Konzert in der Martinskirche: Stadtmusik Müllheim glänzt beim Jahreskonzert mit Temperament und Klangfülle

Das Hauptorchester der Stadtmusik Müllheim überzeugte beim Jahreskonzert mit üppig besetzten Registern.
Ludger ScheperDer Müllheimer Bürgermeister Martin Löffler hob es in seiner Lobrede auf den langjährigen Vorsitzenden hervor: Als Manfred Klenk den Vorsitz der Stadtmusik Müllheim im Jahr 2006 übernahm, zählte diese ganze 17 Aktive.
Heute ist das von Franco Coali geleitete Hauptorchester durch zahlreiche Neuanwerbungen und eine kontinuierliche Jugendarbeit auf eine stattliche Größe angewachsen. Die Zahl der Aktiven beträgt 112 Mitglieder.
Dass es zu so einem Erfolg und nachhaltigem Wachstum kongeniale Mitstreiter braucht, wurde mit der Verleihung des Ehrendekanters der Stadt Müllheim an Hannelore Keil deutlich.
Sie hat sich über viele Jahre in der Jugend- und Vorstandsarbeit des Vereins ganz maßgeblich eingebracht. Beide Geehrten haben sich, wie Löffler unterstrich, darüber hinaus auch anderweitig in der Stadt engagiert.
Bei dem Konzertabend in der ausverkauften Martinskirche konnte man sich einen Eindruck von der Klangfülle und dem facettenreichen Repertoire des Blasorchesters verschaffen, mit welchem dieses rund ums Jahr bei kleineren oder größeren Anlässen von sich hören macht.
Vororchester mit neuer Handschrift
Die neue Leiterin des Vororchesters, Karin Stock, zeigte eine eigene Handschrift mit ihrer Auswahl frischer, mitreißender Stücke von „Skyfall“ über Carl Maria von Webers „Jägerchor“ und „Señorita“ bis hin zum fröhlichen Mitmachstück „Handclap“. Die mit jüngsten Bläser, unterstützt von einer eindrucksvollen Schlagzeuggruppe, brillierten.
Schlank an Mitgliedern – viele junge Bläser sind mittlerweile ins Hauptorchester gewechselt –, aber äußerst elegant zeigte sich die Jugendkapelle mit neuen lila Westen mit Goldstickerei über dem weißen Hemd.

Manfred Klenk wurde von Bürgermeister Martin Löffler mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Foto: Ludger ScheperDie jugendlichen Nachwuchsmusiker setzten in „The Final Countdown“ einen Akzent mit strahlenden Trompetenklängen, die nachhallten. Unter der Leitung von Franco Coali offenbarten auch die folgenden Stücke – Highlights aus „Star Wars“, „I believe I can Fly“ und „Seven Nation Army“ ein hervorragendes Zusammenspiel als Frucht beharrlichen und fleißigen Übens. Eine versierte Rhythmusgruppe sorgte mit präziser Taktgebung für den richtigen Schwung.
Die einzelnen Register glänzen
Für das große Hauptorchester mit seinem Dirigenten Franco Coali wird es auf der Bühne der Martinskirche platzmäßig so langsam knapp.
Angesichts einer gut ausgewählten und breitgefächerten Stückauswahl konnten die einzelnen, bestens besetzten, Register richtig glänzen.

Hannelore Keil, viele Jahre für die Jugend und im Vorstand tätig, erhielt den Dekanter der Stadt Müllheim aus den Händen von Bürgermeister Martin Löffler.
Foto: Ludger ScheperMit raffinierten, lateinamerikanischen Rhythmen, viel Temperament und eindrucksvollen Soli der hohen Bläser (Flöten, Klarinette) sorgte der Titel „Danzón“ für Furore beim Müllheimer Publikum, gefolgt von Robbie Williams Hit „Let me entertain you“.
Die gut aufgestellte Saxofon-Gruppe führte mit „Sax, Wind and Funk“ überzeugend vor Augen, welches Klang-Potenzial in diesem außergewöhnlichen Instrument steckt.
„Alte Kameraden“ als schmissiger Abschluss
Den Abschlussmarsch „Alte Kameraden“ konnte man gut und gern noch einmal als Hommage an den Geehrten Manfred Klenk interpretieren, war er doch – wie er launig berichtete – von seinen Vereinskollegen mit nicht weniger als einem „abgespeckten Zapfenstreich“ in Ehren verabschiedet worden.
Aber auch das Publikum hatte sichtlich seinen großen Spaß an dem schmissigen Stück zum Abschluss dieses rauschenden Konzertabends.