rheinfelden
: Nach Entscheid geht die Diskussion weiter

Zur Zukunft des Rheinfelder Krankenhauses nehmen nun der Förderverein der öffentlichen Gesundheitspflege im Raum Rheinfelden sowie der CDU-Stadtverband Stellung.
Von
(red/pm)
Rheinfelden
Jetzt in der App anhören

Das Rheinfelder Krankenhaus soll umgenutzt werden.

Archiv

Hannelore Nuß schreibt für den Vorstand des Fördervereins für Gesundheitspflege: „In den letzten Monaten ist viel gegangen und gerungen worden, was die Situation des Kreiskrankenhausgebäudes betrifft. Das Kreiskrankenhaus wurde vorzeitig zum Ende April nach fast 50 Jahren geschlossen. Das war für die Stadt Rheinfelden und das Umland ein großer Verlust.“

Der Förderverein habe alles versucht, diese Entwicklung aufzuhalten – leider erfolglos – heißt es weiter. Die finanzielle Situation der Kliniken Lörrach habe keine andere Wahl gelassen, die politischen Verantwortungsträger im Aufsichtsrat und Kreisrat hätten keine Möglichkeit mehr gesehen, als eine vorzeitige Schließung des Kreiskrankenhauses Rheinfelden.

MVZ als kleines Trostpflaster

Auf massives Drängen unseres Vereins wurde als kleines Trostpflaster ein MVZ eröffnet“, schreibt Nuß weiter. Und: „Die Not in der Gesundheitsversorgung ist dennoch nicht aufgefangen und macht dem Verein sowie der Ärzteschaft nach wie vor große Sorgen.“

Die Bemühungen, das leerstehende Krankenhausgebäude doch noch mit den Vorschlägen einer Initiativgruppe und dem Förderverein wieder zu beleben, seien nun mit dem Entscheid aus Lörrach ausgeträumt, schreibt die Vorständin des Fördervereins in der Stellungnahme.

Nach genauem Hinsehen und der Auslegung der zugrundeliegenden Fakten bezüglich eines Erhalts und der Umnutzung des Gebäudes müsse man erkennen, dass es kein Aufbäumen mehr gebe, so Nuß weiter.

Der Förderverein begrüßt in seiner Stellungnahme die klare Entscheidung zu einem MVZ für die medizinische Versorgung der Bürger, trauert aber gleichzeitig mit diesen um ihr Krankenhaus, das nun nach 50 Jahren abgerissen wird.

„Die Gesundheitsversorgung der Menschen steht eindeutig im Fokus unserer Bemühungen“, heißt es weiter.

„Das MVZ in den Händen der Wohnbau verspricht mehr den Interessen der Bürger Rheinfeldens gerecht zu werden als es über den Landkreis und die Kliniken möglich wäre, die nur eine Vermarktung des Krankenhausareals im Blick hatten, um das große strukturell bedingte Defizit der Kliniken etwas zu mildern“, gibt Nuß zu bedenken.

Verein möchte sich weiter einbringen

„Wir möchten als Förderverein der öffentlichen Gesundheitspflege im Raum Rheinfelden unsere Arbeit weiter fortsetzen und hoffen und bitten auf das weitere Vertrauen unserer Mitglieder.“

Mit diesem Rückhalt möchten der Förderverein die Realisierung des MVZ begleiten und sich dafür einsetzen, dass auch vorliegende Pläne mit berücksichtigt werden, schreibt der Verein.

Angedacht sei eine Zusammenarbeit mit der Wohnbau und der Stadt Rheinfelden. Dabei möchte der Verein seine Erfahrungen und Vorschläge mit einbringen. Auch der Oberbürgermeister Klaus Eberhardt halte die weitere Begleitung des Gesundheitsstandortes Rheinfelden durch den Förderverein für sehr wichtig, heißt es in dem Schreiben weiter.

CDU begrüßt Pläne für Gesundheitszentrum

Gleichzeitig äußert sich auch der CDU Stadtverband zum gleichen Thema und begrüßt in seiner Stellungnahme die Pläne zur Errichtung eines MVZ in unmittelbarer Nachbarschaft zur DRK-Rettungswache und dem zentralen Feuerwehrgerätehaus. „Für Rheinfelden zeichnet sich eine sehr gute Lösung ab, wenn das MVZ zeitnah errichtet und erfolgreich betrieben werden kann“, schreibt Stadtverbandsvorsitzender Hermann Becker in seiner Stellungnahme. Die medizinische Grundversorgung rücke damit näher an den Stadtkern, als es eine Realisierung im ehemaligen Krankenhaus ermöglicht hätte. Zudem sei die Erreichbarkeit für Patienten aus den Ortsteilen sehr gut.

Es braucht dauerhaft qualifiziertes Personal

Allerdings müsse es gelingen, qualifiziertes Personal dauerhaft zu gewinnen, um dem Versorgungszentrum die notwendige Strahlkraft zu verleihen.

Da der Sanierungsaufwand für das ehemalige Kreiskrankenhaus Rheinfelden eine nicht bezahlbare Dimension erreichen würde, sei eine Nutzung zu Wohnzwecken folgerichtig, so der CDU-Stadtverband.

Wichtig für Rheinfelden werde sein, dass die notwendigen Infrastrukturen, wie Fernwärmenetze, Ver- und Entsorgungsinfrastruktur und alle anderen Infrastrukturen, wie Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten sowie Einrichtungen des täglichen Bedarfes (Recyclinghof) gleichermaßen mit entwickelt werden, heißt es weiter.